Obertrubach
Bauprojekt

Weg für Doppelturnhalle in Gößweinstein ist frei

Der Gemeinderat Obertrubach hat mit 8:4 für den Bau einer Doppelturnhalle in Gößweinstein gestimmt. Die Diskussion zuvor verlief kontrovers.
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Auch damit der Schulsport zeitgemäßer werden kann, wird die Schulturnhalle in Gößweinstein durch eine Doppelturnhalle ersetzt. Foto: tw/Archiv
Auch damit der Schulsport zeitgemäßer werden kann, wird die Schulturnhalle in Gößweinstein durch eine Doppelturnhalle ersetzt. Foto: tw/Archiv
Nach einer eineinhalbstündigen kontroversen Diskussion haben die Gemeinderäte von Obertrubach während einer Sondersitzung mit 8:4 Stimmen für den Bau einer Doppelturnhalle an der Grund- und Mittelschule in Gößweinstein gestimmt. Streitpunkt waren vor allem die Unterhaltskosten der Schulverbandsturnhalle: Dafür soll Obertrubach in 25 Jahren nach einer ersten Schätzung rund 250.000 Euro bezahlen.

Vor allem Richard Grüner (UWG) stieß die Kostenverteilung zwischen Gößweinstein und Obertrubach, gerechnet nach den aktuellen Schülerzahlen, sauer auf. Demnach muss Obertrubach 25 Prozent der Bau- und Unterhaltskosten tragen. Von dem als Gast anwesenden Gößweinsteiner Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) forderte Grüner das Zugeständnis, dass für Obertrubach der Unterhalt um mindestens fünf Prozent reduziert wird.


Standortvorteile

Denn nicht nur Grüner habe Gößweinstein klare Standortvorteile für die Hallennutzung bei Veranstaltungen. Deshalb dürfe man die Unterhaltskosten nicht nach Schülerzahlen berechnen, verlangte Grüner. "Es sollte schon ein erheblicher Teil der Kosten für Obertrubach weggenommen werden", meinte auch Bernd Reichel (BU), der im Schulverbandsrat sitzt. Als Schulverbandsrat hatte er noch für die Zweifachturnhalle gestimmt, als Gemeinderat von Obertrubach stimmte er nun aber dagegen. "Da werde ich leicht säuerlich, da wir in einer Partnerschaft drin sind", reagierte Bürgermeister Zimmermann. Als Reichel fragte, ob man noch nachverhandeln könne, kam von Zimmermann ein klares "Nein". Denn man sei "schließlich nicht auf einem Basar, sondern Partner".

Bei den Baukosten muss Obertrubach 344.000 Euro zum rund vier Millionen Euro teuren Bauprojekt beisteuern. Würde man nur eine Einfachturnhalle bauen, müsste Obertrubach weniger Bau- und Unterhaltskosten zahlen. Obertrubach müsste dann nur für seine Mittelschüler bezahlen, nicht aber für die Grundschüler aus Bärnfels.

"Stimmen wir gegen eine Doppelturnhalle, dann haben unsere Kinder verloren", appellierte Bürgermeister Markus Grüner (CSU), "wir bauen unseren Kindern eine Sportstätte und nicht den Gößweinsteinern." Zudem sei die Förderung seit der letzten Ratssitzung noch einmal deutlich angehoben worden, da Gößweinstein Stabilisierungsgemeinde ist und somit 75 Prozent Förderung bekommt. Vom Höchstsatz, den es vom Freistaat dafür überhaupt gibt, profitiert auch Obertrubach mit nun 90.000 Euro Eigenanteil weniger. So eine Chance, meinte der Obertrubacher Gemeindechef, komme nie wieder, da Obertrubach selbst keine Stabilisierungsgemeinde ist.


Auch eine Veranstaltungshalle

Für Heike Habermann (BW) steht jedoch fest, dass es auch eine Veranstaltungshalle wird, für die Obertrubach die Kosten mittragen muss. Dem hielt Zimmermann entgegen, dass Veranstalter Hallennutzungsgebühren bezahlen müssten, die dann dem gemeinsamen Schulverband zugute kämen. Dies wiederum reduziere die Schulverbandsumlage. Außerdem könnten auch Obertrubacher Vereine die Halle nutzen.


Welche Veranstaltungen?

"Können alle Veranstaltungen in der Halle gehalten werden, damit das mit der Förderung in Ordnung geht?", fragte Erich Fiedler (BU). Er hegte Zweifel daran, dass der Boden einer Sporthalle dafür geeignet ist. "Bauchschmerzen" bereiteten Fiedler vor allem die Baukosten: "Was ist, wenn die Kosten explodieren und es dann auf einmal 6 Millionen Euro kostet?" "Dann werden wir uns im Schulverband hinsetzten und darüber beraten", entgegnete Bürgermeister Grüner.

Noch einmal verschieben könne man die Entscheidung nicht. Dies betonte auch Gößweinsteins Geschäftsleiter Peter Thiem: "Wenn wir das Verfahren nicht anschieben, haben wir ein Problem mit der Planungsleistung." Thiem verwies darauf, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand Detailfragen beantworten könne.

Für die beiden Bürgermeister steht fest, dass nur mit einer interkommunalen Zusammenarbeit der Schulstandort im Forchheimer Oberland erhalten werden kann. Könne man keinen zeitgemäßen Schulsport mehr anbieten, stehe auch der Schulstandort zur Disposition.

Dritter Bürgermeister Erwin Eichler (CSU) stellte den Antrag auf Abstimmung. Richard Grüner, Hermann Frieser (FWG), Erich Fiedler und Bernd Reichel stimmten gegen die Doppelturnhalle. Alle drei maßgeblichen Gremien (Schulverbandsrat und die Gemeinderäte Gößweinstein und Obertrubach) sind jedoch mehrheitlich dafür. Daher kann nun durch den Schulverband die Architektenausschreibung in Auftrag gegeben werden.

Nach dem Abriss der alten Halle rechnet man etwa mit einem Jahr Bauzeit. Der Schulsport soll in dieser Zeit dann in der Turnhalle in Kirchenbirkig (Kreis Bayreuth) stattfinden.

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