Kirchehrenbach
Gemeinderat

Wie sicher ist die Versorgung?

In Kirchehrenbach schob das Gremium eine Entscheidung über die Teilnahme am künftigen Trinkwasser-Konzept im Landkreis auf.
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Die Frage nach der Sicherheit der Wasserversorgung stellte sich angesichts des Klimawandels auch im Landkreis Forchheim. Carmen Schwind
Die Frage nach der Sicherheit der Wasserversorgung stellte sich angesichts des Klimawandels auch im Landkreis Forchheim. Carmen Schwind

"Trinkwasser ist unser höchstes Gut. Wenn unsere Brunnen mal versagen sollten, haben wir keinen Anschluss", trug Erste Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates Kirchehrenbach vor. Es ging dabei um eine mögliche Beteiligung am Strukturkonzept zu klimatischen Veränderungen und dessen Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung im Landkreis Forchheim.

Christian Sponsel, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Forchheim, hatte im August alle Wasserversorger, Zweckverbände und Gemeinden mit eigener Trinkwasser-Versorgung im Landkreis angeschrieben, da die Trinkwasser-Versorger vor der Herausforderung stehen, "in sich ändernden klimatischen Bedingungen, die Trinkwasserversorgung auch in den nächsten 20 bis 50 Jahren im Landkreis Forchheim sicher zu stellen".

Im Notfall nicht alleine

Gebhardt erklärte, dass ein interkommunales Konzept für einen Notfall entstehen soll. "Wir lassen ja unser eigenes Konzept erstellen. Aber dann könnten wir die Ergebnisse da mit einbringen. Die Kosten werden uns dann dafür erlassen", sagte sie weiter und wies noch einmal darauf hin, dass man im Notfall dann nicht alleine dastehe, sondern wisse, woher man Wasser bekomme. Ein eigener Maßnahmenplan sei wichtig, aber auch ein interkommunaler.

Das bestätigt auch Sponsel in seinem Schreiben: "Sowohl der Hitzesommer 2018 als auch der trockene Juni und Juli 2019 haben gezeigt, dass solche Maßnahmenpläne sinnvoll sein können." Weiter schreibt er, dass es unabhängig von den Planungen der Stadtwerke hinsichtlich möglicher Verbundleitungen zu interkommunalen Noteinspeisungen auch sinnvoll wäre, ein Konzept für den ganzen Landkreis zu erstellen. Dieses werde mit bis zu 70 Prozent vom Freistaat Bayern gefördert. Das Klimaanpassungskonzept soll die Trinkwassersicherung bis 2050 betrachten, "so dass jeder Versorger eine langfristige Zielplanung vor Augen hat, die zum einen die eigene Wassergewinnung, Speicherung und Verteilung sicherstellt und zum anderen eine mögliche Notversorgung aufzeigt und somit seine Versorgungssicherheit langfristig gesichert wird".

Bis Ende des Jahres sollen die Gemeinden ihre grundsätzliche Bereitschaft zur Teilnahme an der Studie signalisieren. Zu den Kosten konnte die Bürgermeisterin allerdings keine Auskunft geben. Das störte den Gemeinderat, denn ohne die Kosten zu kennen wollten sie nicht entscheiden, ob sie am Konzept teilnehmen wollen.

Zweiter Bürgermeister Michael Knörlein (CSU) warf ein, dass nach einer Karte zur Wasserversorgung im Landkreis Forchheim Kirchehrenbach im grünen Bereich sei: "Wenn wir unsere Bereitschaft signalisieren, müssen wir dann teilnehmen? Und wer entscheidet, wenn der Notfall ist, wo das Wasser weggenommen wird? Wir sind ja versorgt."

Anja Gebhardt antwortete, dass man sich ohne Verbund in einer Einzelstellung befände: "Wenn es dann ein Problem gibt, stehen wir da." Auch war den Räten nicht klar, ob man bei einer Zustimmung bis 2021 gleich mit Baumaßnahmen beginnen müsse. Deshalb wurde eine Entscheidung verschoben.

Die Räte schlugen vor, dassSponsel zur nächsten Sitzung eingeladen werden solle, damit er die Fragen des Gremiums direkt beantworten könne.

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