Selb
Naturgewalt

Oberfranken: Erdbeben der Stärke 4,2 - Augenzeugen hören einen lauten Knall

Immer wieder hat die Erde in den letzten Wochen in Oberfranken gebebt. Nun zeigte der Wert 4,2 auf der Richterskala. Vor allem in Selb war von der Erderschütterung was zu spüren.
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Erdbeben in Franken sind nicht so ungewöhnlich, wie manch einer denken würde. Symbolbild, Foto: Kaffee/pixabay
Erdbeben in Franken sind nicht so ungewöhnlich, wie manch einer denken würde. Symbolbild, Foto: Kaffee/pixabay


Ein Erdbeben der Stärke 4,2 hat am Montagabend das Vogtland erschüttert. Das geht aus den Daten des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam hervor. Das Epizentrum befand sich demnach im Nordwesten Tschechiens bei Luby (Schönbach), knapp 20 Kilometer nördlich von Cheb (Eger). Es war der bisher stärkste Ausschlag eines seit 10. Mai in der Grenzregion zwischen Sachsen, Tschechien und Bayern stattfindenden Schwarmbebens. Dabei treten in dichter zeitlicher Reihenfolge kleine Erdstöße im gleichen Herdgebiet auf. Die tschechische Erdbebenwarte gab die Stärke des Bebens um 23.04 Uhr zunächst nur mit 4,1 auf der Richterskala an.

Über Schäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. "Ich habe Fernsehen geschaut und plötzlich gespürt, wie sich auf einmal das Sofa bewegt, außerdem war draußen ein Knall zu hören", sagte ein Augenzeuge aus der Region um Karlsbad dem tschechischen Rundfunk. Andere berichteten, dass die Gläser im Schrank geklirrt hätten und Haustiere unruhig geworden seien. Die stärksten Erdbeben gab es in der Region Mitte der 1980er-Jahre. Damals erreichten sie eine Stärke von 4,6 auf der Richterskala, Schornsteine fielen ein.

Das Erdbeben mit Zentrum in Tschechien war auch im Nordosten Bayerns deutlich zu spüren. Man habe etwa 150 Meldungen aus der Bevölkerung bekommen - überwiegend aus dem Raum Selb in Oberfranken und Waldsassen in der Oberpfalz, sagte Joachim Wassermann, Leiter der Abteilung Seismologie des Geophysikalischen Observatoriums in Fürstenfeldbruck, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.


Erdbeben im Vogtland: Alle zwei bis drei Jahre gibt es Schwarmbeben



Das Vogtland taucht in der letzten Zeit immer häufiger auf der Liste der aktuelle Erdbebenmeldungen des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam (kurz GFZ) zwischen den Santa Cruz Islands, Madagaskar oder auch den Tonga Islands auf. Das Vogtland ist ein Grenzgebiet von Bayern, Sachsen, Thüringen und Böhmen. Alle zwei bis drei Jahre kommt es zu solchen Schwarmbeben im "Egergraben", der in Böhmen bei Cheb beginnt und bei Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel endet.

Mögliche Erklärung für die Erschütterung der Erde: Kohlendioxid- und Wasserblasen, die aus dem Erdinnern nach oben steigen. Und das kann in der kommenden Zeit noch öfter vorkommen.

Übrigens: Das stärkste Erdbeben mit einem Wert von 9,5 auf der Richterskala gab es 1960 in Chile - damals wurde ein 25 Meter hoher Tsunami ausgelöst. Über 1600 Menschen starben. Erdbeben mit der Stärke 3 ereignen sich weltweit etwa 130.000 Mal im Jahr, heißt es bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Aktuelle Informationen gibt es auch beim Erdbebendienst Bayern der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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