Franken
Mückenplage in Deutschland

Mückenplage: Mückenstiche verursachen mehr schwere Infektionen und ernste Krankheiten

Eine anhaltende Mückenplage setzt den Menschen in Deutschland und Bayern derzeit zu. Eine invasive Mückenart hat sich unter die herkömmlichen Tiere gemischt. Es gibt mehr Arztbesuche aufgrund von Stichen. Denn Mückenstiche können ernste Folgen haben.
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Derzeit kursiert wieder eine Mückenplage in Deutschland: Egal ob beim Open-Air-Konzert, dem Sonnenuntergang oder dem WM-Public-Viewing - die Plagegeister sind immer zugegen. Eine invasive Mückenart hat sich unter die herkömmlichen Tiere in Deutschland gemischt. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa
Derzeit kursiert wieder eine Mückenplage in Deutschland: Egal ob beim Open-Air-Konzert, dem Sonnenuntergang oder dem WM-Public-Viewing - die Plagegeister sind immer zugegen. Eine invasive Mückenart hat sich unter die herkömmlichen Tiere in Deutschland gemischt. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa
Schwellungen, Entzündungen, starker Juckreiz - in Deutschland gibt es aktuell eine Mückenplage: Hervorgerufen durch das sommerliche Wetter konnten sich die Mücken gut vermehren. Laut einem Bericht der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) gibt immer mehr Behandlungen wegen entzündeter Mückenstiche.

Denn bei einem Stich können Erreger übertragen werden, die oft die Ursache für starke Schwellungen und schwere Entzündungen sind. Jucken die Stiche und man kratzt sie auf, kann die Entzündung noch schlimmer werden.


Vorsicht, Mückenstich: Mücken übertragen immer häufiger schwere Krankheiten

Keime gelangen unter anderem durch Umweltgifte, die die Mücken aufnehmen, oder durch Bakterien von tierischem Kot in den Körper. Wissenschaftler wiesen hierzulande außerdem vereinzelt Mücken nach, die Borreliose-Erreger sowie das Sindbis-Virus in sich trugen, das Fieber und Gelenkentzündungen auslösen kann.

Außerdem gibt es vermehrt eingeschleppte Exoten, die schwere Krankheiten übertragen können, wie beispielsweise die Asiatische Tigermücke. Sie steht im Verdacht,. Dengue, das Geldfieber- und das Zika-Virus zu übertragen.

"Grund zur Panik besteht trotzdem nicht, da bislang nur wenige Mücken in Deutschland gefährliche Erreger übertragen", sagt Heiko Langer vom KKH-Serviceteam in Bergisch Gladbach.


Durch die wochenlange Trockenheit konnten sich die Mücken stark vermehren


Dennoch sind die Plagegeister gerade jetzt besonders aggressiv und stechfreudig. Die vielerorts wochenlange Trockenheit hat den Wärme liebenden Plagegeistern nichts ausgemacht, sagt Doreen Walther, Mückenexpertin im "Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)" in Müncheberg (Brandenburg). "Auch wenn es nicht viel geregnet hat, Regentonnen, Blumenuntersetzer und auch Tümpel oder Sölle auf Feldern sind nicht ausgetrocknet. Für die Eiablage der Mücken reicht auch wenig Wasser", erklärt sie.

Zudem würden die Wasserreservoirs während der aktuellen, feuchten Witterung aufgefüllt. Ihren Untersuchungen zufolge sind die sogenannten Frühjahrsmücken - also jene, die in Kellern oder auf Dachböden überwintert haben - inzwischen durch. Bei den stechenden Hausmücken schwirre bereits die dritte oder vierte Generation des Jahres umher, schätzt die Biologin.
Brandenburger und Berliner seien von den angriffslustigen Insekten längst nicht so geplagt wie die Menschen in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen oder Thüringen. "Dort hat es deutlich mehr Niederschlag und teilweise sogar Überschwemmungen gegeben - ein Paradies für Mücken", sagt die Wissenschaftlerin.


Mehr Einsendungen für den Mückenatlas



Dass es aktuell viele Mücken gibt, zeige sich auch an der Zahl der Einsendungen für den Mückenatlas. "Wir haben in diesem Jahr bereits gut 1.000 Einsendungen mit rund 3.500 Tieren erhalten", sagt die Mückenexpertin. Das seit 2012 im Aufbau befindliche Portal liefert wertvolle Hinweise auf die Verbreitung der heimischen Stechmückenarten und auf eventuell in Deutschland "zuwandernde" exotische Arten

. Darunter können auch solche sein, die Krankheitserreger auf den Menschen übertragen können. Bereits jetzt sei ersichtlich, dass die sogenannten invasiven, also eingewanderten Arten, von Süddeutschland aus weiter auf dem Vormarsch sind. "Aus Thüringen und Hessen haben wir neue Exemplare der Asiatischen Tigermücke zugeschickt bekommen". Die aus den Tropen stammende Art gilt eigentlich als nicht frostresistent, hat den vergangenen strengen Winter aber offenbar gut überstanden.



So schützt man sich vor Mückenstichen

  • Mückenschutzmittel nutzen
  • Lange Kleidung aus hellem, dicht gewebtem Stoff tragen
  • Keine stark duftenden Deodorants, Parfums und Kosmetika verwenden
  • Fliegengitter an den Fenstern anbringen
  • Vor Auslandsreisen mit einem Arzt über mögliche Gefahren sprechen
  • Bei Schwangerschaften Reisen insbesondere nach Südamerika vermeiden
    tu/dvd/dpa



    Foto: Symbolbild: pixabay.com / buchse12


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