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Schwimmbäder

Bürgermeister kritisiert Freibadöffnung: "Andere Bundesländer sind da zu forsch"

In anderen Bundesländern haben die Freibäder mancherorts schon wieder auf. In Bayern verzögert sich der Start in die Sommersaison indes. Der Veitsbronner Bürgermeister begrüßt das zögerliche Vorgehen des Freistaats in der Corona-Krise.
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Kinder genießen das Wasser im Freibad in Weberstedt (Thüringen). Der Bundeselternrat plädiert für eine länderübergreifende Initiative für mehr Schwimmunterricht.  Frank May, dpa
Während sich viele eine Wiedereröffnung der Freibäder herbeisehnen, begrüßt der Veitsbronner Bürgermeister Bayerns zögerliches Vorgehen in der Corona-Krise. Symbolfoto: Frank May / dpa

In Nordrhein-Westfalen ist der Badebetrieb in Freibädern schon wieder in vollem Gange. In Bayern hingegen ist noch unklar, wann - beziehungsweise ob - die Bäder 2020 öffnen dürfen. Während sich viele Bürger mit den steigenden Temperaturen eine Wiedereröffnung herbeisehnen, begrüßt der Veitsbronner Bürgermeister Marco Kistner Bayerns zögerliches Vorgehen in der Corona-Krise. 

„Bis zum 29. Mai ist es uns bisher untersagt, das Freibad zu öffnen“, erklärt Veitsbronns Bürgermeister, Marco Kistner, im Gespräch mit inFranken.de über die Wiedereröffnung des Veitsbads im Landkreis Fürth. „Vor Juni geht da gar nichts“, äußerte sich Markus Söder am 5. Mai in einer Pressekonferenz zu der Wiedereröffnung von Bayerns Freibäder. „Derzeit müssen wir einfach abwarten, ab wann es wieder gestattet ist zu öffnen“, so Kistner. Technisch gesehen sei es sogar möglich, die Freibadsaison in Veitsbronn sofort zu starten. Andere Umstände stünden solch einer spontanen Eröffnung jedoch noch im Wege. 

Freibadsaison in Franken: Bürgermeister wartet auf Startschuss

Dazu gehöre etwa ein ausgereiftes Konzept hinsichtlich der Hygienemaßnahmen. „Wir warten noch auf Vorgaben. Erst dann können wir ein individuelles Sicherheitskonzept entwickeln. Da können wir momentan so viel ‚hirnen‘ wie wir wollen“, führt Kistner aus. Er selbst rechne aber damit, dass mehr Personal oder ein Sicherheitsdienst notwendig sein wird: „Ich gehe von einer Deckelung der Besucherzahlen aus, die dann durchgehend vom Personal überprüft werden muss.“ Um solche Fragen konkret klären zu können, fehle aber noch der Startschuss vonseiten der Politik.

Das Veitsbad würde immerhin noch länger mit der derzeitigen Situation zurechtkommen – „schließlich steht es unter einer kommunalen Trägerschaft“, so Kistner. Für andere Freibäder könne dies wiederum ganz anders aussehen. „Bei uns ist das so“, erklärt Kistner, „je mehr Besucher kommen, desto mehr Aushilfskräfte brauchen wir, desto mehr Chlor müssen wir in die Becken füllen. Ein Freibad ist also nie kostendeckend. Deshalb macht es uns finanziell erstmal nichts aus, wenn das Freibad noch länger geschlossen bleiben muss.“

Dass das Veitsbad noch mindestens bis Juni geschlossen bleiben muss, hält der Bürgermeister für sinnvoll: „Ehrlich gesagt: Ich finde, andere Bundesländer sind da zu forsch. Wir sollten jetzt erstmal abwarten, welche Wirkung andere Öffnungen haben.“

"Dieses Jahr können wir wohl niemanden zufriedenstellen"

Wann Freibäder in Bayern wieder öffnen dürfen, dazu will Kistner noch keine Vermutungen anstellen – „das wäre zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.“ Feststehe aber: „Dieses Jahr können wir wohl niemanden zufriedenstellen. Zum Beispiel werden wir später noch Probleme mit den Dauerkarten haben. Hier wird sicherlich Unmut herrschen.“ 

Hinweis der Redaktion: Inzwischen steht fest - Bayerns Freibäder dürfen in der zweiten Woche der Pfingstferien, also ab dem 08. Juni, wieder öffnen. Das teilte Markus Söder am Freitagabend (22.05.2020) im Rahmen seiner Rede auf dem Online-CSU-Parteitag mit. 

Im oberfränkischen Forchheim wollte das örtliche Königsbad die Freibadsaison eigentlich schon am Vatertag einläuten. Die Aufsichtsbehörde drohte allerdings mit einem Polizeieinsatz, falls das Bad öffnen würde.