Ebermannstadt
Erste Hilfe

Zahl der Defibrillatoren in Ebermannstadt wächst auf 11

In der Stadt Ebermannstadt gibt es zwei weitere Defibrillatoren. Dies ist ein Erfolg für die Aktion "Herzsicheres Ebermannstadt".
Artikel drucken Artikel einbetten
Auch in Niedermirsberg wurde ein Defibrillator angebracht (v. l.):  Thomas Redel, Christiane Meyer, Jochen Müller, René Maid und  Jürgen Rattel Foto: Carmen Schwind
Auch in Niedermirsberg wurde ein Defibrillator angebracht (v. l.): Thomas Redel, Christiane Meyer, Jochen Müller, René Maid und Jürgen Rattel Foto: Carmen Schwind

Der Verein "Bürger retten Leben" aus Kissing ( Landkreis Aichach-Friedberg) informiert, dass in Deutschland jährlich mindestens 150.000 Menschen von unvermittelt auftretendem Herzkammerflimmern betroffen sind. Normalerweise schlägt das Herz im Ruhezustand etwa 60 bis 80 Mal pro Minute. Aus verschiedenen Gründen kann der Herzrhythmus jedoch gestört werden, das Herz erhält dann bis zu 300 Impulsen. Das kann plötzlich und überall auftreten. Der Mensch wird bewusstlos, es muss schnell reagiert werden. Deshalb hat die Stadt Ebermannstadt gemeinsam mit dem Verein die Aktion "Herzsicheres Ebermannstadt" ins Leben gerufen. Am Donnerstag wurden in diesem Rahmen zwei weitere Defibrillatoren angebracht: einer am Marktplatz neben dem Zentrenmanagement und einer in Niedermirsberg neben der Schulbushaltestelle.

Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) hatte vorher im Rathaus einen Defibrillator testen dürfen: "Man muss da gar keine Angst haben, dass man etwas falsch machen könnte. Der Defibrillator redet mit einem." Sie erzählt, dass das Gerät gleich am Anfang darauf hinweist, dass man den Rettungsdienst verständigen soll. "Das muss man auf jeden Fall machen, wenn man eine bewusstlose Person findet", bestätigt Jochen Müller, Vorstandsvorsitzender des Vereins "Bürger retten Leben". Christiane Meyer erläutert weiter, dass das Gerät erklärt, wo die Sonden angelegt werden müssen, dass es auch merkt, wenn sie falsch angebracht sind, und dass es entscheidet, ob der Impuls überhaupt ausgelöst werden muss. "Da kann man wirklich nichts falsch machen. Die größte Hemmschwelle ist nur, den Defibrillator überhaupt zu nutzen. Aber das sollte man unbedingt tun, wenn man eine bewusstlose Person findet", sagt sie.

Broschüre über Standorte

Derzeit entsteht eine Broschüre über Defibrillatoren und wo sie sich befinden. Diese soll dann an alle Haushalte von Ebermannstadt und Umgebung verteilt werden. Jochen Müller informiert, dass ein solches Gerät alleine etwa 2000 Euro kostet, mit Kasten und Anschluss circa 4500 Euro. Anbringung und Wartung wird vom städtischen Bauhof übernommen. Die Anschaffung erfolgt durch Spenden, die der Verein sammelt. Anke Güldenberg , die in Ebermannstadt eine Praxis für Osteopathie führt, hat Geld für diese Aktion gegeben: "Ich halte das für sehr sinnvoll, denn so ein Gerät kann Menschenleben retten." Und auch René Maid, Inhaber der Haustechnik Maid in Niedermirsberg, hat gespendet: "Ich verdiene hier mein Geld, also investiere ich auch hier. Außerdem ist das eine gute Sache, denn wenn im Dorf etwas passiert, kann man schnell regieren."

Insgesamt gibt es in Ebermannstadt und den Ortsteilen elf Defibrillatoren. Während der aktuellen Aktion wurden fünf angeschafft. "Im ersten Schritt haben wir für die größeren Ortschaften Geräte angeschafft", berichtet der Leiter des Bürgermeisteramtes, Andreas Kirchner. Die derzeitigen Standorte: Neu sind die Geräte in Gasseldorf am Gemeindehaus, in Moggast am Feuerwehrhaus, in Niedermirsberg an der Schulbushaltestelle, am Marktplatz beim Zentrenmanagement und im DM-Markt an der Kasse. Außerdem gibt es Defibrillatoren in der Grund- und Mittelschule, der Volksbank, im Rathaus, am Sportgelände, am Golf-Club und in einer Arztpraxis.

Alle zwei Jahre geprüft

Die Geräte werden alle zwei Jahre vom Verein geprüft und nach vier Jahren ausgetauscht. Der Defibrillator blinkt grün, wenn alles in Ordnung ist. Wird der Kasten geöffnet, geht ein Warnlicht an. Bisher war am Marktplatz nur der Kasten angebracht. "Da haben sich besorgte Bürger gemeldet, dass das Gerät gestohlen worden sei", erzählt die Bürgermeisterin. Erst war sie erschrocken, konnte dann sie aber beruhigen, dass das Gerät erst geliefert wird. "Die Geräte sind wohl leicht zugänglich, aber es gab bisher noch keinen Vandalismus", ergänzt Andreas Kirchner. Nach Meinung von Jochen Müller ist Ebermannstadt gut aufgestellt.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren