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Wölfe in Franken: Wie verhält man sich bei einer Begegnung richtig?

Es ist belegt, dass sich ein Wolf seit April 2017 im Veldensteiner Forst aufhält. Hier gibt es Tipps für das richtige Verhalten bei einer Begegnung.
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Eine erwachsene Wölfin Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa
Eine erwachsene Wölfin Symbolfoto: Carsten Rehder/dpa
Wiederholte Nachweise bestätigen, dass es eine "standorttreue" Wölfin im Veldensteiner Forst gibt. Dies teilte das bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg am Dienstag mit.
Anfang April 2017 konnte anhand eines Genetik-Befundes am östlichen Rand des Veldensteiner Forstes in der Pegnitzau bei Michelfeld erstmals ein Wolf aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation nachgewiesen werden. Seitdem belegen weitere genetische Proben aus dem Veldensteiner Forst die durchgehende Anwesenheit des Tieres im Forst.


Aus Rudel in Brandenburg

Auch das Geschlecht und die Herkunft konnten inzwischen bestimmt werden. Es handelt sich um ein Weibchen aus einem Rudel südwestlich von Potsdam in Brandenburg. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern wurden informiert.
Auf Grundlage des bundesweit standardisierten Monitorings werden Wölfe, von denen individualisierbare genetische Nachweise in einer Region über mindestens sechs Monate geführt werden können, als "standorttreu" eingestuft. Standorttreue Wölfe gibt es in Bayern auch im Nationalpark Bayerischer Wald und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Der Veldensteiner Forst ist ein 6000 Hektar großes Waldgebiet, das südlich von Pegnitz überwiegend im Landkreis Bayreuth liegt.


Im Landkreis Forchheim war erstmals am 10. Dezember 2016 ein Wolf bei Weilersbach gesichtet worden. Anfang Januar dieses Jahres hat ein Autofahrer nach eigenen Angaben zwei Wölfe im südöstlichen Landkreis Forchheim bei Thuisbrunn gesichtet und dem Landratsamt Forchheim gemeldet.

Kann ein Wolf auch Menschen gefährlich werden?
Der Wolf ist von Natur aus vorsichtig und weicht dem Menschen aus. Seit der erneuten Anwesenheit von Wölfen in Deutschland hat es keinen Angriff auf Menschen durch Wölfe gegeben. In den letzten 50 Jahren sind in Europa neun Fälle von tödlichen Angriffen auf Menschen bekannt geworden, fünf davon durch tollwütige Tiere. Bei weiteren vier Ereignissen waren die Tiere vorher angefüttert worden und damit bewusst an den Menschen gewöhnt worden.

Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf begegne?
Der Wolf reagiert auf den Anblick von Menschen vorsichtig, aber er ergreift nicht immer sofort die Flucht. Oft zieht sich das Tier langsam und gelassen zurück. Falls doch eine Begegnung stattfinden sollte, sind folgende Regeln zu beachten:
• Haben Sie Respekt vor dem Tier.
• Laufen Sie nicht weg. Wenn Sie mehr Abstand möchten, ziehen Sie sich langsam zurück.
• Falls Sie einen Hund dabei haben, sollten Sie diesen in jedem Fall anleinen und nahe bei sich behalten.
• Wenn Ihnen der Wolf zu nahe erscheint, machen Sie auf sich aufmerksam. Sprechen Sie laut, gestikulieren Sie oder machen Sie sich anderweitig deutlich bemerkbar.
• Laufen Sie dem Wolf nicht hinterher.
• Füttern Sie niemals Wölfe - die Tiere lernen sonst sehr schnell, menschliche Anwesenheit mit Futter zu verbinden, und suchen dann eventuell aktiv die Nähe von Menschen.

Wohin wende ich mich bei möglichen Nutztier-/Wildtierrissen?
Bei einem Wolfsverdacht wenden Sie sich unverzüglich an das Landratsamt, die landwirtschaftliche Fachberatung in den Ämtern für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, an die Polizei oder direkt an das Bayerische Landesamt für Umwelt. Das Landesamt für Umwelt prüft auf Grundlage der Ereignisschilderung und der übermittelten Dokumentation (insbesondere Fotos) die Sachlage und informiert bei begründetem Verdachtsfall ein Mitglied des "Netzwerks Große Beutegreifer", das Kontakt mit den Betroffenen aufnimmt. Wichtig für umfassendes Fotomaterial.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt



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