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Kommentar

Die Gefahr ist real: Gebt den Wolf zum Abschuss frei!

Der Wolf ist ein wildes Tier. Große Teile Deutschlands dagegen vom Menschen geprägte Kulturlandschaft. Weitläufige Natur? Fehlanzeige. Der Wolf führt daher in Deutschland zu Problemen. Deshalb sollte er bejagt werden.
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Der Kommentator ist der Meinung, dass die deutsche Wolfspopulation eingedämmt werden sollte. Symbolbild: Carsten Rehder/dpa
Der Kommentator ist der Meinung, dass die deutsche Wolfspopulation eingedämmt werden sollte. Symbolbild: Carsten Rehder/dpa

Der Wolf in Deutschland muss bejagt werden. Weder ist das wilde Tier gleichzusetzen mit der wilden Natur, noch ist der Wolf ein Indikator für ein funktionierendes Ökosystem. Denn beim Wolf handelt es sich um einen Generalisten, der sich an sein Umfeld anpasst - und das führt die Wolfsmanagementpläne ad absurdum.

Die Managementpläne greifen nicht

Das zeigt sich besonders im Bereich seiner Beute. Der Wolf zählt zu den Nahrungsopportunisten, das heißt, dass er sich bei der Jagd an die Beute hält, die sich am einfachsten erlegen lässt. In einer Kulturlandschaft ist das vor allem das eingezäunte Weidevieh. Der Blick zu europäischen Nachbarn zeigt: Beutegreifer machen weder vor Herdenschutzhunden noch vor Zäunen halt.

Auch die Vergrämung ist keine Lösung. Das zeigt der Fall eines berüchtigten Beutegreifers. Der Bär "Bruno" riss in Südbayern Schafe. Beim Riss selbst gab es keine Konsequenzen für das Tier. Erst als der Beutegreifer zum zweiten Mal zum Kadaver zurückkehrte um zu fressen, wurde er mit Gummigeschossen beschossen.

Die Folge: Das Tier lernte, dass das Reißen von Beute in Ordnung ist, wenn es danach nicht mehr zum Kadaver zurückkommt. Statt seinen Hunger länger an einem gerissenen Beutetier zu stillen, riss der Beutegreifer mehr und mehr Tiere und fraß lediglich einmal an der Beute. Brunos Ende ist bekannt. Die Managementpläne greifen bei großen Raubtieren also nicht. Eingeschritten werden darf erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Es ist Zeit für eine Strategie

Blickt man in Statistiken des Naturschutzbundes Deutschlands (NABU) zum Wolfs-Monitoring , dann zeigt sich, dass Handlungsbedarf herrscht. Denn die Wolfsrudel in Deutschland nehmen zu. Im Zeitraum 2017/2018 erfasste der NABU 73 Rudel. Außerdem wurden 30 Paare und drei Einzeltiere gezählt.

Das Problem an der wachsenden Population: Deutschland ist dicht besiedelt. Es gibt wenig Räume, in denen das Tier leben kann, ohne auf den Mensch zu stoßen. Vergleiche mit dem weitgehend unbesiedeltem Yellowstone-Nationalpark eignen sich daher nicht, um die Anwesenheit des Wolfs als natürlichen Jäger zu rechtfertigen. Konflikte zwischen Mensch und Tier sind in Deutschland durch die Nähe vorprogrammiert.

Das Tier verliert seine Scheu vor dem Menschen. Die Folge: Wölfe dringen in menschliche Siedlungen vor. Stößt ein Wolf dabei auf eine leicht zu erschließende Nahrungsquelle, merkt sich das Tier das. Das positive Erlebnis gibt der Wolf an seine Jungen weiter. Konsequenzen muss der Wolf bei seinen Besuchen nicht befürchten. Es ist niemand in der Nähe, der einschreitet. Der Wolf kommt also wieder.

Gefährlicher Speichel

Dahinter verbirgt sich eine große Gefahr, denn die deutsche Wolfspopulation ist aus Osteuropa eingewandert. Dadurch kann Tollwut eingeschleppt werden. Ein Biss ist zur Übertragung nicht notwendig, denn der Übertragungsweg läuft über den Speichel eines infizierten Tiers. Dass die Gefahr real ist, zeigen Meldungen der Weltgesundheits-Behörde (WHO): In Osteuropa gilt Tollwut als sehr verbreitet.

Ein weiteres Risiko, das durch die Nähe zum Menschen hervorgeht, ist die Hybridisierung. Dazu kommt es, wenn sich ein freilaufender Hund mit einem Wolf paart. Dabei entstehen Mischlinge, die zur Hälfte Hund und zur Hälfte ein wildes Tier sind. Es lässt sich nicht vorhersagen, wie ein Wolfshybrid gegenüber einem Menschen reagiert.

Aktuelle Debatte in Unterfranken

Die Debatte um die Hybridisierung ist real. Das zeigt ein Fall aus der bayerischen Rhön. Dort gibt es laut dem Landratsamt Rhön-Grabfeld einen freilaufenden wolfsähnlichen Hund, der bereits eine Schafherde angefallen hat. Außerdem ist in der Rhön eine Fähe - ein weiblicher Wolf - ansässig. Es könnte also zur Hybridisierung kommen.

Was also tun? Der Blick zu den europäischen Nachbarn hilft. In Frankreich gilt eine Bestandsregulierung. Jährlich legen Behörden dort eine Quote an Tieren fest, die aus dem Rudel geschossen werden dürfen. Was dahinter steckt, ist unter anderem Konditionierung.

Schießt ein Jäger einen Wolf aus dem Rudel, verinnerlicht das Wolfsrudel, dass vom Menschen Gefahr ausgeht. Denn auch negative Erfahrungen tradieren Wölfe untereinander. Die Folge: Die Population ist stabil und der Wolf hält sich durch die Bejagung vom Menschen fern.

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