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Historische Hitze geht zu Ende: Schon am Nachmittag drohen erste Gewitter in Franken

Es war ein historischer Hitzetag in ganz Deutschland - auch in Bayern wurde der bisherige Hitzerekord geknackt. Der neue Rekordhalter liegt wieder in Franken. Am Freitag ist es nochmal heiß, doch schon im Laufe des Tages rollen die ersten Hitzegewitter an.
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Das Thermometer an der Vertretung der Vereinten Nationen in Bonn zeigt 42 Grad an. Eine neue Hitzewelle bringt Deutschland mit rekordverdächtigen Temperaturen zum Schwitzen. Foto: Oliver Berg/dpa
Das Thermometer an der Vertretung der Vereinten Nationen in Bonn zeigt 42 Grad an. Eine neue Hitzewelle bringt Deutschland mit rekordverdächtigen Temperaturen zum Schwitzen. Foto: Oliver Berg/dpa

Nach einem historischen Hitzetag in Deutschland und Franken am Donnerstag ist am Freitag zumindest leichtes Aufatmen angesagt.

Deutscher Hitzerekord geknackt: Hier war es am Donnerstag am heißesten

Quasi im Stundentakt sind am Donnerstagnachmittag die Hitzerekorde geknackt worden - das dürfte nun erstmal ein Ende haben. Es bleibt zwar auch am Freitag vielerorts in Deutschland hochsommerlich, voraussichtlich soll es aber nicht mehr ganz so heiß werden, wie der Deutsche Wetterdienst prognostizierte. Am heißesten war es am Donnerstag in Lingen: Die Stadt im Emsland stellt nun - zumindest nach vorläufigen Angaben - den deutschen Hitzerekord mit 42,6 Grad.

Dass der bisherige Rekord von 40,3 Grad im fränkischen Kitzingen aus dem Jahr 2015 so deutlich übertroffen wurde und gleich an mehreren Orten höhere Werte erfasst wurden, sorgte auch international für Aufsehen. Die Weltorganisation für Meteorologie twitterte die Werte unter Berufung auf den DWD mit den Worten: "Ein Tag, der Wettergeschichte schreiben wird." Mehr dazu lesen Sie in unserem Hitze-Ticker.

Kitzingen nicht mehr heißeste Stadt Deutschlands: Neuer bayerischer Rekord geht nach Kahl

Auch in Bayern gab es am Donnerstag einen neuen Hitzerekord - erneut geht der Rekord nach Unterfranken. Aber nicht nach Kitzingen wie 2015, sondern nach Kahl am Main im Landkreis Aschaffenburg. In Kahl wurde die Marke nach vorläufigen Ergebnissen mit 40,4 Grad geknackt, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte. Aber auch im restlichen Freistaat schien die Sonne, und die Temperaturen lagen weitgehend über 30 Grad. In Nordbayern zeigten die Thermometer am Donnerstag fast 40 Grad Celsius an.

Am Freitag wird es nochmal heiß in Franken - erste Gewitter rollen an

Für Freitag ist für Bayern noch einmal Sonne pur angekündigt. 32 bis 37 Grad erwarten die Meteorologen vom DWD im Freistaat, am Untermain bis zu 39 Grad. Im Laufe des Nachmittags könnten sich vor allem in Mittelfranken aber schon einzelne Gewitter bilden, meldet der fränkische Wetterexperte Stefan Ochs.

Am Samstag wird es laut Ochs wechselnd bewölkt. Mal scheint die Sonne, mal gibt es Regenschauer und Gewitter. Je nach Sonnenscheindauer werden maximal 28 bis 33 Grad erreicht. Am Sonntag scheint die Sonne nur noch selten. Häufig ist es stark bewölkt oder bedeckt. Es kann einzelne gewittrige Regenfälle geben, wobei die Wettermodelle aber den Niederschlagsschwerpunkt eher in Südostbayern sehen. Maximal werden "nur" noch 26 Grad erreicht. Allerdings wird es unangenehm schwül.

Laut Ochs bestehe am Wochenende Potenzial für extrem hohe Niederschlagsmengen mit lokalen Überflutungen. Konkret ableiten könne man daraus aber nichts. Nicht selten vergehen solche Wetterlagen, ohne dass es irgendwo besonders viel geregnet hätte.

Hitze und Trockenheit bringen Probleme für Schifffahrt und Feuerwehren

Die lange Trockenheit und der fehlende Regen, die mit der Hitze einhergehen, bringen aber auch Probleme mit sich. So befürchtet etwa die Schifffahrt auf der niederbayerischen Donau Einschränkungen. Wegen der fallenden Pegelstände rechnet das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt des Bundes damit, dass Ende der Woche zwischen Straubing und Vilshofen keine Hotelschiffe mehr fahren können.

Nicht nur auf den Flüssen macht sich die Trockenheit bemerkbar. Auch die Sorge um Waldbrände treibt die Behörden um. Die Regierung von Oberbayern ließ deswegen Flugzeuge zur Beobachtung der Wälder in die Luft steigen. Weitere Flüge seien für Freitag geplant, hieß es in einer Mitteilung.

Der fehlende Regen verschärft die Gefahr von Bränden. In mehreren bayerischen Bezirken war die Feuerwehr im Einsatz wegen Flächenbränden, oft hatten landwirtschaftliche Maschinen das Feuer ausgelöst. Besonders heftig war es in Oberfranken, wo die Feuerwehr teils zeitgleich gegen zahlreiche Flächenbrände kämpfen musste. Der DWD wies auf eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr hin, rechnet aber zum Wochenende und zu Beginn der neuen Woche mit Entspannung.

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