Redaktionsfasten

Stolperfallen und Erfolge

Die fünf Redakteurinnen von Franken Aktuell starteten mit ganz unterschiedlichen Vorsätzen in die Fastenzeit - hier berichten sie, wie es ihnen in der fünften Fastenwoche ergangen ist
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Die Redakteurinnen (von links) Jessica Rohrbach, Nina Grötsch, Nadine Nüsslein, Lisa Faber und Jessica Rus starteten  mit verschiedenen Vorsätzen in die Fastenzeit.Lukas Pitule
Die Redakteurinnen (von links) Jessica Rohrbach, Nina Grötsch, Nadine Nüsslein, Lisa Faber und Jessica Rus starteten mit verschiedenen Vorsätzen in die Fastenzeit.Lukas Pitule
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Nina Grötsch (Ausschlaf-Fasten): Ich werde schwächer. Willenloser. Wenn der Wecker mich mitten in der Nacht aus dem Schlaf schreckt, habe ich keine Kontrolle über meinen Körper. Trotz des schrillen Klingeltons denkt mein Ehrgeiz noch nicht ans Aufwachen, meine Disziplin ist sogar noch im Tiefschlaf. Der Drang nach einer zehnminütigen Verlängerung ist hingegen hellwach. Also knicke ich ein. Es ist doch Wochenende und alleine frühstücken ohnehin total einsam, rede ich mir ein. Wer garantiert mir außerdem, dass meine Kollegen ihre Ziele so ernst nehmen? Doch ganz bestimmt nicht! Eine Minute später schlafe ich. Später ärgere ich mich, denn schließlich ist es wie alle Tage: Bin ich erst mal fünf Minuten wach, ist all die Qual vergessen und mein Köper fährt ruckzuck auf 100 Prozent. Mensch, wäre ich vorhin doch nur aufgestanden! Einmal mit dem Fastenziel gebrochen, ist die Hürde zum nochmaligen Schummeln natürlich fatal niedrig. Fast schäme ich mich ein bisschen. Kurz spiele ich mit dem Gedanken, zur Wiedergutmachung zweimal um 5 Uhr aufzustehen. Dann fällt mir meine aktuelle Müdigkeit am Abend ein. Es ist wohl keine gute Idee, am Ende früher als meine Kinder einzuschlafen...

Lisa Faber (Plastik-Fasten): Ich bin genervt. Und zwar davon, wie viele Stolperfallen und Fettnäpfchen sich mir derzeit in den Weg stellen. Das fängt beim Bäcker an, bei dem es das belegte Vollkornbrot nur in Folie verpackt gibt, und hört beim Kaffee aus dem Automaten, den es nur im Plastikbecher gibt, noch lange nicht auf. Wenn ich unterwegs bin, schleppe ich eben nicht ständig noch Tassen und andere Behältnisse mit mir herum, nur für den Fall, dass ich etwas haben möchte, das es nur mit Plastik gibt. Ich bewundere Leute, die es wirklich schaffen, den Plastikverzicht zu 100 Prozent durchzuziehen und muss zugeben, dass ich bei vielen Gelegenheiten scheitere - sei es aus Versehen oder einfach aus Faulheit. Aber trotz aller Rückschläge versuche ich auch weiterhin so oft wie möglich auf die Wegwerf-Kunststoffe zu verzichten, um so viel Müll zu vermeiden, wie es mir eben möglich ist. Zu Hause ist das meist ja einfach, unterwegs aber doch sehr schwer. Den Plastik-Kaffeebecher habe ich übrigens einfach noch ein zweites Mal verwendet - und damit zumindest einen weiteren Becher gespart. Jessica Rohrbach (Intervall-Fasten): Die Tage des Intervallfastens sind gezählt und ich freue mich jetzt schon wieder aufs Frühstücken. Doch bis dahin ist Durchhalten angesagt. Auch wenn ich direkt nach dem Aufstehen weiterhin keinen Appetit habe, spätestens gegen 10 Uhr kommt der Hunger und mit ihm die schlechte Laune. Ich fühle mich auch weiterhin relativ schlapp. Vor dem Mittagessen kann ich mich nur schwer konzentrieren, geschweige denn mich körperlich betätigen. Zum Glück ist mein Hund auch nicht so scharf auf morgendliche Wanderungen und nimmt mir die verkürzten Gassi-Runden vor der Arbeit nicht sonderlich übel. Dabei hat es sich in der Theorie doch so schön angehört: Wer sich morgens auf nüchternen Magen bewegt, soll damit seinen Stoffwechsel ankurbeln und seinen Körper auf maximale Fettverbrennung schalten. Vermutlich funktioniert das in der Praxis auch, nur dann ist definitiv bis zum Mittagessen nichts mehr mit mir anzufangen. Es gibt aber durchaus auch Positives zu berichten: Nachdem ich die Waage aufgrund der ganzen Gelüste und Geburtstagseinladungen in den vergangenen Wochen eher gemieden habe, zeigt sie nun mit einem Schlag zwei Kilo weniger an. Scheinbar nehme ich durch das Intervallfasten aller Sünden zum Trotz weniger Kalorien über den Tag verteilt zu mir, als ich es beim ewigen Snacken tue. Wenn der Magen voll ist, ist er eben voll.

Nadine Nüsslein (Zucker-Fasten): Der Frühling ist endlich da und mit ihm das laue Wetter, strahlender Sonnenschein und überall Menschen mit einem Eis in der Hand. Mich ausgenommen, denn bis Ostern entsage ich noch mit eisernem Willen den süßen Verlockungen. Aber daran denken darf man doch, oder? Denn als ich auf Facebook einen Post lese, dass mir eine Freundin mit dem Anfangsbuchstaben L zwei Kugeln Eis ausgeben muss, markierte ich sofort meine Freundin Lisa. Zwei Kugeln Vanille wären mein Wunsch, den sie mir auch innerhalb der nächsten Minuten digital bestätigte. Allerdings dauerte es nicht lange und ich hatte zu diesem Eintrag eine weitere Benachrichtigung: Meine liebe Kollegin Nina Grötsch kommentierte wohl wissend: "Aber nicht vor Ostern, gell!" Ja, dachte ich mir - jetzt werde ich auch schon über die sozialen Medien kontrolliert! Aber warte, dachte ich und drehte den Spieß einfach um. Rasch schaute ich nach, wann sie das geschrieben hat und siehe da, es war 6.31 Uhr morgens! Brav, dachte ich, und merkte an, dass sie pünktlich aufgestanden ist. So sind wir doch alle auf einem guten Weg, um bis Ostern unsere Fastenaktion noch durchzuziehen. Solange verzichte ich eben auf das erste Eis im Frühling und spaziere stattdessen auf einen herrlichen Bamberger Bierkeller, um dort genüsslich ein Radler zu trinken - natürlich ein saures, welches mit Wasser aufgegossen wird. Prost! Jessica Rus (Fleisch-Fasten): Ich habe vergangenes Wochenende mit einer Freundin einen Kurztrip nach Köln gemacht. Unsere Unterkunft haben wir nur mit Frühstück gebucht, daher war ich sehr gespannt, ob ich unterwegs auch immer etwas Fleischloses zu Essen finden würde, das mir auch schmeckt. Meine Freundin lebt schon seit sechs Jahren vegetarisch und dazwischen verzichtete sie sogar mal zwei Jahre auf alle tierischen Produkte, also zum Beispiel Käse, Eier und Milch. Wenn ich da mal nicht einen Profi an meiner Seite hatte! Die Essensplanung und Restaurantauswahl habe ich komplett in ihre Hände gelegt, und ich war überrascht, wie lecker und günstig Vegetarisch sein kann. Mittags besuchten wir eine Salatbar mit Buffet. Wer jetzt denkt, da gab es nur Salatblätter und ein paar Tomaten und Gurken, der liegt falsch! Man konnte seinen Salat wirklich mit den exotischsten Zutaten mixen: Babyspinat, Sojasprossen, Kichererbsen oder sogar Erdnüssen. Dazu noch ein Basilikum-Limette Dressing und für weniger als fünf Euro war man dann bis spät abends gesättigt. Am nächsten Tag gingen wir nach einem langen Shopping-Trip in ein Mexikanisches Restaurant. Ich habe zuvor noch nie einen reinen Gemüse-Wrap gegessen und ich muss wirklich sagen: er war unglaublich lecker! Was für mich die letzten Wochen eine Qual war, ist mir an diesem Wochenende gar nicht schwer gefallen, genauer gesagt ist es mir gar nicht mehr aufgefallen, dass ich eigentlich auf Fleisch verzichte. Alle vegetarischen Speisen waren so köstlich, dass ich keinerlei Appetit auf Schnitzel und Co. hatte. Nächste Woche möchte mich meine Freundin zum Abendessen einladen, um mir zu zeigen, dass man auch zu Hause Leckeres ohne Fleisch zubereiten kann, da ich das bisher ja noch nicht so wirklich hinbekommen habe. Was es gibt hat sie mir nicht verraten - ich lasse mich also mal überraschen!

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