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Unwetter

Schneechaos in Franken: Gesperrte Zugstrecken, Stromausfälle und zahlreiche Unfälle

Die schweren Schneefälle in Franken haben in der Nacht auf Freitag zahlreiche Unfälle verursacht. Umstürzende Bäume blockierten mehrere Bahnstrecken. Reisende saßen teilweise im Schnee fest.
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Bei Wattendorf im Kreis Bamberg gab es in der Nacht auf Freitag einen Unfall. Auch andernorts in Franken sorgte der Schnee für Probleme. Foto: News5/Merzbach
Bei Wattendorf im Kreis Bamberg gab es in der Nacht auf Freitag einen Unfall. Auch andernorts in Franken sorgte der Schnee für Probleme. Foto: News5/Merzbach
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Schneefall, Glätte und Sturmböen haben in weiten Teilen Bayerns für Behinderungen im Bahnverkehr und zahlreiche Unfälle gesorgt. Vor allem Franken war betroffen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Bayern vor heftigen Schneefällen und teils schweren Sturmböen in der Nacht zu Freitag gewarnt.

Und tatsächlich: Wie die Polizei in Oberfranken am Freitagmorgen mitteilt, verwandelte starker Schneefall am Donnerstagabend ab 20 Uhr "die Straßen binnen weniger Minuten in gefährliche Rutschbahnen und forderte die Räum- und Streudienste sowie die Einsatzkräfte der Polizei." Außerdem hatte es in mehreren Landkreisen Stromausfälle gegeben. Besonders die Oberpfalz war betroffen.

Oberfranken: Schwerpunkte in Bayreuth, Bamberg und Kulmbach

Als besonderer Schwerpunkt kristallisierten sich die Steigungen und Gefällstrecken entlang der A 9 und A 70 in den Landkreisen Bayreuth, Kulmbach und Bamberg heraus. Während es auf den Autobahnen in Hochfranken zu keinen nennenswerten Vorfällen kam, stellte sich die Situation auf der A 9 südlich von Bayreuth vollkommen anders dar.

Immer wieder blieben vor allem Lastwagen und Sattelzüge an den schneeglatten Steigungen des Sophienbergs, des Spänflecker Bergs, in der Bronner Senke und bei Hormersdorf hängen, stellten sich quer, rutschten weg und blockierten die Autobahn. Auch auf der A 70 in Fahrtrichtung Bayreuth kam der Verkehr zwischen 20.00 Uhr und 22.00 Uhr auf der Würgauer Hangbrücke wegen mehrerer querstehender Lastwagen teilweise zum Erliegen.

Auf der A 9 und A 70 ereigneten sich insgesamt 12 Verkehrsunfälle. Zum Glück blieb es bei Blechschäden. In allen Fällen kamen die Fahrzeugführer auf dem schneebedeckten Untergrund von der Fahrbahn ab und blieben am Straßenrand oder an den Leitplanken liegen. Darüber hinaus zählte die Einsatzzentrale bis Mitternacht 89 witterungsbedingte Einsätze. Am am Freitag ist noch mit Behinderungen zu rechnen.

Umgestürzte Bäume: Einschränkungen im Bahnverkehr

Umgestürzte Bäume und Stromausfälle hielten die Einsatzkräfte auf Trab. So musste die Strecke zwischen Nürnberg und Weiden gesperrt werden. Auch zwischen Schweinfurt und Meinigen war zeitweise kein Bahnverkehr möglich. Die Bahn arbeitete nach Aussage einer Sprecherin mit Hochdruck an einer Behebung der Probleme. Einige Streckenabschnitte könne man am Freitag jedoch erst bei Tageslicht endgültig freigeben. Vielerorts beruhigte sich die Lage ab Mitternacht.

Die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Würzburg wurde in der Nacht wieder freigegeben. Es könne jedoch zu weiteren Verspätungen kommen. Die Abschnitte zwischen Nürnberg und Treuchtlingen sowie zwischen Rosenheim und Salzburg blieben zunächst gesperrt. Auch im Regionalverkehr kam es zu massiven Einschränkungen und Streckensperrungen.

In Würzburg wurde der innerstädtische Busverkehr wegen des Wetters aus Sicherheitsgründen für die Nacht eingestellt. Dort strandeten am Abend nach Angaben des Roten Kreuzes auch vier Fernzüge. Hilfsorganisationen versorgten die Reisenden.

Bahnreisende sitzen bei Schneetreiben im Zug fest - A71 gesperrt

Zwischen Nürnberg und Stuttgart hatte am Abend ein IC-Zug im mittelfränkischen Leutershausen auf freier Strecke anhalten müssen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte. Rund 200 Reisende mussten rund eine Stunde ausharren, bevor der Zug zu einem nahen Bahnhof fahren konnte. Grund war ein Baum, der ins Gleis gekracht war.

In allen Teilen des Freistaats mussten die Rettungskräfte zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Ein Abschnitt der A71 aus Thüringen in Richtung Schweinfurt wurde nach einem Unfall mit einem Lastwagen gesperrt. Der Sattelauflieger drohe nach dem Vorfall am Donnerstagabend einen Abhang hinunterzurutschen und müsse geborgen werden, sagte ein Sprecher der Polizei.

Der Streckenabschnitt zwischen dem thüringischen Rentwertshausen (Kreis Schmalkalden-Meiningen) und Mellrichstadt in Unterfranken war in Richtung Schweinfurt komplett gesperrt. Es sei unklar, ob der Fahrer wegen des Wetters oder aus einem anderen Grund von der Fahrbahn abgekommen sei, sagte der Sprecher.

Zahlreiche Einsätze in Unterfranken

Auch die Feuerwehr in Unterfranken berichtet von zahlreichen Einsätzen in der Nacht. Im Zeitraum zwischen 19:00 und 22:30 Uhr waren im Leitstellenbereich 106 Einsätze mit direktem Bezug auf das Unwetter zu verbuchen. Davon betrafen 16 Einsätze die Stadt Würzburg.

Überwiegend mussten von den Feuerwehren blockierte Straßen durch umgestürzte Bäume wieder befahrbar gemacht werden, aber auch zu mehreren Verkehrsunfällen und liegen gebliebenen LKW`s wurden die Feuerwehren zusammen mit Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk alarmiert. Darüber hinaus wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr Würzburg zu einem Betreuungseinsatz am Würzburger Hauptbahnhof hinzugezogen.

Ein Einsatz-Schwerpunkt bildete der Landkreis Main-Spessart. Zeitweise waren dort mehrere Straßen durch Bäume komplett blockiert. Querstehende und ein in den Graben abzurutschen drohender LKW blockierten zusätzlich die Straßen und mussten in Verbindung mit der Feuerwehr freigeschleppt bzw. gesichert werden.

Am Würzburger Hauptbahnhof blieben 4 ICE Züge in Folge der Wetterlage stehen. Für die ca. 1300 Fahrgäste war zunächst unklar wann die Fahrt fortgesetzt werden kann. Um einen möglichen Betreuungseinsatz zu unterstützen, waren ebenfalls Kräfte der Berufsfeuerwehr und der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg im Einsatz. Glücklicherweise konnten die Züge ihre Fahrt gegen 02:00 Uhr fortsetzten.

rowa/mit dpa