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Wiesenttal
Marktgemeinderat

Wiesenttal hofft auf überregionale Förderung fürs Freibad in Streitberg

Einwendungen gegen ein Baugebiet in Niederfellendorf und die Zukunft des Freibades in Streitberg waren zwei der Themen im Wiesenttaler Gemeinderat.
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Familienbad in Streitberg Foto: Paul Pöhlmann
Familienbad in Streitberg Foto: Paul Pöhlmann

Der Marktgemeinderat hatte schon in der Mai-Sitzung ein Bauvorhaben im neuen Wohnbaugebiet "Wirtsäcker 2" in Niederfellendorf gebilligt, um das Baurecht wirksam werden zu lassen. Trotzdem konnte in der jüngsten Sitzung noch kein Satzungsbeschluss gefasst werden. Die zahlreichen Einwendungen insbesondere von Bürgern aus der zweiten Öffentlichkeitsbeteiligung wurden aber abgearbeitet.

Dennoch bleibt es beim Grundsatz: Der Markt Wiesenttal hält an seinen Planungen mit einer Ringstraße zur Erschließung fest. "Es sind keine weltbewegenden Änderungen", erläuterte Bürgermeister Helmut Taut (FWW) die Aufarbeitung der Einwendungen durch Planerin Ingrid Saal.

Es werden 30 Baurechte entstehen. Die meisten Grundstücke sind über 1000 Quadratmeter groß, was zum Teil der Hanglage geschuldet ist.

Keine Pultdächer

Deswegen wurde auch die Firstrichtung aller Häuser mit "parallel zum Hang" und die Gebäudehöhe bis zur Dachtraufe auf 6,5 Meter festgelegt. Damit sind Pultdächer, die ein halbes drittes Geschoss ermöglichen könnten, nicht zulässig.

Spielplatz in Niederfellendorf

Festgelegt wurde weiter, dass der Markt in Niederfellendorf einen Spielplatz errichtet. Eine Bodenprobe - hauptsächlich wegen möglicher Quellaustritte am Hang - soll laufen; ihr Ergebnis lag aber noch nicht vor. Auf die Belange des Naturschutzes wird durch den Erhalt vorhandener Hecken und die Umrahmung des Baugebiets mit ebensolchen Rücksicht genommen. Bei den betroffenen Biotopen wird auf die Festlegung aus dem Jahr 2014 zurückgegriffen, da die neueren Erkenntnisse noch nicht beziehungsweise nicht mehr veröffentlicht sind. Ein großer Nussbaum wird dabei eigens berücksichtigt.

Brückenneubau in Haag

Den Vorwurf, Niederfellendorf sei zu schlecht an das Verkehrsnetz angebunden, um den Baustellenverkehr zu verkraften, entkräftete Taut durch den Hinweis, die Gemeinde bemühe sich "ernsthaft" um einen Brückenneubau in Haag als zweite Zufahrt. Derzeit gibt es nur die über den Ebermannstadter Ortsteil Rothenbühl und die tonnagebegrenzte Brücke zwischen Streitberg und Niederfellendorf.

Da die meisten Punkte ohne Diskussion beschlossen wurden, kommentierte Taut zwischendurch: "Warum wir so schnell vorgehen? Es ist immer das Gleiche; immer die Sorge um Ebermannstadt. Um Wiesenttal macht sich keiner Sorgen." Der Marktgemeinderat hatte seinerzeit beim Aufstellungsbeschluss das Interesse an der Ansiedlung junger Familien bekundet, um den Grundschulstandort in Muggendorf zu sichern.

Roland Knauer (BGS) forderte bereits jetzt die Ausschreibung der Gewerke für die Erschließung. "2025 baut uns keiner mehr dorthin", bezog er sich auf vorhandene Bewerber, die sich angeblich nicht ernst genommen fühlen. "Wir machen Klimmzüge", entgegnete Taut, "und dann wird wieder etwas gefunden, was uns vier Wochen kostet." Seine Aussage bezog sich auf die nachzuholende Einsicht in die Planungen über den gemeindlichen Internetauftritt. "Dranbleiben und Gas geben", konterte Knauer.

Biogasanlage in Birkenreuth

Weiter musste der Rat eine Stellungnahme abgeben zum Vorhaben bei der Biogasanlage in Birkenreuth. Für sie war erst vor kurzem ein Bebauungsplanverfahren durchzuführen. Nun will die Familie der Dritten Bürgermeisterin Susanne Braun-Hofmann (CSU) eine weitere Verbrennungsmotorenanlage zur Stromerzeugung aufstellen. Die Ratskollegen baten sie um eine Erläuterung. Es werden zwei zusätzliche Motoren in einem Container aufgestellt, um flexibler reagieren zu können und Spitzenbedarf abzudecken. Das sei politisch so gewollt und auch mit dem Abnehmer, den Ebermannstadter Stadtwerken abgeklärt. Über das Jahr werde keine größere Strommenge erzeugt.

Streitberger Freibad

Das Streitberger Freibad war vergangenes Wochenende noch geschlossen, weil, so Taut, nur zwei Tage schönes Wetter vorhergesagt waren und man einen zusätzlichen Wasserwechsel (Kosten 5000 Euro) einsparen wollte. "Ich habe mich selbst danach am meisten geärgert", bekannte Taut auf eine Anfrage von Marco Trautner (FWW) und sicherte zu, dass das historische Bad ab Freitagnachmittag geöffnet habe. Der CSU-Landtagsabgeordnete Michael Hofmann hatte sich kürzlich umgeschaut und Umweltminister Thorsten Glauber (FW) will Ende Juni kommen. Der Rat erhofft sich davon mehr Chancen bei der bayerischen Bäderförderung. Bei der ersten Tranche der Bundesförderung war Wiesenttal unberücksichtigt geblieben, ist aber nun in der zweiten Runde dabei. Das Bad braucht nach Taut "unbedingt ein Becken mit Aufbereitung", was etwa 600.000 Euro kostet. Diese Summe als Anschubfinanzierung würde die Generalsanierung (Kosten rund 2,3 Millionen Euro) auf den Weg bringen.

Besucher parken auf Waldwegen

An den touristisch interessanten Standorten im Gemeindegebiet parken immer wieder Besucher auf den nahe liegenden Feldwegen, insbesondere beim Druidenhain. Aber gerade bei trockenem Wetter sind auch am Wochenende die Landwirte auf diese Zufahrten zu ihren Wiesen angewiesen. "Hupen und dann warten?", ätzte Helmut Hofmann (ZuJu). Die Verwaltung will prüfen, ob und wo mehr Wegsperrungen für den allgemeinen Verkehr ausgewiesen werden müssen.

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