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Impfen

Kommentar: Im Zweifel für den Impfschutz

Soll ich oder soll ich nicht? Das Thema Impfen wird nicht selten zur Glaubensfrage. Die Debatte um Wohl und Wehe nachgeholfener Immunisierung wird teils hitzig geführt. Unser Autor sagt: Im Zweifel ist eine Impfung die erste Wahl.
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Sollen Eltern ihre Kinder impfen lassen? Diese Debatte wird häufig ideologisch geführt.FOMIN SERGEY, Adobe Stock
Sollen Eltern ihre Kinder impfen lassen? Diese Debatte wird häufig ideologisch geführt.FOMIN SERGEY, Adobe Stock

Fast bizarr mutet die nicht endende Diskussion um Wohl und Wehe des Impfens an. Die Mehrheit der Mediziner, Wissenschaftler und Behörden versucht die Deutschen seit Jahren vom Impfen als effektivstes Präventions-Werkzeug zu überzeugen. Gleichzeitig formiert sich vor allem im Netz eine meinungsstarke Minderheit, die, je intensiver Werbe-Kampagnen von offizieller Seite ausgehen, desto vehementer den Verrat an der Mündigkeit des Bürgers wittern.

Es wäre an der Zeit, etwas Emotionalität aus der Debatte zu nehmen. Aber geht das überhaupt? Was, wenn es die eigenen Kinder betrifft? Wenn der Einjährige nach der Kombi-Impfung (Mumps, Masern, Röteln) tagelang niedergeschlagen im Bett liegt? Solange Komplikationen oder gar schwere Schädigungen auftreten können, werden sich Kritiker nicht restlos überzeugen lassen, geschweige denn eine Impfpflicht in Kauf nehmen.

Krank durchs Nicht-Impfen, krank durchs Impfen: Zwei Schicksale aus der Region

Dabei sollte Impfen nicht nur aus dem Bauch, sondern auf Grund reiflicher Überlegungen heraus entschieden werden. Schließlich hat ein Ja oder Nein nicht nur Einfluss auf einen selbst - sondern wie im Falle hochansteckender Krankheiten wie Masern und Windpocken auch auf das Umfeld. Der Ball liegt zuvorderst bei den Ärzten, denn dort holen sich Menschen Rat, wenn es um ihre Gesundheit geht. Leider ersetzen viel zu oft Flyer das Vier-Augen-Gespräch. Wer sich von den Experten nicht verstanden oder gar bevormundet fühlt, verliert das Vertrauen und landet mitunter in den Tiefen verschwörungstheoretischer Internetforen.

Aussagekräftige Studien sind rar. Wer will, liest sich wissenschaftliche Erkenntnisse stets seiner eigenen Meinung gerecht. Eine von allen Zweifeln befreite Wahrheit wird es nie geben. Es ist also eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Nutzt das Impfen den Menschen oder schadet es ihnen eher? Objektiv betrachtet lässt diese Frage im Grunde nur einen Schluss zu: Im Zweifel für den Pieks!

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