Wiesenthau
Verkehr

Wiesenthau: Schranken ersetzen das Blinklicht

Die DB-Netz investiert in den Bahnübergang Wiesenthau. Die alte Anlage aus dem Jahr 1957 wird durch eine Schrankenanlage ersetzt.
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Der Bahnübergang Wiesenthau ist derzeit eine Großbaustelle.  Foto: Andreas Oswald
Der Bahnübergang Wiesenthau ist derzeit eine Großbaustelle. Foto: Andreas Oswald
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Immer wieder hat es am Bahnübergang Wiesenthau gekracht. Um in Zukunft Kollisionen zwischen Autofahrern und dem Zug der Wiesenttalbahn zu vermeiden, wird nun die Blinklichtanlage aus dem Jahr 1957 durch Bahnschranken ersetzt. Dies bestätigt auf Anfrage ein Sprecher der DB-Netz-AG.
Geplant war die Maßnahme seit langem: Bereits Ende 2015 waren Vertreter der Bahn und des Straßenbauamtes überein gekommen, dass hier eine Bahnschranke für mehr Sicherheit sorgen kann. Für das Genehmigungsverfahren zeichnete das Eisenbahn-Bundesamt verantwortlich. Ob eine Bahnschranke installiert wird, hängt von der Art der Strecke ab (Haupt- oder Nebenbahn) und richtet sich nach der Geschwindigkeit der Züge.
Vertreter von Polizei, Bundespolizei des Eisenbahn-Bundesamtes, der Bahn sowie des Landkreises Forchheim, beziehungsweise Freistaates , prüfen, ob die Sicherung für die örtlichen Gegebenheiten angemessen ist.


Technik auf Vordermann bringen

"Die sichersten Bahnübergänge", sagt der Pressesprecher der Bahn, "sind jene, die aufgelassen wurden." So sei in Bayern die Zahl der Bahnübergänge in den letzten 25 Jahren von 7000 auf 3500 halbiert worden. Auf der 15 Kilometer langen Strecke der Wiesenttalbahn von Forchheim nach Ebermannstadt gibt es derzeit noch 49 Bahnübergänge, von denen drei durch Andreaskreuze und Warnblinkanlagen gesichert sind. In Kirchehrenbach sorgen Bahnschranken für Sicherheit. Die Hoffnung der Planer, dass sich bereits 2017 am Bahnhof Wiesenthau die Bahnschranken senken könnten, erfüllte sich nicht. Doch nun haben am 6. Juli die umfangreichen Arbeiten für die komplette Erneuerung des Bahnüberganges an Kilometer 6,087 der Strecke Forchheim - Ebermannstadt begonnen.


Umfangreiche Bauarbeiten

Auf 850 Metern Länge muss entlang der Bahnstrecke ein Kabeltrog ausgehoben werden, damit frühzeitig das Signal die Autofahrer warnt und sich die Schranken automatisch schließen. Für die Lichtzeichenanlage und die Schrankenantriebe müssen Fundamente errichtet werden. Im Kreuzungsbereich werden Fundente für die Schrankenantriebe gesetzt. Außerdem ist ein neues Schalthaus notwendig. Auch neue Fundamente für die Signale müssen errichtet werden. Für die Stromversorgung wurden im Kreuzungsbereich Bohrungen durchgeführt. Zum Abschluss werden die Schleppkurven und Verkehrsinseln am Bahnübergang angepasst und neu gestaltet.
Dieses Plus an Sicherheit ist aber nicht billig. Die neue Schrankenanlage inklusive der notwendigen begleitenden Maßnahmen kostet rund 715 000 Euro, wie ein Sprecher der DB-Netz auf Anfrage bestätigt. In Betrieb gehen soll die neue Anlage nächsten Montag, 30. Juli. Bis dahin muss die bisherige Blinklichtanlage abgebaut sein. In der Zwischenzeit soll die Kreuzung durch eine Mobile Schrankenanlage gesichert werden.


Weniger Pfiffe

Die Gemeinden entlang der Strecke haben sich dafür eingesetzt, dass das Pfeifkonzert der Lokomotivführer weniger geworden ist. Dort, wo der Lokführer genügend Sicht hat, muss er nicht mehr pfeifen. Dafür haben neben Kirchehrenbach auch Ebermannstadt und Forchheim gesorgt: 24 Bahnübergänge wurden in den letzten Jahren aufgelassen. Als die Bahnstrecke Forchheim - Ebermannstadt 1891 eröffnet wurde, gab es im Durchschnitt alle 179 Meter einen Bahnübergang. Dennoch stehen auch heute noch 68 Tafeln mit den Buchstaben "LP" neben den Gleisen, die signalisieren: "Lokführer, pfeifen." In den 90er-Jahren gab es 135 Pfeif-Tafeln. Und die Bahn hätte gegen eine weitere "Flurbereinigung" nichts einzuwenden.


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