Gosberg
Forstwirtschaft

Ziel ist Verjüngung des Waldes möglichst ohne Einzäunung

Mit der Seuche Schweinepest und dem Vegetationsgutachten befasste sich die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften in Gosberg.
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Arnulf Koy (r.) begrüßt den Referenten Bernhard Hauser. Foto: Franz Galster
Arnulf Koy (r.) begrüßt den Referenten Bernhard Hauser. Foto: Franz Galster
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Das Seuchengeschehen, vorwiegend bei der Schweinehaltung, sowie das Vegetationsgutachten thematisierten zwei Referate, zu denen die Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband (BBV), Kreisverband Forchheim, eingeladen hatte. Daneben gab es Informationen zum neuen Webservice Jagdkataster und Aktuelles aus der unteren Jagdbehörde.

Forstdirektor Michael Kreppel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg ging in seinem Referat auf das anstehende Vegetationsgutachten ein. Dabei erläuterte er die Vorgehensweise, die Verjüngungsinventur, und erläuterte die Grundlagen. Bei der Abschussplanung sei neben der körperlichen Verfassung des Wildes vorrangig der Zustand der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung, zu beachten. Deshalb ist den Forstbehörden vorher Gelegenheit zu geben, sich aufgrund eines forstlichen Gutachtens über eingetretene Wildschäden an forstlich genutzten Grundstücken zu äußern.


Wildverbiss

Es gilt beim Wildverbiss zu unterscheiden zwischen "günstig, tragbar, hoch, zu hoch und deutlich zu hoch". Ziel ist es, die Verjüngung des Waldes möglichst ohne Zäunung zu erreichen. Für jede der neun Hegegemeinschaften im Landkreis Forchheim ist ein Aufnahmeleiter für Aufnahmeflächen benannt.

Der zeitliche Ablauf sieht die Verjüngungsinventur bis Ende April vor. Bis Ende 2018 ist die Fertigstellung der revierweisen Einweisung angestrebt.

"The Big Five" nannte Bernhard Hauser vom Veterinäramt in Forchheim in seinem Vortrag die gefährlichsten Tierseuchen auf dem Erdball. Sein Vortrag konzentrierte sich auf die Klassische Schweinepest (KSP) und die Afrikanische Schweinepest (ASP). Die KSP sei 2018 vor allem in der Ukraine und Russland zu finden und bei sorgfältigem Umgang beherrschbar. Ein Risiko bedeutee das legale Verbringen der Hausschweine innerhalb der EU aus den östlichen Staaten.


Risiko durch Wildschweine

Ein erhebliches Risiko für die ASP stellen die Wildschweine dar. "Kommt die ASP nach Deutschland?", fragte Hauser. Man wisse es nicht. Überträger der gefährlichen Seuche sind vorwiegend die Wildschweine. Die fiebrige Krankheit ist hochansteckend für die Tiere mit schneller Todesfolge. Sie ist nicht gefährlich für Menschen und andere Haustiere. Alle möglichen Essenreste mit Produkten aus den osteuropäischen Ländern, und sei es nur im Abfallkorb durch Reisende, könnten ein Problem darstellen. Der Virus kann viele Monate infektiös wirken. Der Referent nannte Vorbeugemaßnahmen und Verhaltensregeln.


Die Bejagung

Jürgen Kupfer von der Unteren Jagdbehörde verwies darauf, dass die Schwarzwildbejagung seit Jahren ein Thema sei, dabei die Bewegungsjagd mit wechselndem Erfolg. Die Schonzeit für Keiler wird auf Antrag aufgehoben. Seit 14. März ist eine neue Schweinepestverordnung in Kraft. Außerdem verwies Kupfer auf die Hegeschau im Sportheim von Weingarts am 21. April.

Daniel Kaßel als Fachberater des BBV Bamberg/Forchheim stellte den neuen Webservice Jagdkataster vor. Von den 109 Jagdgenossenschaften in Forchheim gehören 71 dem BBV an. Die digitalisierte Form des Jagdkatasters, wie sie der BBV anbietet, sei eine effiziente, kostengünstige IT-Lösung, die den Jagdvorstehern mühevolle Papierarbeit abnehme. Der BBV bekommt vom Vermessungsamt die aktuellen Daten überspielt. Der Nutzer erhält auf Knopfdruck webbasierte Softwarelösungen zur Verwaltung von Eigentümer- und Flurstückdaten der Jagdgenossenschaft, dazu Kartenmaterial und Texte.

Werner Nützel, Geschäftsleiter des BBV-Kreisverbands Forchheim und Bamberg, warb noch für die Aktion Blühstreifen, die der BBV unterstützt. Das Bestreben sei es, als Landwirte für die Bienen und Imker für die Natur etwas zu tun.

Arnulf Koy als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft hatte die Gäste begrüßt. Die Frauenquote lässt noch zu wünschen übrig. Marga Meyer (Walkersbrunn) war die einzige Jagdvorsteherin unter mehr als hundert Männern.
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