Egloffstein
Gemeinderat

Regen ist Schuld: In diesen oberfränkischen Gemeinden muss das Trinkwasser abgekocht werden

Weil es in den letzten Tagen bis zu 80 Liter geregnet hat, rät das Gesundheitsamt Forchheim, das Trinkwasser in drei Gemeinden abzukochen.
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In drei Gemeinden im Landkreis Bamberg gibt es eine Abkoch-Empfehlung. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa
In drei Gemeinden im Landkreis Bamberg gibt es eine Abkoch-Empfehlung. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

In der letzten Gemeinderatssitzung in Egloffstein in diesem Jahr geriet der letzte Punkt - Sonstiges und Anfragen - in den Mittelpunkt.

Das Egloffsteiner Quellwasser (im Netzbereich der Wasserversorgung Arlesbrunnenquelle) rieche derzeit wieder erdig und moosig, teilte Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) dem Gremium mit. Vermutlich liege es daran, dass es in den letzten Tagen bis zu 80 Liter Wasser pro Quadratmeter geregnet habe. Betroffen sind die Gemeinden Egloffstein, Mostviel und Dietersberg. Das Trinkwasser wird derzeit durch ein Fachlabor untersucht. Bis die Untersuchungsergebnisse vorliegen (voraussichtlich Ende der Woche), wird als Vorsichtsmaßnahme vom Gesundheitsamt am Landratsamt Forchheim geraten, das Trinkwasser in den Ortsteilen Egloffstein, Mostviel und Dietersberg vor Gebrauch einmalig sprudelnd abzukochen und wieder abkühlen zu lassen.

Wasserkocher geeignet

Handelsübliche Wasserkocher seien hierfür sehr gut geeignet, erklärte Förtsch. Das abgekochte Wasser sei unbedenklich und kann ganz normal weiterverwendet werden. Für die Körperpflege (waschen, duschen, baden) muss das Wasser nicht abgekocht werden. Gemeinderat Günter Polster als Chef des Bauhofes meinte dazu, dass man gut daran täte, für solche Fälle in der Zukunft gewappnet zu sein. Das könnte in Form einer Reserveleitung aus einer anderen Quelle sein, die man dann aktiviert, wenn die Egloffsteiner Quelle wieder einmal wegen starken Regenfalls in Mitleidenschaft gezogen wird.

Parken in Egloffstein

Ein anderer Diskussionspunkt, obwohl auf der Tagesordnung gar nicht vorgesehen, war die Parkplatzsituation in Egloffstein, jetzt, nachdem der beliebte Wanderparkplatz zu einem Busumsteigeplatz umgewidmet ist. Manuel Vogel, der in der Talstraße die Tankstelle betreibt, befürchtet, dass noch mehr Wildparker am Straßenrand zu sehen sind, wenn man den Gästen nicht per Schild erklärt, wo es alternative Parkplätze in der Nähe gibt. Zum Beispiel den Parkplatz am Freibad, der bisher nach Beobachtung des Bürgermeisters auch dann leersteht, wenn alle anderen Plätze schon belegt sind. "Ob das Faulheit ist oder Unwissenheit, weiß ich allerdings nicht", sagte das Gemeindeoberhaupt. Nun will sich das Gremium gleich in der neuen Sitzungsperiode mit dem Thema befassen.

Begräbniswald Hundshaupten

Der Rest der Tagesordnung war schnell abgehakt: Besprochen wurde das Ergebnis der eingegangenen Stellungnahmen zum geplanten Begräbniswald Hundshaupten. Die Einwendungen der Naturschutzabteilung am Landratsamt Forchheim sowie des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten wurden in Beschlüsse umgesetzt und der Feststellungsbeschluss einstimmig herbeigeführt. Somit kann der Eigentümer des Waldes im Frühjahr nächsten Jahres, nachdem noch eine Friedhofssatzung erstellt wurde, mit der Arbeit beginnen, schätzt Förtsch.

Flächennutzungsplan Bieberbach

Beschlossen wurde auch die Änderung des Flächennutzungsplanes für Bieberbach im Bereich des Flurstückes "Steinbruch". Hierfür wird mit Kosten von rund 10.000 Euro für die Arbeit der Fachbüros gerechnet, eine Summe, die die Gemeinden allein tragen müsse, betonte das Gemeindeoberhaupt. Einstimmig gebilligt wurde das städtebauliche Entwicklungskonzept, das ebenfalls nach Einarbeitung von Bedenken der Träger öffentlicher Belange überarbeitet wurde. "Die genannten Sanierungsziele und Maßnahmen werden anerkannt", heißt es im Beschlussvorschlag. Ebenfalls einstimmig gebilligt wurde das Vorhaben des Bürgermeisters, am Förderprogramm "Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer" des bayerischen Kultusministeriums mitzumachen. Förtsch meinte, der Betrag sei gedeckelt, weil von der Gesamtsumme jeder Teilnehmer ein bischen erhält. Für Egloffstein rechnet er nur mit einer Summe von rund 6000 Euro. Auf der Wunschliste der Lehrer steht allerdings digitale Technik für rund 20.000 Euro, darunter 30 Tablets.



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