Franken

Unfälle bei Schneetreiben: Bilanz der ersten Schnee-Nacht in Franken - 120.000-Euro-Sportwagen verunglückt

In der vergangenen Nacht fiel der erste Schnee in Franken. Pünktlich dazu steigt in der Regel auch die Zahl der Unfälle wegen Glätte und Schnee. Wir haben bei den fränkischen Polizeipräsidien nachgefragt, wie die Lage auf den Straßen war.
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Schnee im Dezember - mehrere Unfälle auf Frankens Straßen: Am Mittwochabend (11. Dezember 2019) fielen die ersten Schneeflocken vom Himmel. Die Straßen in Franken wurden glatt und rutschig. Hier ein Überblick über die Winterunfälle in der Region:

Oberfranken: Schwerer Unfall im Landkreis Hof, viele Autos bleiben liegen

In Oberfranken ereigneten sich im Vergleich zu schneefreien Nächten ein paar Unfälle mehr. Allerdings nicht in herausragend hoher Anzahl, teilt das Polizeipräsidium Oberfranken auf Nachfrage von inFranken.de mit. Es gab mehr liegengebliebene Autos. Bei den meisten Unfällen in der vergangenen Nacht kam es nur zu Sachschäden.

Bei einem Unfall in Coburg kam ein 18-Jähriger wegen unangepasster Geschwindigkeit auf schneeglatter Fahrbahn von der Straße ab und kippte im Graben um.

Einzig ein Unfall im Landkreis Hof zog schwere Verletzungen mit sich. Eine Autofahrerin geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte in den Gegenverkehr. Vier Frauen wurden schwer verletzt.

Neun Glätteunfälle, aber keine Verletzten in Mittelfranken: 120.000 Euro Schaden an einem Sportwagen

Zwischen 20 Uhr und 7 Uhr ereigneten sich in Mittelfranken neun Glätteunfälle, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Bei keinem der Unfälle wurden Menschen verletzt. Die Autos sind in den Graben gerutscht oder wegen der Glätte gegen etwas gerutscht.

Die Zahl von neun Glätteunfällen ist nicht bemerkenswert hoch. Zum Vergleich: In Mittelfranken ereignen sich an einem Tag zwischen 200 und 300 Verkehrsunfälle.

Spektakulär ist allerdings die Schadenssumme eines Unfalls, den die Polizei Rothenburg ob der Tauber meldet: Kurz nach Mitternacht verlor auf Sportwagenfahrer bei Schneematsch die Kontrolle über sein Auto, als er in Höhe von Ohrenbach in Richtung Ulm fuhr. Der Wagen touchierte die Mittelschutzplanke, stellte sich quer und streifte einen nachfolgenden Lkw. Durch die Berührung wurde das Auto gegen die steinerne Mittelschutzwand gedrückt. Bilanz des Unfalls: 120.000 Euro Schaden am Auto, 1000 Euro Schaden am Lastwagen. Der Verursacher blieb unverletzt.

Trotz Schnee und Wintereinbruch: Nur vereinzelte Unfälle in Unterfranken - Audi überschlägt sich, kurzzeitiges Chaos an der B286

Das Polizeipräsidium Unterfranken berichtet von einer relativ ruhigen Nacht. Der erste Wintereinbruch habe nur zu vereinzelten Unfällen geführt. Es blieb aber bei Sachschäden.

In Aura an der Saale (Kreis Bad Kissingen) hat ein Autofahrer am Mittwochabend bei schnee- und matschbedeckter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Audi verloren. Er war auf der Staatsstraße 2290 von Aura in Richtung Wittershausen unterwegs, als er wegen nicht angepasster Geschwindigkeit nach rechts von der Straße abkam. Der Wagen überschlug sich und kam auf den Rädern zum Sehen. Der Fahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde nach Bad Kissingen ins Krankenhaus gebracht. Am Fahrzeug entstand wirtschaftlicher Totalschaden in Höhe von ca. 20.000 Euro. Der Unfallverursacher muss jetzt mit einem Bußgeldverfahren wegen nicht angepasster Geschwindigkeit aufgrund der Witterungsbedingungen rechnen.

Außerdem haben mehrere Lkw, die wegen Schneeglätte stecken blieben, in Schildeck (Kreis Bad Kissingen) kurzzeitig für ein Verkehrschaos gesorgt. Gegen 21.30 Uhr hatten sich im Gewerbegebiet "Im Baumgarten" mehrere Lkw festgefahren. Weitere Lastwagen versperrten daraufhin die vorbeiführende Bundesstraße 286, weil sie nicht ins Gewerbegebiet einfahren konnten. Die Polizei unterstützte die Arbeit des Räum- und Streudienstes durch zeitweise Sperrung der B286. Schneepflug und Streusalz zeigten gegen 23 Uhr Wirkung und das kurzzeitige Chaos löste sich auf.

Die Polizei rät allen Verkehrsteilnehmern, ihre Autos entsprechend auf den Winter vorzubereiten, also: Winterreifen aufzuziehen und mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs zu sein.

Ob bei dem tödlichen Verkehrsunfall am Mittwochabend in Unterfranken die Witterung auch eine Rolle spielte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Wie die Polizei vor Ort mitteilte, hatte der Autofahrer noch die Sommerreifen aufgezogen.

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