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Bevölkerungswandel in Franken: Diese Regionen sind heiß begehrt

Manche Regionen in Franken boomen, manche machen einen eher verschlafenen Eindruck. Wie ist das Alter der Bevölkerung in Ober-, Unter- und Mittelfranken? Wer wohnt wo? Ein anschaulicher Überblick.
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Happy family: mother, father, children son and daughter on sunset
Wo leben die Leute in Franken? Welche Regionen sind beliebt und wo sind die jungen Leute? Ein Überblick. Symbolbilder: JenkoAtaman/Adobe Stock Foto: Familie, Mutter, Vater, Kind, Wiese Symbolbilder: JenkoAtaman/Adobe Stock (273839757)

Bevölkerung in Franken: Erst Anfang des Jahres hat das Landesamt für Statistik Bevölkerungsprognosen für das Jahr 2038 veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass die Einwohnerzahl grundsätzlich steigt – lediglich für Unter- und Oberfranken wurde ein Rückgang vorhergesagt.

Das Stadt-Land-Gefälle und der Bevölkerungswandel beschäftigt die Politik schon seit langem. Gerade einige oberfränkische Landkreise haben mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen und versuchen händeringend dem entgegenzuwirken. Um die aktuelle Lage in Franken zu verstehen, haben wir uns die aktuellen Zahlen einmal näher angeschaut.

Wohin wollen die Leute? Entwicklung der letzten 30 Jahre

Um zu verstehen, wie sich die Zahl der Einwohner in den letzten Jahren verändert hat, lohnt es sich in die Vergangenheit zu blicken. Im Vergleich der Einwohnerzahlen aus dem Jahr 1987 und 2018 kann man deutlich erkennen, wohin die Leute in Franken wollen und wo sie wegziehen: 

Mittelfranken stark im Trend: Alleine durch die Betrachtung der Farbgebung lassen sich klare Trends erkennen. In Unterfranken, größtenteils hellblau oder grünlich, ist die Bevölkerungszahl relativ gleichbleibend. In Mittelfranken steigt die Zahl – gerade Fürth und der Landkreis Erlangen-Höchstadt sind stark im Trend. Zu kämpfen haben die oberfränkischen Landkreise Kronach, Hof und Wunsiedel, wo die Bevölkerung stark abnimmt.

Gründe hierfür gibt es zahlreiche: Von wirtschaftlichen Vorteilen, dem Angebot an Freizeitangeboten oder auch der Nähe zu einer Stadt sind nur wenige Beispiele, weshalb manche Regionen beliebter sind als andere. Wichtig ist natürlich auch die Altersverteilung der Bevölkerung.

Altes Oberfranken – normales Mittelfranken

Nicht nur die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, sondern auch der Blick in aktuelle Daten ist interessant: Dabei zeigen sich Ähnlichkeiten mit den eben genannten Daten. Mittelfranken liegt hier jedoch ganz im bayrischen Altersdurchschnitt. Ober- und Unterfranken sind hingegen im Alter deutlich beliebter.

Die gestrichelte Linie des Diagramms oben zeigt den bayernweiten Durchschnitt, mit dem man die anderen Linien vergleichen sollte. Dabei zeigt sich, dass Ober- und Unterfranken einige Ausreißer zeigen: So leben in den Altersklassen von 20- bis 50-Jährigen unterdurchschnittlich viele in den Regionen. Im Alter, also alle Über-50-Jährigen, leben dort jedoch überdurchschnittlich viele Menschen.

Aber Achtung bei der Interpretation der Daten: Dass die Linie in den jüngeren Altersgruppen so niedrig ist, liegt daran, dass die Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik hier kleinteiliger unterteilt werden. Ebenso ist es bei den Daten der älteren Generationen: Hier werden alle Menschen ab 65 anders zusammengefasst, weshalb die Kurve so stark steigt.

Wo wollen die Menschen leben?

Auch auf der Karte lässt sich dieses Phänomen deutlich erkennen. Hier sieht man, wo die Anzahl der über-65-Jährigen Bevölkerung in Franken besonders hoch ist:

Die jüngere Generation, also alle unter-18-Jährigen, lebt jedoch ebenfalls eher nicht in Oberfranken, wie die Karte zeigt. Besonders interessant ist hier der Blick auf die Städte Bamberg, Bayreuth, Würzburg und Coburg, in denen die Anzahl der jungen Leute scheinbar gering ist. Das könnte ein Hinweis dafür sein, dass Familien mit jüngeren Kindern lieber auf dem Land, als direkt in der Stadt wohnen:

Diese Vermutung ist besonders naheliegend, wenn man die Altersverteilung in den größten fränkischen Städten betrachtet. Hier sind besonders viele Menschen im Alter von 20 bis 35, was einerseits an den Universitäten, aber auch den Arbeitsplätzen in den Städten liegen kann:

Dass die Anzahl der älteren Menschen hier ebenfalls steigt, liegt einerseits daran, dass die erfassten Daten hier wieder anders zusammengefasst werden, als in den vorangegangen Altersgruppen, aber sicherlich auch daran, dass das Leben in der Stadt für ältere Menschen die Mobilität erleichtert.