Weilersbach
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Zisternen mit Rückhalteeffekt oberstes Gebot in Weilersbach

Einige Bürger in Weilersbach machen sich Sorgen: Die neue Bebauung am Willberg könnte die Hochwasser-Gefahr vergrößern.
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Schon recht weit fortgeschritten ist die Gemeinde Weilersbach mit der Überplanung des Geländes nördlich der Annakirche am Willberg. Hier werden in mehreren Erschließungsschritten etwa 80 Baurechte entstehen.

Gleichzeitig will ein privater Investor die Baulücke am Hang oberhalb der Forchheimer Straße gegenüber dem Gasthaus Schütz schließen. Hier werden elf Häuser gebaut werden können.

Der Gemeinderat handelte in seiner Sitzung die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange und die der Bürger ab. Das Gelände ist verhältnismäßig steil, und es treten dort Schichten von "blauem Ton" (Anton Dennerlein, Bürgerrecht) auf, die bei der Entwässerung berücksichtigt werden müssen.

Das Gelände wird über eine Privatstraße erschlossen; mit der schon vorhandenen bildet sich dann ein U-förmiger Straßenzug. Soweit es der Bachlauf zulässt, sind deutliche Sichtdreiecke an der Einmündung in die Kreisstraße vorgesehen.

Auf Anregung des Landratsamts lässt die Kommune dort Stützmauern bis zu einem Meter Höhe zu. Sie müssen so ausgestaltet werden, dass sich dahinter kein Wasser stauen kann. Die Fenster der neuen Häuser müssen wegen der Entfernung zur Bundesstraße und zur Kreisstraße in der Schallschutzklasse 3 ausgeführt werden.

Sorgen machen sich drei Bürger, ob sich nicht die Hochwassergefahr durch die Bebauung verschlimmert. Es ist bekannt, dass bei Extremsituationen der in einem gemauerten Bett fließende Weilersbach im tiefsten Teil von Unterweilersbach schon öfter über seine Ufer getreten ist. Damit durch das Baugebiet in einer solchen Situation nicht noch mehr Wasser hineinfließt, muss auf jedem Baugrundstück eine Retentionszisterne mit mindestens 7,5 Kubikmeter Fassungsvermögen errichtet werden. Die Zisternen sind so konstruiert, dass der Abfluss im Vergleich zum Zufluss stark gedrosselt ist, erläuterte der planende Architekt Thomas Jenohr. Sie laufen langsam wieder leer. Der Rückhalteeffekt lässt sich auch mit einer Speicherzisterne kombinieren. Ein Gebot, das Oberflächenwasser versickern zu lassen, ist wegen der Bodenbeschaffenheit nicht realistisch.

Am Willberg hat die Gemeinde dieses Problem durch offene Regenrückhaltebecken gelöst. Wegen der steileren Hanglage und der kleinen Fläche kann man an der Forchheimer Straße diesen Weg nicht gehen. "Ich verstehe die Bedenken der Bewohner, halte aber diese Lösung sogar für eine Verbesserung", kommentierte Verwaltungsleiter Klemens Denzler die Vorgehensweise. Der Gemeinderat billigte einstimmig die Änderungen des Bebauungsplansentwurfs und beschloss die erneute Auslegung.



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