Bamberg
Verwüstung durch Unwetter

Sturmtief Fabienne wütete in Franken: Frau stirbt bei Spaziergang - Kirchturmspitze abgerissen

Sturmtief Fabienne hat am Sonntag in ganz Franken verheerende Schäden angerichtet. Besonders tragische Folgen hatte das in Oberfranken: In Ebrach im Kreis Bamberg forderte der Sturm ein Todesopfer.
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In Unterfranken knickten gleich vier Strommasten im Sturm ein. Das Sturmtief Fabienne hat in ganz Franken schwere Schäden hinterlassen. Eine Frau kam ums Leben. Foto: News5
In Unterfranken knickten gleich vier Strommasten im Sturm ein. Das Sturmtief Fabienne hat in ganz Franken schwere Schäden hinterlassen. Eine Frau kam ums Leben. Foto: News5
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Sturmtief Fabienne hat am Sonntag für große Schäden in Franken gesorgt. Gerade in Oberfranken schlug der Sturm eine Schneise der Verwüstung. Im Landkreis Bamberg wütete das Unwetter besonders schlimm - eine Frau verlor bei einem Spaziergang ihr Leben. Inzwischen ist die Unwetterwarnung für Franken aufgehoben. Das volle Ausmaß der entstandenen Schäden wird sich wohl aber erst am Montag zeigen.

Die DB Regio Bayern meldet, die Strecke zwischen Ansbach und Dombühl aufgrund von Unwetterschäden weiterhin nur auf einem Gleis befahrbar ist. Reisende müssten weiterhin mit Verzögerungen rechnen. Die Unwetterschäden könnten voraussichtlich erst im Laufe des heutigen Vormittages (Dienstag, 25. September) beseitigt werden.

Feuerwehr im Dauereinsatz: Umgestürzte Bäume und Überflutungen

Feuerwehren, Straßenmeistereien und Polizei waren in ganz Franken wegen umgestürzter Bäume und blockierter Straßen im Dauereinsatz. An verschiedenen Örtlichkeiten kam es zu Überflutungen und vollgelaufenen Kellern.

Sturmschäden in Oberfranken besonders dramatisch: Spaziergängerin stirbt - Windhose verwüstet ganze Ortschaft, Bevölkerung ohne Strom

Im Landkreis Bamberg hat es vor allem den Bereich zwischen Ebrach und Burgwindheim schwer getroffen. Dort forderte der Sturm auch sein erstes Todesopfer: Eine 78-Jährige starb am Sonntag um 18.20 Uhr auf einem Campingplatz, nachdem ein Baum auf sie gestürzt war. Dabei erlitt sie schwerste Verletzungen, teilt die Polizei mit. Sie starb noch an der Unglücksstelle.

Das Dorf Untersteinach (130 Einwohner) traf die Fallböe am härtesten: Es gab es zum Glück keine Verletzten - allerdings richtete der Sturm hier unglaubliches Chaos an. Etwa 30 bis 40 Häuser wurden vom Sturm schwer beschädigt - Dächer wurden abgedeckt, Scheunen wurden komplett zerstört, der Strom fiel großflächig aus. Betroffene wurden von der Feuerwehr zeitweise in Zelten untergebracht.

Oberfranken: Fahrendes Auto von Baum erfasst - Krankhaus unter Wasser

Orkanartige Böen haben auch in Pegnitz (Landkreis Bayreuth) schwere Schäden verursacht. Neben zahlreichen abgedeckten Dächern wurde auch ein fahrendes Auto von einem umstürzenden Baum erfasst. Laut Rettungskräften vor Ort war das Fahrzeuge "schwer demoliert". Der Fahrer hatte allerdings Glück: Er konnte sich aus dem schwer beschädigten Fahrzeug noch selbst befreien.

Die Mitarbeiter im Krankenhaus in Naila wurden am Sonntagabend von den Wassermassen überrascht. Über den Eingangsbereich war massiv Wasser in das Gebäude eingetreten, berichtet NEWS5. Die Feuerwehr musste anrücken, um die Wassermassen wieder aus dem Gebäude zu bekommen.

Von Sonntagnachmittag, 17 Uhr, bis zum Abend hatte die Feuerwehr in Oberfranken bereits 300 Einsätze zu verzeichnen. Die B2 bei Pegnitz (Kreis Bayreuth) wurde wegen des Unwetters gesperrt. Der Sturm hatte das Dach einer angrenzenden Brauerei abgedeckt und dadurch die Fahrbahn blockiert.

Schäden in Unterfranken: Strommasten knickt um - Kirchturmspitze abgerissen

In Unterfranken kam es in Stadelhofen (Landkreis Kitzingen) zu besonders heftigen Sturmschäden: Vier Strommasten knickten dort um, die Straße musste gesperrt werden.

Das Kirchturmdach wurde außerdem vom Sturm so stark beschädigt, dass sogar die Spitze abriss.

Auch in Großostheim kam es am Abend zu einem Großeinsatz. Dort wehte der Wind ein Sportflugzeug um - Kraftstoff lief aus. Verletzte gab es dabei nicht, in dem Flugzeug saß niemand. Außerdem wurde das Baggerschiff eines Kieswerkes umgestoßen. Am Abend waren rund 400 Kräfte im Einsatz. In den Gemeinden Heimbuchenthal und Dammbach ist nach Angaben der Feuerwehr der Strom ausgefallen

Am Sonntagabend zog die Polizei Unterfranken eine Zwischenbilanz: Zwischen 16.30 Uhr und 19.30 Uhr gingen in der Einsatzzentrale der Polizei insgesamt 359 Notrufe ein. Innerhalb von drei Stunden mussten unterfränkische Polizeistreifen 297 Unwetter-Einsätze abarbeiten. Insgesamt wurden vier Menschen leicht verletzt: zwei bei Verkehrsunfällen sowie zwei weitere durch herabstürzende Äste.

Die Aufräumarbeiten werden teilweise auch noch mehrere Tage in Anspruch nehmen, teilt die Polizei aus Unterfranken mit.

Mittelfranken: Umgestürzte Bäume, ausgefallene Züge

Bei der mittelfränkischen Einsatzzentrale in Nürnberg liefen im Zeitraum zwischen 15:45 Uhr und 23:45 mehr als 1.100 wetterbedingte Einsätze an. Betroffen war davon der gesamte Regierungsbezirk Mittelfranken. Neben Mitteilungen über umgestürzte Bäume, verwehte Bauzäune und abgebogene Verkehrszeichen gab es auch eine Reihe witterungsbedingter Verkehrsunfälle. Insgesamt mussten die Beamten zu mehr als 60 solcher Unfälle ausrücken. Vier Personen erlitten dabei glücklicherweise nur leichtere Verletzungen.

Im Landkreis Ansbach verwehte es bei zwei Kraftfahrern die angebrachten Anhänger an ihrem Pkw während der Fahrt. In Erlangen hatte eine Frau das sprichwörtliche "Glück im Unglück". Während sie in der Gebbertstraße mit ihrem Pkw unterwegs war, stürzte ein Baum auf ihr Fahrzeug. Die Frau blieb unverletzt. Am Dechsendorfer Weiher stürzte ein weiterer Baum auf einen Wohnwagen, in dem sich ein Mann aufhielt. Er wurde eingeklemmt und erlitt einen Schock; verletzt wurde er nicht.

Der Sturm hat auch in Mittelfranken viele Bäume umgerissen, dabei ist Schwabach ein Ort von vielen. In der Badstraße wurde ein größerer Baum aus den Wurzeln gerissen und kippte auf ein Grundstück, nachdem er einen Laternenmast umgerissen und einen Zaun durchbrochen hatte, berichtet NEWS5. Gleichzeitig wurde dadurch eine Straße für den Verkehr blockiert. Direkt gegenüber fiel ein weiterer Baum um und landete auf einem Fahrzeug. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr rückten an, um die beiden Bäume zu beseitigen.

Der erste schwerere Sturm im kalendarischen Herbst behinderte am Sonntagabend auch den Bahnverkehr. Zwischen Erfurt und Nürnberg - auf der DB-Prestigestrecke Berlin-München - war am Sonntagabend kein Verkehr möglich, hieß es von der Bahn. "Die ICE-Züge werden zurückgehalten und warten das Ende der Sperrung ab." Auch die Strecken Aschaffenburg-Würzburg und Würzburg-Nürnberg wurden in beiden Richtungen gesperrt.



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