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Akute Waldbrandgefahr am Samstag: Höchste Warnstufe für Franken

Die Waldbrandgefahr in Franken steigt am Wochenende massiv an. Für zahlreiche Gebiete in der Region besteht ein hohes Risiko. Behörden und Wetterdienst warnen und geben Verhaltenstipps.
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  • Erhöhte Waldbrandgefahr in Franken
  • Erneut warnt der Wetterdienst
  • Feuerwehren in Alarmbereitschaft

Waldbrandgefahr am Wochenende - Wetterdienst warnt für Franken

Die Waldbrandgefahr am Samstag (6. Juli 2019) ist enorm hoch, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilt. Der Norden Bayerns ist besonders gefährdet, wie eine Karte zeigt. Für Ober-, Mittel- sowie Unterfranken gilt die höchste Warnstufe: 5 von 5. In ganz Franken wurden für Samstag Beobachtungsflüge angeordnet. Die Luftrettungsstaffel soll mögliche Brandherde frühzeitig erkennen, so dass geeignete Maßnahmen eingeleitet werden können, wie die Regierung von Oberfranken mitteilt.

Angaben verschiedener Behörden zu folge sind insbesondere lichte Kiefernbestände und Wälder in Ballungsgebieten in Gefahr. In Nürnberg ist es bereits am Donnerstag wegen anhaltender Trockenheit zu einem Waldbrand enormen Ausmaßes gekommen: 10.000 Quadratmeter standen in Flammen.

Brandgefahr in Wäldern: Behörden appellieren an Bevölkerung

Die Regierungen von Ober-, Mittel- und Unterfranken appellieren an die fränkische Bevölkerung das Risiko für Waldbrände in der Region nicht unnötig zu erhöhen. Folgende Tipps sollten beachtet werden:

  • Waldbrände unverzüglich über die Notrufnummer 112 melden.
  • Rauchverbot einhalten: Das Rauchen im Wald ist vom 1. März bis zum 31. Oktober verboten.
  • Kein Feuer und kein Grillfeuer im Wald entzünden
  • Keine brennenden Zigaretten aus dem Auto werfen
  • Fahrzeuge wegen der heißen Katalysatoren keinesfalls auf leicht entzündbarem Untergrund parken.
  • Landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge nicht auf Wiesen und Waldwegen abstellen
  • Müll vermeiden: Weggeworfene Glasflaschen, Folien, Feuerzeuge oder Dosen, die chemisch verarbeit wurden, können zu Brandherden werden.
Bereits vor Wochen bestand enorme Waldbrandgefahr in sämtlichen Gebieten Frankens. Damals warnte die Feuerwehr vor den Gefahren. Ganzen Waldabschnitten fehlt Wasser: Nicht nur Bodengewächse, wie Sträucher oder Büsche, sondern auch Bäume sind anfällig für Waldbrände. Auch der Deutsche Forstwirtschaftsrat hat in letzter Zeit vor der erhöhten Gefahrenstufe gewarnt.

Zu wenig Kapazität? Experten sehen Behörden unvorbereitet bei Waldbränden

Das weltweit anerkannte "Global Fire Monitoring Center" (GFMC) wirft den deutschen Behörden vor, nicht ausreichend Kapazitäten für potenzielle Waldbrände vorgesehen zu haben. Dem ARD-Magazin Report Mainz liegt ein entsprechendes Schreiben des Zentrums an den Deutschen Bundestag vor, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.

"Im Hinblick auf Ausrüstung, Ausbildung, taktisches Wissen bei der Bekämpfung von Landschaftsbränden sind wir nicht richtig aufgestellt", sagte Johann Goldammer, Leiter des GFMC im ARD-Interview. Den meisten Feuerwehren fehle spezifische Ausstattung. Nur ein geringer Anteil der Rettungskräfte verfüge über geländegängige Fahrzeuge. Zudem mangle es an leichter Schutzkleidung, die für den Aufenthalt mit hohen Außentemperaturen im längere Zeit, geeignet sind.

Goldammer legt den Finger auch beim Thema Ausbildung in die Wunde. Die Feuerwehren in Deutschland seien nicht ausreichen für Wald- sowie Landschaftsbrände ausgebildet. Dieses Thema komme an Feuerwehrschulen zu kurz. Der GFMC fordert die Bundesländer auf, mehr Ressourcen darin zu investieren: Katastrophenschutz ist Ländersache und so solle sich beispielsweise Bayern für Waldbrände rüsten.

Seehofer gesteht Mängel: "Wir sind noch nicht gut genug"

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) reagierte auf die harsche Kritik aus den Reihen der Experten mit Verständnis. Er räumte im Gespräch mit Report Mainz ein, dass man nicht gut genug vorbereitet sei: "Wir werden in den nächsten Monaten eine Strategie entwickeln, dass wir die verschiedenen Beteiligten mit ihren Verantwortlichkeiten so zusammenführen, dass wir in absehbarer Zeit sagen können, wir sind hier als Bundesrepublik Deutschland gut. Ich habe ausdrücklich gesagt: Wir sind noch nicht gut genug."

Wetter am Samstag: 30 Grad und Wind

Sehr warme Luft strömt am Samstag nach Franken. Der fränkische Wetterexperte Stefan Ochs erwartet Temperaturen rund um 30 Grad Celsius. In Kombination mit dem Wind "wären Brände unbeherrschbar", so der Experte. Deshalb ruft auch er dazu auf, die Tipps der Behörden zu beachten und beispielsweise keine Zigaretten im Wald wegzuwerfen.

Verschiedene Wettermodelle erwarten, dass es bis Mittwoch nicht regnen soll. Das heißt, die Trockenheit der fränkischen Wälder steigt weiter an.

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