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Franken
Polizeieinsätze

Fasching brutal in Franken: Junge trinkt sich in die Kinderklinik, versuchte Tötung in Oberfranken

Zu Fasching kommt es neben dem närrischen Treiben leider auch immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen - auch in Franken. Nicht selten ist dabei Alkohol im Spiel.
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Zu Fasching eskaliert nicht selten die Gewalt. Ein Überblick über die Vorfälle in Franken. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa
Zu Fasching eskaliert nicht selten die Gewalt. Ein Überblick über die Vorfälle in Franken. Symbolfoto: Oliver Berg/dpa

In der närrischen Zeit kommt es - auch alkoholbedingt - nicht selten zu Auseinandersetzungen, Schlägereien und Körperverletzungen. Auch Unfälle sind zu Fasching keine Seltenheit. Fasching in Franken 2020 - hier geht es zu den Bildern und Berichten von den Umzügen.

Was in Franken los war, lesen Sie hier im Überblick:

Oberfranken

Versuchte Tötung nach Faschingsumzug in Oberhaid, Landkreis Bamberg

Nach einer Auseinandersetzung am Samstagabend (22. Februar 2020) in Oberhaid, bei dem ein 26-Jähriger Verletzungen erlitt, bittet die Kriminalpolizei Bamberg um Zeugenhinweise. Kurz vor 20 Uhr geriet der 26 Jahre alte Mann am Dr.-Hau-Platz nach dem Faschingsumzug mit zwei bislang unbekannten Männern in Streit. Die beiden würgten ihr Opfer und verpassten ihm mehrere Faustschläge und Tritte. Anschließend entkamen die Schläger unerkannt.

Kriminalbeamte aus Bamberg haben Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes aufgenommen und suchen Zeugen, die den Übergriff beobachtet haben oder Angaben zu den Tätern machen können. Hinweise nehmen die Kriminalbeamten aus Bamberg unter 0951 9129 491 entgegen.

Mehrere Einsätze in Stadtsteinach, Landkreis Kulmbach

Ein farbenfrohes Spektakel boten sowohl die beteiligten Vereine und Gruppen, als auch eine Vielzahl von Besuchern den Schaulustigen beim traditionellen "Narrentreiben" in der Faschingshochburg Stadtsteinach. Die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion, der Feuerwehr und des Bayerischen Roten Kreuzes beschäftigten bei der größtenteils friedlichen Veranstaltung in erster Linie übermäßig alkoholisierte Narren.

Ein 14-jähriger Junge aus dem Landkreis musste von den Rettungskräften in die Kinderklinik nach Bayreuth gebracht werden. Er ließ sich wegen seiner starken Alkoholisierung nicht beruhigen und nicht behandeln. Deswegen mussten die Polizisten den Jungen in eine Klinik begleiten. Woher der Jugendliche den Alkohol hatte wird zentrale Frage der Ermittlungen der Polizei Stadtsteinach sein.

In den Abendstunden stürzte ein 24-jähriger, stark alkoholisierter Faschingsnarr, in der Hauptstraße ohne Fremdeinwirkung. Als er die Sanitäter die ihm helfen wollten angriff und um sich schlug, nahmen ihn Beamte der Polizeiinspektion in der nahe gelegenen Dienststelle fest. In der Dienststelle konnte der Faschingsnarr dann seinen Rausch ausschlafen. Ihn erwartet jetzt neben strafrechtlichen Ermittlungen auch eine saftige Rechnung für die "Übernachtungskosten".

Mehrere Zwischenfälle auf Faschingsveranstaltung in Schönbrunn

Im Wunsiedeler Ortsteil Schönbrunn kam es bei einer Faschingsveranstaltung auf dem Gelände der Brauerei in der Bayreuther Straße am Samstag (22. Februar) zu gleich vier Körperverletzungen, meldet die Polizeiinspektion Wunsiedel.

Gegen 16.25 Uhr schlug ein 18-jähriger Mann einem 17-Jährigen mit der Faust auf die Nase. Der Grund für diese Körperverletzung lag wohl darin, dass Täter und Opfer mit demselben Mädchen mal befreundet waren. Da der Geschädigte stark alkoholisiert war, konnte er nicht detailliert zur Sache befragt werden. Der Geschädigte wollte sich nicht behandeln lassen. Den genauen Sachverhalt werden die Vernehmungen ergeben.

Zur selben Zeit gerieten zwei Männer in Streit. Ein 21-jähriger Mann und ein 17-jähriger Mann wälzten sich wohl bei ihrem Streit auf dem Boden und verletzten sich an den herumliegenden Scherben jeweils an der linken Hand. Beide kamen ins Krankenhaus, wobei der 17-jährige Mann hierzu gefesselt werden musste, da immer noch gewaltbereit und stark alkoholisiert war.

Gegen 17.11 Uhr kam es zwischen einem 23-jährigen Mann und einem 20-jährigen Mann zu einer weiteren Auseinandersetzung. Der 23-jährige Mann schlug dem 20-Jährigen mit der Faust ins Gesicht, wodurch der Geschädigte starkes Nasenbluten bekam. Eine Behandlung lehnte der Geschädigte ab. Beide Personen waren stark alkoholisiert.

Gegen 17.45 Uhr kam es auf dem Nachhauseweg von besagter Faschingsveranstaltung zu einer weiteren Körperverletzung. Ein 24-Jähriger schlug hierbei einem 18-jährigen Mann ins Gesicht. Hierbei fiel dem Geschädigten noch das Handy eines 23-Jährigen aus der Hand. Da dies dem 23-jährigen Mann nicht gefiel mischte er sich in die Sache ein und wurde ebenfalls ins Gesicht geschlagen. Er wehrte sich und traf hierbei eine 27-jährige Frau, eine 22-Jährige und einen 25-jährigen Mann. Bei allen Beteiligten war Alkohol im Spiel.

Brutaler Raub bei Bayreuther Faschingsumzug

Während des Bayreuther Faschingsumzugs kam es am Sonntagnachmittag (23. Februar 2020) zu einem brutalen Raub: Eine Gruppe von fünf Männern umstellte eine Frau und raubte die 62-Jährige aus. Das Opfer stürzte zu Boden. Einer der Täter Mann griff sich die Geldbörse der Frau und die Gruppe flüchtete in Richtung Schlosskirche.

Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein - bisher ohne Erfolg. Die Kriminalpolizei Bayreuth sucht nun nach den fünf Räubern und bittet die Bevölkerung um Mithilfe.

Mittelfranken

Angriff auf Polizisten in Hemhofen

Auf einer Faschingsfeier in Hemhofen (Landkreis Erlangen-Höchstadt) kam es in der Nacht von Samstag (22. Februar) auf Sonntag (23.) zu einer Schlägerei zwischen mehreren Beteiligten, berichtet die Polizei Höchstadt.

Die Polizisten stellten die Personalien der Schläger fest. Hierbei wurde ein Beamter von einem der Täter geschubst. Als der Mann anschließend festgenommen wurde, versuchten seine Freunde ihn zu befreien. Sie versuchten die Beamten wegzuziehen und beleidigten sie. Ein Polizist wurde bei dem Einsatz leicht verletzt, blieb aber dienstfähig. Zudem wurde die Uniform beschädigt. Die Angreifer erwarten nun mehrere Strafanzeigen.

Unterfranken

Gräfendorf: 78-Jährige rast mit Auto durch absperrte Straße

Gegen 16.20 Uhr wollte eine 78-jährige Autofahrerin am Sonntag in Gräfendorf (Kreis Main-Spessart) trotz Absperrung während der Faschingsveranstaltung in die Straße "Am Forsthaus" einfahren. Aufgrund der sehr flotten Fahrweise gefährdete sie dabei mehrere Jugendliche, die zur Seite springen mussten, um nicht mit dem Opel der Seniorin zusammenzustoßen. Als die Fahrerin durch die Polizeibeamten angehalten und aufgefordert wurde, ihren Motor auszumachen, ignorierte sie dies und wollte dennoch die Fahrt fortsetzen. Letztendlich wurde der Zündschlüssel durch die Polizei abgezogen und die Weiterfahrt unterbunden. Die Frau wird sich wegen Gefährdung des Straßenverkehrs zu verantworten haben und die Führerscheinstelle wird benachrichtigt.

Am Faschingssonntag in Ostheim mit Messer bedroht

In Ostheim von der Rhön im Landkreis Rhön-Grabfeld am es am späten Sonntagabend zu einem handfesten Streit zwischen drei Männern. Im Verlauf der Auseinandersetzung brach einer der drei die Scheibenwischerarme am Auto eines seiner Kontrahenten ab. Danach wurde er mit einem Messer bedroht. Die Polizeiinspektion Mellrichstadt erstattet Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Schweinfurt.

Der Faschingszug verlief weitgehend friedlich, doch auch hier ließen sich Auseinandersetzungen nicht vermeiden. Ein offensichtlich stark unter dem Einfluss von Alkohol stehender Jugendlicher geriet in der Bahnhofstraße mit einem anderen Besucher aneinander. Auf anraten der Sicherheitsleute, er möge doch den Platz verlassen, reagierte der junge Mann nicht. Schließlich musste die Polizei eingreifen und den aggressiven jugendlichen in Gewahrsam nehmen und gefesselt zur Dienststelle bringen. Er konnte, nachdem er sich beruhigt hatte, an seine Eltern übergeben werden.

Ein anderer junger Mann schlug auf seinen Kontrahenten ein, da er der Meinung war, dieser würde sich an seine Freundin heranmachen würde. Der Verletzte klagte über Schmerzen am Ohr.

Wohl schon längere Zeit schwelte ein Streit zwischen zwei Jugendlichen, die in einer Parkanlage aufeinander trafen. Der eine schubste den anderen zu Boden, wo er ihm anschließend mit der flachen Hand ins Gesicht schlug. Abschürfungen im Rückenbereich und eine rote Backe waren die Folgen für den Geschädigten.

Ein weiterer Verletzter fiel den Ordnungshütern auf, denn er blutete aus Platzwunden an Stirn und Kinn. Er lehnte jedoch eine ärztliche Versorgung ab und wollte auch nicht die Ursache seiner Verletzung nennen. Da jedoch die Verletzung möglicherweise durch eine Straftat verursacht worden war, wurde ihm die Möglichkeit gegeben, dies entsprechend zu einem späteren Zeitpunkt anzuzeigen.

Im Bereich der BayWa-Tankstelle fiel den Beamten ein Mann durch sein Verhalten auf. Ihm wurde ein Platzverweis erteilt. Das akzeptierte der Mann jedoch nicht. Daher musste er auf die Polizeistelle gebracht werden. Als der Mann durchsucht wurde, wurde in seinem Rucksack eine geringe Menge Cannabis gefunden. Eine Anzeige folgt.

Polizei bei Würzburger Faschingszug mit Bierdose beworfen

Die Polizei Würzburg-Stadt bitten Zeugen um Hinweise eines Vorfalls beim Würzburger Faschingszug am Sonntagnachmittag (23. Februar 2020). Im Rahmen des Zuges kam es zu einem Angriff auf ein Polizeifahrzeug, welches den Umzug nach hinten absicherte. Hierbei wurde aus einem Gebäude der Schönbornstraße eine Bierdose in das geöffnete Seitenfenster des Streifenwagens geworfen. Polizeibeamte wurden glücklicherweise nicht verletzt. Das Dienstfahrzeug wurde leicht beschädigt. Zwei mögliche Tatverdächtige wurden ermittelt. Zeugen werden gebeten, sich mit der PI Würzburg-Stadt unter 0931 457 2230 in Verbindung zu setzen.

Laut Veranstalter nahmen an dem Umzug ca. 3000 Aktive in 128 Gruppen mit 49 Motivwagen teil. Die Teilnehmer feierten mit ca. 70.000 Personen an der Umzugsstrecke. Im Bereich des Jugendschutzes wurden mehrere Jugendliche mit teils erheblicher Alkoholisierung festgestellt. Den bislang bekannten Spitzenwert erbrachte ein Duo mit 15 bzw. 16 Jahren, das es auf einen Alkoholwert von ca. zwei Promille brachte. Sie wurden ihren Eltern übergeben. Auch zwei 15-Jährige und ein 14-jähriges Mädchen im Bereich von einem Promille wurden in Gewahrsam genommen und ihren Eltern übergeben. Ein weiterer alkoholisierter Jugendlicher musste mit einem Krankenwagen zur Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Auch wurden mehrere Körperverletzungsdelikte aufgenommen. Unter anderem wurde der Eigentümer eines Grundstückes in Aufzugsnähe durch einen "Narren" nach einem Hausverbot mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Weiterhin kam es im Rahmen einer Auseinandersetzung zwischen mindestens drei Personen zu wechselseitigen Körperverletzungsdelikten, wobei nach ersten Ermittlungen einem der beteiligten am Boden liegend gegen den Kopf getreten wurde. Der Täter wurde vorläufig festgenommen und der Sachverhalt der Staatsanwaltschaft Würzburg zur weiteren Entscheidung vorgetragen

Vier Körperverletzungen bei Fasching in Heustreu

Bei einer Faschingsveranstaltung nach dem Umzug in Heustreu (Landkreis Rhön-Grabfeld) am Festplatz kam es laut Polizei Bad Neustadt zu mehreren Fällen von Körperverletzung.

Zwei junge Männer wurden gegen 16.55 Uhr am Rande der Faschingsveranstaltung von einer Streifenbesatzung im Rahmen einer körperlichen Auseinandersetzung angetroffen. Ein 19-Jähriger erlitt dabei eine Platzwunde unter dem rechten Auge. Sein 26-jähriger Kontrahent blieb augenscheinlich unverletzt. Beide Beteiligte waren deutlich alkoholisiert.

Kurz darauf der nächste Einsatz für die Polizei: Reichlich Alkohol war wohl dafür verantwortlich, dass sich ein 25-jähriger und ein 20-jähriger Mann zunächst umherschubsten. Im weiteren Verlauf gab es dann noch Ohrfeigen.

Nur Minuten später wurde eine 17-jährige Jugendliche im Festzelt von einem bislang unbekannten Mann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen. Die alkoholisierte Geschädigte klagte über Schmerzen in der linken Gesichtshälfte. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Bad Neustadt in Verbindung zu setzen, Telefon: 09771/6060.

Um 18.35 Uhr schließlich verletzte eine stark alkoholisierte 16-Jährige eine 29-jährige Festbesucherin durch einen Kniestoß gegen deren Kopf. Die Geschädigte erlitt eine Platzwunde und musste vom anwesenden Rettungsdienst behandelt werden. Die Jugendliche wurde in Gewahrsam genommen und später in die Obhut einer Vertrauensperson gegeben.

Körperverletzung beim Altweiberfasching in Bad Neustadt/Saale

Wie die Polizei Bad Neustadt an der Saale berichtet, kam es während des Altweiberfaschings im Festzelt zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei jungen Männern. Ein 29-Jähriger versetzte seinem Kontrahenten einen Faustschlag ins Gesicht. Hierdurch erlitt der 21-jährige Geschädigte eine Platzwunde an der Oberlippe.

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