Redaktionsfasten

Aller Anfang ist schwer - So läuft's beim Fasten

Die fünf Redakteurinnen von Franken Aktuell starteten mit ganz unterschiedlichen Vorsätzen in die Fastenzeit - hier berichten sie, wie es ihnen in der ersten Fastenwoche ergangen ist
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Redakteurinnen (von links) Jessica Rohrbach, Nina Grötsch, Nadine Nüsslein, Lisa Faber und Jessica Rus starteten  mit verschiedenen Vorsätzen in die Fastenzeit.Lukas Pitule
Die Redakteurinnen (von links) Jessica Rohrbach, Nina Grötsch, Nadine Nüsslein, Lisa Faber und Jessica Rus starteten mit verschiedenen Vorsätzen in die Fastenzeit.Lukas Pitule
+5 Bilder

Nadine Nüsslein (Zucker-Fasten): Dass es so schwer wird - wohlgemerkt bereits am ersten Tag - hatte ich nicht gedacht. Schon am Aschermittwoch nach dem Salat in der Mittagspause kam der sprichwörtliche kleine Hunger auf etwas Süßes. Jetzt eine Praline zum Kaffee oder ein Stückchen Kuchen... Nein! "Nadine, du bleibst standhaft", lautete meine Parole. Jedoch verschlechterte sich damit auch schlagartig meine Laune. Nach langem Überlegen, ob ich mir einen zuckerfreien Bonbon gönnen könne, wurde es mir schlicht und einfach zu blöd und ich aß eine Banane. Geht doch! Anscheinend macht Zuckerentzug stark - nur an meinen Stimmungsschwankungen kann ich nach Woche eins definitiv noch arbeiten!

Lisa Faber (Plastik-Fasten): Unser Alltag ist voll von Plastik und das merkt man erst so wirklich, wenn man darauf verzichten will. Die größte Herausforderung ist alles, was ich vorher in Frischhaltefolie eingepackt habe. Das letzte bisschen Schinken zum Beispiel, die angeschnittene Salatgurke oder den Rest vom Parmesan. Das alles wandert von nun an in wiederverwertbare Plastikboxen, die sich dann im Kühlschrank stapeln. Doch auch der Einkauf ist eine Herausforderung: Die Salatgurken sind in Folie eingeschweißt, die Weintrauben liegen in einer Plastikbox und auch Joghurt und Sahne findet man meist in Plastikbehältern. Auch wenn ich vorher schon versucht habe zum Beispiel auf Kunststoff-Wasserflaschen zu verzichten, ist das Plastik-Fasten wirklich hart. Diese Woche werde ich wohl erstmal auf den Markt gehen und mich mit leckerem und vor allem plastikfreiem Obst und Gemüse eindecken. Und für die Frischhaltefolie findet sich sicher auch noch eine umweltfreundliche Alternative, die nicht den ganzen Kühlschrank blockiert.

Jessica Rohrbach (Intervall-Fasten): Vor einer Woche habe ich mich ins Experiment Intervallfasten gestürzt. Ich habe mich für die Variante 16:8 entschieden, denn es hörte sich für mich recht praktikabel an. 16 Stunden am Tag isst man dabei nichts, in den restlichen acht Stunden dafür normal. Neben dem erhofften Abnehm-Effekt soll Intervallfasten aber vor allem die Blutzucker- und -fettwerte senken und damit zur Herzgesundheit beitragen. Der Fastenstart verlief ganz gut, denn: Frühstück weglassen, das kann ich. Erst seit wenigen Jahren frühstücke ich überhaupt wieder was - damit mein Mann morgens nicht allein am Küchentisch sitzt. Darauf wieder zu verzichten, fällt mir nicht besonders schwer. Aber ohne die gewohnten Snacks bis zum Mittagessen auszuharren ist eine echte Herausforderung und strapaziert auch ganz schön meine Nerven. Durchhalten ist angesagt und nicht immer nur ans Essen denken. Viel trinken und mich tagsüber mit Arbeit vom Hunger und abends mit Schlaf von den Schoki- und Knabberzeug-Gelüsten ablenken funktioniert zumindest ganz gut.

Nina Grötsch (Ausschlaf-Fasten): Es war ein gemeiner Start: Statt um sechs klingelte mein Wecker am Aschermittwoch schon um fünf. Abfahrt Skiurlaub! (Habe ich eigentlich ein Stundenkonto, das sich nun nach Tag 1 schon im Plus befindet?) Zugegeben, um 6 Uhr aufzustehen war nicht gerade das Beste am Urlaub - selbst der Sonnenaufgang hinter den Bergen entlockte mir nur ein Gähnen. Immerhin war Verlass auf meine zweijährige Nichte, deren Schlafbedarf etwa zeitgleich mit meinem gedeckt war und die mir gleich noch ihren Papa als Küchenhelfer opferte. Um 7 Uhr wartete in unserem Appartement ein reich gefüllter Frühstückstisch mit Rührei und Bacon, Müsli und weiteren Schmankerl auf stolze 15 "Langschläfer". Natürlich hätte ich kurz darauf die Erste auf der Piste sein können, doch konnte ich meine Euphorie für Frühsport zum Glück zügeln. Wer weiß, wie ausgepowert ich sonst gewesen wäre, wo ich auch so schon um 20 Uhr herum eine leichte Bettschwere verspürte. In zwei Wochen fahre ich übrigens mit sieben Freundinnen auf ein Mädelswochenende. Dort ist Frühstück inklusive. Was mir wohl da einfällt? Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wer freiwillig mit mir ins Zimmer geht...

Jessica Rus (Fleisch-Fasten): Bye-Bye Burger und Tschüss Schinken. Fleischverzicht ist angesagt! Verabschiedet habe ich mich letzte Woche aber erst mal mit einem "Auf Wiedersehen". So wirklich ist dieser "Veggie-Gedanke" nämlich noch nicht in meinem Kopf angekommen. Im Sommer lieber Grillgemüse als ein saftiges Steak aufs Rost? Nein, so weit bin ich noch lange nicht. Und wieder wird mir klar, wie hart diese fleischlosen Tage bis Ostern wohl noch werden.

Bewusst entschied ich mich letzte Woche für einen Salat in der Mittagspause. Vor dem Kühlregal im Discounter hatte ich die Wahl zwischen Salatcups mit Hähnchen, Schinken oder Thunfisch. Fisch mag ich nicht und die anderen zwei darf ich nicht. Toll. Für mich gab's dann einen Teller Suppe. Bei der Rauchentwöhnung sollen ja auch die ersten Tage die schlimmsten sein, danach geht's "bergauf". Für meinen Aufstieg brauch ich allerdings dringend noch einen kleinen "Motivations-Schubser". In meinem Obst- und Gemüsekorb zuhause werde ich den aber eher nicht finden... Das wird auf jeden Fall noch eine harte Reise!

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.