Gräfenberg
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Wetter stoppt Open-Mind-Festival nicht

Das Festival gegen Rechts in Gräfenberg leidet unter kalten Temperaturen. Und auch der Wahlkampf hinterließ beim Open-Mind-Festival Spuren.
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Foto: Petra Malbrich
Foto: Petra Malbrich
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Es ist alles wie immer. Als hätte das "Aus" nie über dem Open-Mind-Festival gestanden. Die Atmosphäre ist gut, die Menschen unterschiedlichen Alters tanzen mit Regenschirmen in der Hand zur Musik. Die Band heizt ein.
Wie gewohnt steht der meterhohe Gartenzwerg, der seinen Stinkefinger zeigt am rechten Rand der Bühne. "Nazis raus" steht unübersehbar auf dem T-Shirt des Zwergs und erinnert an die Entstehung des Open-Mind-Festivals vor elf Jahren. Damals war mit diesem Festival ein musikalisches Gegen zu den Naziaufmärsche geschaffen worden. Freigeistigkeit und Toleranz waren in den Mittelpunkt gestellt worden. Das Open-Mind ist eine öffentliche Veranstaltung, soll alle Menschen aller Kulturen ansprechen.

Und doch ist Wahlkampf. Von den selbstgestalteten Plakaten an den Ständen, die am Rand des Marktplatzes aufgestellt sind, wehen Slogans. "Stoppt die AfD", "No AfD", "keine Bühne der AfD", mit dem Hinweis, dass Faschismus keine Meinung, sondern ein Verbrechen sei.


Gäste harren im Regen aus

Der Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten ist als Fahne daneben aufgehängt. Auch eine Fahne mit "Bündnis 90- die Grünen" prangt von dem Weidenzaun, der Eintrittssperre am Marktplatz und zeigt die politische Gesinnung der Organisatoren.

Große Brezeln und Open-Mind-Shirts wurden verkauft. Auch eine CD-Verlosung fand statt. Doch das Wetter spielte nicht mit. Die Bandmitglieder von "Me and Reas", die zuerst aufgetreten waren, packten schnell nach ihrem Auftritt die Instrumente in den Kofferraum und verließen den Marktplatz. Auch die ersten Gäste, die bereits zwei Stunden in dem Regen ausgeharrt hatten, strichen die Segel und gingen wieder. Das Wetter und die kalten Temperaturen hatte den neuen Organisatoren schlichtweg einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Sich stundenlang gemütlich bei einem Getränk auf den Marktplatz stellen und beste Open-Air-Atmosphäre genießen, gelang nicht den ganzen Abend. Die Stimmung ließen sich die Organisatoren trotzdem nicht nehmen. Sie und einige hartgesottene Gäste tanzten, sangen, klatschten und freuten sich an der Musik, der guten Unterhaltung und an dem ganzen Flair, das hier herrscht.

Gleich nach dem Eingang konnten sich die Besucher an einer Bilddokumentation über die Nazis in Gräfenberg informieren. Zugabe Rufe hallten unterdessen über den Marktplatz. Trotzdem wechselte die Band die Bühne und mit neuer Musik der angekündigten Bands wurde weiter gefeiert - trotz kalt-nassem Wetter.
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