Wiesenthau
Gemeinderat

Wiesenthau will Mosaik nicht hinter Außenisolierung verschwinden lassen

Nach dem Plan des Architekten soll das Mosaik-Kunstwerk an der Grundschule Wiesenthau hinter einer Isolierung verschwinden. Die Räte sind dagegen, auch wenn das mehr kostet.
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Das geliebte Mosaik an der Grundschule Wiesenthau Foto: Franz Galster
Das geliebte Mosaik an der Grundschule Wiesenthau Foto: Franz Galster
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Dass die Bürger Wiesenthaus nicht am Gemeindeleben interessiert sind, kann man nicht behaupten. Jedenfalls war der Rathaussaal in der jüngsten Gemeinderatssitzung voll besetzt. Themen wie die Einrichtung einer Kulturmeile zwischen Kirchehrenbach und Schlaifhausen am Walberla entlang, die Sanierung der Grundschule Wiesenthau oder das Baugebiet "Binzig" waren Tagesordnungspunkte.

Sanierung der Grundschule

In die entscheidende Phase geht das Projekt der energetische Sanierung der Grundschule Wiesenthau. Der Architekt Herbert Amtmann aus Forchheim erläuterte die einzelnen Maßnahmen. Ein wesentliches Paket stellt das Wärmeverbundsystem mit der Außenisolierung statt. Amtmann schlug vor, das an der Frontseite angebrachte Mosaik - ein Kunstwerk, das großflächig Motive der Gemeinde zeigt - zu erhalten. Allerdings soll es nach seinen Vorstellungen unter der Außenisolierung verschwinden und für spätere Generationen so bewahrt bleiben. Eine Aussparung von der Isolation, wie es im Gemeinderat überlegt wurde, habe aus energetischen Gründen keinen Sinn. Schnell war man sich in der großen Mehrheit des Rates einig, dass dieses Markenzeichen der Schule sichtbar erhalten bleiben soll. So bleibt nur die Möglichkeit, diese Frontseite des Gebäudes mit einer Innenisolierung zu versehen, was einen erheblich größeren Aufwand mit Aufgaben wie Einbeziehung der Trennwände oder Änderung von Installation bedeuten würde. Jetzt sollen die Gegebenheiten im Inneren in Augenschein genommen werden, um anschließend die Mehrkosten zu bewerten. Man stimme der Eröffnung eines Kulturweges zu und verstecke das eigene Kunstwerk", sagte ein Gemeinderat, was wohl die Meinung der überwiegenden Räte ausdrückte. Käme diese Lösung zum Tragen, würde sie, um den Schulbetrieb nicht zu behindern, verzögert nächstes Jahr in den Sommerferien ausgeführt werden. Die Außenisolierung kann auch während des Schulbetriebes erfolgen. Eingebaut werden in den anstehenden Ferien die neuen Fenster der Schule, die nur unwesentlich anders aussehen, aber den erhöhten technischen Anforderungen entsprechen. Dazu kommt im Verbundsystem der Sonnenschutz.

Haupteingang mit Überdachung

Außerdem wird der Haupteingang mit Überdachung neu gestaltet. Zur Diskussion stellte Amtmann auch die Außenfarbe mit einem zurückhaltenden Grundton und einem markanten Streifen in Rot, Grün oder Blau. War der Trend bei den Gemeinderäten eher zu Rot festzustellen, tendiert die Lehrerschaft zu Grün. Da muss man sich noch einigen.

Neuer Skulpturenweg

Der Gemeinde Wiesenthau liegt eine Anfrage vom Kunst- und Kulturverein Kirchehrenbach für einen "Skulpturenweg - Junge Kunst in Franken" vor. Fritz Sponsel, Vorsitzender des Kulturvereins, bat um Zustimmung und Zusammenarbeit bei dem Kunstprojekt. Zusammen mit Ad Freundorfer, einem Kunstexperten aus Litzendorf (Kreis Bamberg), erläuterte er in der Sitzung Details.

Künstler europaweit

Europaweit sollen Künstler gewonnen werden, die vor Ort ihre Werke erstellen. Sie sollen bei Ideen und Material absolut freie Hand haben. Zwei Meter mal drei Meter große Grundflächen sollen für jedes Objekt entlang des Weges bereitgestellt werden. Dabei handelt es sich ausschließlich um Gemeindegrund, was das Vorhaben vereinfacht. Zwei Jahre lang würden die Kunstwerke als Eigentum der Künstler stehen bleiben, um dann nach Möglichkeit verkauft zu werden. Der Sockel werde jeweils so ausgeführt, dass er ohne größere Schäden in der Natur wieder beseitigt werden könne. Sponsel betonte, Gemeinden und Tourismus könnten dabei profitieren. Sponsoren wie die Oberfrankenstiftung sollen dafür ebenso gewonnen werden wie Landrat Hermann Ulm (CSU) als Schirmherr. Von der Gemeinde erwartet man eher einen symbolischen Beitrag, wie auf Nachfrage betont wird. Eine finanzielle Verpflichtung gingen die Gemeinderäte an dieser Stelle nicht ein, signalisierten aber, dass sie gegen das Projekt keine Einwände hätten. Die Gemeinde Kirchehrenbach hat laut Sponsel das Projekt bereits befürwortet.

Baufortschritt und Richtfest

Normalen Baufortschritt meldet Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) bei der großen Erweiterung der Kindertagesstätte. Jetzt geht es an Gebälk und Dach. Ziel ist es, die Baumaßnahmen bis Frühjahr 2020 abzuschließen. Dann folgt die Inneneinrichtung und Anbindung an die bestehende Kindertagesstätte. Bis September 2020/21 muss alles fertig und betriebsbereit sein, damit alle Kinder einen Platz finden. Ein kleines Richtfest müsse bei so einem bedeutenden Projekt schon sein, meinte Bürgermeister Drummer und lud dazu für Freitag, 26. Juli, um 12 Uhr ein.

15 bis 20 Bauplätze

Vorwärts geht es mit den Erschließungsarbeiten im Baugebiet "Binzig". 15 von 20 Plätzen sind vergeben. 55 Bewerber wollen berücksichtigt werden. Die bisherigen Bewerber konnten drei Platzwünsche äußern. Das wird jetzt schwieriger. Das neue Habitat für die Eidechsen ist fertiggestellt. Jetzt soll der Umzug unter sachkundiger Mitwirkung von Biologen erfolgen. Die Aktion schlägt mit stolzen 20.000 Euro zu Buche. Die Kanalbauarbeiten haben begonnen. Ende September/Anfang Oktober soll der Straßenbau fertig werden. Im Hintergrund läuft die Vermessung.

Errichtung eines Funkmastes

Schließlich ging Bernd Drummer auf das Vorhaben der Errichtung eines Funkmastes in Wiesenthau-Langenlohe ein. Am 3. Juli hatte der Gemeinderat ein Gespräch mit der Telekom zur Vorstellung der Planung und ihrer Auswirkungen. Am 6.Juli traf sich die Interessensgemeinschaft (IG) Mobilfunk Wiesenthau zu einer eigenen Infoveranstaltung mit Besuchern aus diversen Gemeinden und machte auf die gesundheitlichen Gefahren aufmerksam. Am 18. September lädt die Gemeinde Wiesenthau alle Bürger zu einem Informationsabend im Sportheim ein. Mitwirkende sind auch das Landesamt für Umwelt und die Deutsche Telekom.

Ferienprogramm

Der Bürgermeister stellte das Ferienprogramm der Ortsvereine vor. Anmeldung bei Wolfgang Drummer, Schulstraße 8 a, Wiesenthau, Telefon 09191/94827, ist zwingend erforderlich.

Termine: Dienstag, 30. Juli, Besuch im Kletterwald Veilbronn; Dienstag, 6. August Lagerfeuer mit Stockbrot und Nachtwanderung; Donnerstag, 8. August Bouldern - Magnesia-Kletterhalle Forchheim; Freitag, 16. August Kinder-Kirchweihbaumholen und -aufstellen; Mittwoch, 21. August Tierpark Hundshaupten; Freitag, 30. August Besichtigung Atemschutzanlage mit Bahnfahrt

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