Oberasbach bei Gunzenhausen
Wirtschaft

Demenzeinrichtung in Oberasbach der Diakonie Fürth meldet Insolvenz an

in Vorzeigeprojekt der Diakonie Fürth hat offenbar wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten.
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Symbolbild Demenz Foto: dpa
Symbolbild Demenz Foto: dpa
Ein Vorzeigeprojekt der Diakonie Fürth hat offenbar wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten. Das evangelische Sozialwerk hat für sein Rangau Seniorenzentrum in Oberasbach (Kreis Fürth) einen Eigenantrag auf Insolvenz gestellt, wie die "Fürther Nachrichten" (Donnerstagausgabe) berichten. In den vergangenen fünf Jahren habe die Diakonie mehr als 750.000 Euro zur Deckung der Kosten des Hauses zuschießen müssen. Der Verwaltungsrat des Sozialwerks habe "nach reiflicher Überlegung" beschlossen, die Defizite des 2011 eröffneten Seniorenzentrums nicht mehr übernehmen zu wollen. Im Klartext: Die Diakonie Fürth hat den Geldhahn für das defizitäre Seniorenzentrum zugedreht.

Der Träger der Einrichtung ist eine gemeinnützige GmbH, alleiniger Gesellschafter ist die Diakonie Fürth.
Laut dem Zeitungsbericht droht derzeit kein unmittelbarer Liquiditätsengpass, aber der vorläufig als Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt rechne damit, dass in den kommenden 12 bis 15 Monaten eine "finanzielle Unterdeckung" in der Einrichtung eintreten könnte. In einer Stellungnahme an die Zeitung erläutert die Diakonie mehrere Gründe, weshalb das Seniorenzentrum finanziell nicht auf eigenen Beinen steht: Zum einen liege das an der "geringen Größe" der Einrichtung, zudem sei von "ständig steigenden Betriebskosten" die Rede, die die Lage verschärft hätten.

Derzeit leben in dem Seniorenzentrum 39 an Demenz erkrankte Bewohner, es arbeiten aktuell etwa 35 Menschen dort. Die Bewohner leben in drei familienähnlichen Hausgemeinschaften zusammen, sie sind jeweils in Doppelzimmern untergebracht. Die Bewohner werden ganz nach ihren Fähigkeiten in Alltagsaufgaben mit einbezogen und können sich im Haus sowie im Garten frei bewegen - in Demenz-Einrichtungen ist das nicht unbedingt die Regel. Bewohner, die zum Weglaufen neigen oder sich leicht verirren, tragen einen Sender, der die Mitarbeiter des Zentrums darüber informiert, sobald Bewohner das Gelände verlassen.

Die Diakonie Fürth war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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