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Tief "Alex" und viel Regen: So entwickelt sich das Wetter in Franken

Die starken Niederschläge haben vielerorts zu Überflutungen und Verkehrsbehinderungen geführt. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hat deshalb angekündigt, noch mehr für einen besseren Hochwasserschutz zu machen.
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Nach vielen Überflutungen, umgestürzten Bäumen und anderen Verkehrsbehinderungen wird das Wetter ab Mittwoch etwas freundlicher und weniger nass. Symbolfoto: Alexander Körner/dpa
Nach vielen Überflutungen, umgestürzten Bäumen und anderen Verkehrsbehinderungen wird das Wetter ab Mittwoch etwas freundlicher und weniger nass. Symbolfoto: Alexander Körner/dpa

Der Regen, den das Tief "Alex" brachte, hatte Deutschland die letzten Tage fest im Griff und sorgte für viel Chaos. Am Dienstag teilte jedoch ein Meterologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit, dass sich das Wetter nun etwas beruhigt. "Das Ärgste ist vorbei", so der Wetter-Experte in Offenbach.

Zwar müsse weiterhin noch mit Niederschlägen gerechnet werden, jedoch ziehe "Alex" ab Mittwoch über Polen nach Osten ab.Aktuell meldet der DWD für Franken noch Dauerregen und Gewitter bis einschließlich Mittwochmorgen. Es werden Niederschlagsmengen bis zu 60 Liter pro Quadratmeter erwartet - in einigen Regionen können es sogar bis zu 80 Liter pro Quadratmeter sein.

Das Tiefdruckgebiet hatte mit seinen kräftigen Regenfällen in der Nacht zum Dienstag vielerorts Straßen überschwemmt, Keller geflutet und Bäume umgeknickt. In Helmstadt in Niedersachsen kam es deswegen am Montagabend, dem 20. Mai, sogar zu einem Großeinsatz in einem Krankenhaus. Dort war die Decke des Kreißsaals eingestürzt und es mussten sogar Menschen evakuiert werden.

Scheinfeld komplett unter Wasser

Wegen der Überlastung der Kanäle stand im Aschaffenburger Stadtteil Damm die Linkstraße im Bereich der Bahnunterführung unter Wasser und musste deshalb gesperrt werden. Scheinfeld wurde sogar komplett geflutet: 30 Zentimeter hoch stand das Wasser in den Straßen, da Laub die Gullideckel verstopft hatte. Nachdem die Feuerwehr diese wieder frei gemacht hatte, flossen die Wassermassen ab.

Wie auf der Homepage "Hochwasser in Bayern" vom Landesamt für Umwelt steht, kann im Main-Einzugsgebiet an den westlichen Rednitz/Regnitzzuflüssen und einzelnen Zuflüssen zur Fränkischen Saale lokal die Meldestufe 1 überschritten werden, das heißt es kann stellenweise zu kleineren Ausuferungen von Bächen und Flüssen kommen. An den Gewässern Itz, Sinn, Kahl, Scheine und Fränkische Rezat befinden sich einige Pegel im Bereich der Meldestufe 2, wo einige land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet sein können und es leichte Verkehrsbehinderungen geben kann.

Glauber will Hochwasserschutz noch weiter verbessern

Im westlichen Mittelfranken können die Wasserpegel noch steigen, sodass es vereinzelt noch zu Überschreitungen der Meldestufen 1 bis 2 kommen kann. Zu fallenden Wasserständen kommt es bereits in Ober- und Unterfranken, nachdem einige Gewässer bereits ihren Scheitelpunkt erreicht haben. Mitunter aufgrund der angespannten Hochwasserlage in Bayern hat Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) angekündigt, noch mehr für einen besseren Hochwasserschutz zu machen.

In Kulmbach wurde am Dienstagnachmittag der Verkehr durch einen Erdrutsch auf der B289 bei Kauerndorf Lahm gelegt. Auf der Bahnstrecke Schweinfurt-Suhl kam es ebenfalls wegen eines umgekippten Baumes im Gleis zu Verzögerungen.

Besonders schlimm traf es den Alpenraum. Im bayerischen Jachenau bei Bad Tölz fielen von Montagmorgen bis Dienstagmorgen ungefähr 135 Liter Regen pro Quadratmeter, in Balderschwang im Oberallgäu waren es 112 Liter. Auch in den hessischen Mittelgebirgen wurde die Unwetter-Grenze von 50 Litern vielerorts weit übertroffen: In Hessisch Lichtenau und Schlüchtern fielen innerhalb von 24 Stunden 95 Liter pro Quadratmeter.

Solche Mengen regnet es jedoch vorerst nicht mehr, teilte der DWD mit. Am Mittwoch soll es wohl nur noch in der Osthälfte Deutschlands regnen und im Westen zeigt sich bei Temperaturen bis zu 23 Grad schon wieder die Sonne. Wetterexperte Stefan Ochs aus Herzogenaurach sagt voraus, dass die Niederschläge am Mittwoch allmählich abklingen und die Wolkendecke voraussichtlich gegen Nachmittag aufzulockern beginnt. Maximal werden Temperaturen bis zu 18 Grad erreicht. Am Donnerstag ist es dann heiter bis wolkig, trocken und 20 Grad warm.

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