Poxdorf
Jubiläum

Zwiebeltag beim Obst- und Gartenbauverein Poxdorf: Alles dreht sich um die Zwiebel

Mit einem Zwiebeltag hat der Obst- und Gartenbauverein Poxdorf sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Die Besucher konnten am Sonntag nicht nur Wissenswertes rund um die verschiedenen Zwiebelarten erfahren, sondern auch mit Zwiebel-Gerichten erschmecken.
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Auf langen Tischen in der Mitte des Raumes hat der Obst- und Gartenbauverein mehr als 100 Zwiebelsorten präsentiert. Dagmar Niemann
Auf langen Tischen in der Mitte des Raumes hat der Obst- und Gartenbauverein mehr als 100 Zwiebelsorten präsentiert. Dagmar Niemann

Am Sonntag hat der Obst- und Gartenbauverein Poxdorf sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Alfons Bischof, der Vorsitzende des Vereins, hatte deshalb 42 Gründungsmitglieder zu einem Empfang in die Aula der Schule geladen. Nach einer kurzen Begrüßung nahm er die Anwesenden zu einer Zeitreise in die Vergangenheit mit.

Gestützt auf an die Wand projizierte Fotos von Zeitungsausschnitten und Ereignissen ließ Bischof die Geschichte des Vereins Revue passieren: Angefangen mit der am 15. Juli 1994 erfolgten Gründung bis zum diesjährigen Zwiebeltag, mit dem das Jubiläum gebührend gefeiert werden sollte.

Auch die Aktionen für Kinder fanden Erwähnung, wie beispielsweise das Apfelsaftpressen, der Wettbewerb "Wer hat die größte Sonnenblume?" oder die Aufführung des Theaterstückes "Willi, die Wühlmaus".

Eine Ausstellung für jede Pflanze

Auch die einer bestimmten Pflanze gewidmeten Ausstellungen wurden nicht vergessen: So hatte es einen Apfeltag, einen Kürbistag, einen Kräutertag, einen Kartoffeltag, einen Tomatentag und einen Chilitag gegeben - und heuer nun gab es den Zwiebeltag. Hinter den Pflanzen-Ausstellungen steckt die Idee, die riesige Sortenvielfalt vor Augen zu führen und dazu anzuregen, im eigenen Garten oder auch nur beim Einkauf experimentierfreudig zu sein und bisher eher unbekannte Sorten auszuprobieren.

Anschließend erhielten die Gründungsmitglieder statt einer Urkunde einen Unkrautstecher, in dessen hölzernen Griff jeweils der Name des Geehrten eingeschrieben war. Besonders verdiente Mitglieder wie Robert Werner, Alfred Reck, Nikolas Kaul, Edmund Reck, Thomas Haller, Gisela Lutz und Sabine Schmitt erhielten noch zusätzlich einen Geschenkkarton mit zwei Flaschen Wein.

Natürlich ging auch Alfons Bischof nicht leer aus. Er ist seit 21 Jahren Vereinsvorsitzender. Sabine Schmitt, langjährige Schriftführerin und derzeitige Beirätin, versäumte in ihrer Laudatio nicht, den Ideenreichtum, die Aktionsfreude und das Organisationstalent des Vorsitzenden besonders zu betonen. Auch Bürgermeister Paul Steins gratulierte im Namen der Gemeinde zum Jubiläum und überreichte ein Geldgeschenk.

Zu jeder Zwiebel eine Erklärung

Ab 12 Uhr konnte in der mit exotischen Grünpflanzen geschmückten Schulturnhalle die Zwiebelausstellung besichtigt werden. Auf langen Tischen in der Mitte des Raumes wurden mehr als 100 Zwiebelsorten präsentiert, alle versehen mit kleinen Schildchen, auf denen jeweils Name, Farbe, Geschmack, Lagerfähigkeit oder Besonderheiten verzeichnet waren.

Einige Sorten haben klingende Namen wie Blanca de la Reina (winterharte große, weiße Speisezwiebel) oder White Star (größere Frühlingszwiebel mit schärferem Geschmack), bei anderen weist der Name auf die Herkunft hin (Braunschweiger: dunkelrot, plattrund, schärfer, lange haltbar, oder Rossa Lunga di Firenze: groß, länglich, oval, Ernte Sommer-Herbst).

Wieder andere zeichnen sich durch ihre Größe aus wie die Stuttgarter Riesen (sehr groß, dunkelgelb, große Haltbarkeit) oder The Kelsae (Riesengemüsezwiebel, mild würzig, gut zu lagern). Nicht unerwähnt bleiben soll die Birnenförmige Zwiebel, eine traditionelle Sorte aus Franken mit fein-süßlichem, aber dennoch kräftigem Aroma, die sich gut für den Frischverzehr eignet.

Natürlich stand auch die Verköstigung ganz im Zeichen der Zwiebel: In der Aula und auf dem Schulhof wurde allerlei "Zwiebeliges" angeboten, vom Zwiebelrostbraten über den Zwiebelleberkäs und die Zwiebelbratwürste bis zu Zwiebelsuppe und Zwiebelkuchen. Zum Mitnehmen konnte man Zwiebelbrot aus dem Steinbackofen oder Zwiebelsalz von der Leutenbacher Kräuterfee.

Wissenswertes rund um die Zwiebel

Herkunft Die Zwiebel, die 2015 Heilpflanze des Jahres war, ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die vermutlich aus Mittelasien stammende Pflanze wird seit mehr als 5000 Jahren kultiviert. Bei den Römern zählte sie zu den Grundnahrungsmitteln der ärmeren Leute. Es waren römische Legionäre, die die "cepula" (wovon das deutsche Wort "Zwiebel" sich herleitet) nach Mitteleuropa brachten, wo sie zu einer weit verbreiteten Gemüseart wurde.

Ausstellung Solche Informationen und viele andere, etwa zur Verwendung der Zwiebel in der Medizin und der Naturheilkunde oder in der Küche, über ihren Anbau im Garten oder über ihre unangenehmen Eigenschaft, fanden sich am Zwiebeltag auf Stellwänden am Ende der Turnhalle. red

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