Weilersbach
Brauchtum

Wo das Forchheimer Annafest vor 360 Jahren seinen Anfang nahm

Das Annafest in Forchheim hat seinen Ursprung in der Wallfahrt zur Gnadenstätte der heiligen Mutter Anna in Weilersbach. Hier wird das St.- Anna-Fest gefeiert.
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Der Kirchenraum von Alt-St. Anna in Weilersbach mit dem  Gnadenaltar der heiligen Anna (rechts) Foto: Heidi Amon
Der Kirchenraum von Alt-St. Anna in Weilersbach mit dem Gnadenaltar der heiligen Anna (rechts) Foto: Heidi Amon
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In wenigen Tagen, am 26. Juli, beginnt in Forchheim das Annafest (bis 5. August). Doch dieses Volksfest gäbe es nicht, wenn es die Wallfahrt zur Gnadenstätte der heiligen Mutter Anna nach Weilersbach nicht geben würde, die vor über 360 Jahren ihren Anfang nahm. Laut einer Dokumentation von Weilersbachs ehemaligem Seelsorger Monsignore Adolf Schrenk (gest. 2011) im Weilersbacher Heimatbuch, das anlässlich des 30. Gemeindejubiläums im Jahr 2000 erstellt wurde, fand die erste große Prozession der Forchheimer 1653 nach St. Anna Weilersbach statt - einige Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Wallfahrer kamen in Scharen, so dass an manchen Tagen der Gottesdienst vor die Kirche verlegt werden musste. Und das Annafest wurde auf den Sonntag nach dem 26. Juli gelegt.

Andere Orte kommen hinzu

Bald gesellten sich zu den Forchheimern andere Orte wie Ebermannstadt, Pretzfeld, Drügendorf, Leutenbach, Wiesenthau, Reuth und Drosendorf, 1662 kamen die Niedermirsberger dazu. Kamen die Forchheimer von St. Anna zurück, machte man im Kellerwald halt und stärkte sich bei einer Brotzeit und Bier. Anfangs war es eine Art Gelage, später kamen Bänke und Tische dazu. Das waren die Anfänge des heute weithin bekannten und beliebten Annafests in Forchheim. "Das Fest in Forchheim ist die eine Seite, doch vergessen wir nie die religiösen Wurzeln, wo es angefangen hat", rief Pfarrer Schrenk einmal während des Patronatsgottesdiensts den Gläubigen zu. Und Hunderte von Pilgern vergessen dies Jahr für Jahr bis heute nicht und machen sich auf den Weg zur Gnadenstätte, um wie einstmals das St.- Anna-Fest in Weilersbach mitzufeiern.

Wallfahrt am Samstag

Es ist ein Fest des Glaubens, der Freude, Begegnung und nicht zuletzt des Vergnügens, zu dem die Pfarrgemeinde auch heuer einlädt. Eine Woche dauern die Festlichkeiten, die am Samstag, 20. Juli, losgehen, wenn die Wallfahrer aus St. Anna Forchheim zur Gnadenstätte wallen. Die Eucharistiefeier beginnt um 10.30 Uhr in der Wallfahrtskirche. Der Frauen- und Müttertag mit Wallfahrern aus dem Pfarreienverbund Ehrenbürg findet am Dienstag, 23. Juli, statt. Der Gottesdienst zu Ehren der heiligen Joachim und Anna beginnt um 19 Uhr. Am Samstag, 27. Juli, kommt die Gößweinsteiner Wallfahrergruppe. Die heilige Messe beginnt um 9.30 Uhr. Mit dem Patronats- und Pfarrfest am Sonntag, 28. Juli, enden die Feierlichkeiten, zu denen bereits um 8 Uhr die seit Jahrzehnten treuen Wallfahrer aus Serlbach, Trailsdorf, Schlammersdorf und Bammersdorf eintreffen werden. Als Festprediger hat Pfarrer Oliver Schütz Domvikar Thomas Stübinger vom Bistum Eichstätt gewinnen können. Das Hochamt in Konzelebration beginnt um 9 Uhr. Für die musikalische Gestaltung und Ausschmückung der Eucharistiefeier sorgen der Gesang- und Musikverein sowie die Weilersbacher Trachtenleute. Anschließend sind die Besucher ganztägig zum Pfarrfest mit Auftritt der Kindergartenkinder eingeladen.

Vorschau auf den Herbst

Am Samstag, 14. September, findet die Wallfahrt nach Habsberg "Maria - Heil der Kranken" statt. Am Sonntag 15. September, wallen die Gläubigen der Pfarrei Verklärung Christi Forchheim nach St. Anna Weilersbach.

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