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Ebermannstadt
Infrastruktur

Wassertausch der Wiesentgruppe mit Ebermannstadt läuft

Die Verbindungsleitung für einen Wassertausch zwischen Ebermannstadt und Gößweinstein ist geöffnet.
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Im Hochbehälter Debert beim Aufdrehen der  Verbindungsleistung (v. l.): Wassermeister Harald  Herbach, Stadtwerkechef Jürgen Fiedler, Michael Richter (WWA), Günther Prem  (WWA), Bürgermeisterin Christiane Meyer und Bürgermeister Hanngörg  Zimmermann. Foto: Thomas Weichert
Im Hochbehälter Debert beim Aufdrehen der Verbindungsleistung (v. l.): Wassermeister Harald Herbach, Stadtwerkechef Jürgen Fiedler, Michael Richter (WWA), Günther Prem (WWA), Bürgermeisterin Christiane Meyer und Bürgermeister Hanngörg Zimmermann. Foto: Thomas Weichert
In Ebermannstadt kommt künftig auch das Wasser der Wiesentgruppe aus dem Wasserhahn. Umgekehrt trinken die Gößweinsteiner sowie die weiteren Kunden der Wiesentgruppe bis in die Gemeinde Pottenstein (Kreis Bayreuth) auch das Wasser der Stadtwerke Ebermannstadt.

Gößweinsteins Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) und seine Ebermannstadter Amtskollegin Christiane Meyer (NLE) gaben in ihren Eigenschaften als Chefs der beiden Wasserversorgungen im Ebermannstadter Hochbehälter Debert den Startschuss für die Kooperation: Der Wasserzweckverband der Wiesentgruppe und die Stadtwerke Ebermannstadt versorgen sich mit gegenseitigen Trinkwasserlieferungen.


Schacht in Wohlmuthshüll

Die Verbindung der beiden Wassernetze zur Schaffung eines jeweiligen zweiten Standbeins entstand zwischen einem Schacht des Zweckverbands zur Wasserversorgung der Wiesentgruppe in Wohlmuthshüll und dem Hochbehälter Debert in Ebermannstadt. Ende September 2015 wurde der Kooperationsvertrag unterschrieben und die interkommunale Kooperation zum Bau einer Verbundleitung besiegelt.

Nach Abschluss des erfolgreichen Testbetriebes konnte im Januar 2017 die Verbindungsleitung ihrer bestimmungsgemäßen Nutzung übergeben werden. Über die Verbundleitung können die Wasserversorger Trinkwasser im Bedarfsfall austauschen.


300 Meter im Steilhang

Auf einer Strecke von 2080 Metern, davon 300 Meter im Steilhang, erfolgte die Leitungsverlegung im teils unwegsamen Gelände. Im Hochbehälter Debert der Stadtwerke wurde ein neues Überhebepumpwerk mit zwei Kreiselpumpen eingebaut. Um die Verweildauer des Wassers in der Verbindungsleitung zu minimieren, wird über diese täglich Wasser geliefert. Im Normalbetrieb ergibt sich so eine jährliche Durchflussmenge von rund 24.000 Kubikmetern Wasser.

Acht Monate liefern die Stadtwerke Trinkwasser an die Wiesentgruppe, die verbleibenden vier Monate wird Wasser der Wiesentgruppe nach Ebermannstadt geliefert. Obwohl die Endabrechnung noch nicht vorliegt, steht bereits heute fest, dass die veranschlagten Baukosten von 1,3 Millionen Euro unterschritten wurden. Der Freistaat bezuschusst die Maßnahme mit 500.000 Euro.

Die Wiesentgruppe hat in den Stadtwerken Ebermannstadt einen leistungsstarken Partner gefunden. "Die Schaffung eines zweiten Standbeins ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Eigenständigkeit der Wiesentgruppe", sagte Zimmermann. Wie er betonte, werde dadurch auch für die Kunden der Wiesentgruppe das tägliche Leben einfacher und kostengünstiger. Letzteres auch deshalb, weil die Wiesentgruppe keinen eigenen Wassermeister anstellen muss und im Bedarfsfall die Hilfe von Wassermeister Harald Herbach von den Stadtwerken in Anspruch nehmen kann.


Herbach als Wassermeister

Ab 1. Januar ist Herbach als Wassermeister auch für die Wiesentgruppe zuständig. Somit ist nun auch eine 24-Stunden-Notfallversorgung für die Wiesentgruppe gewährleistet. Dieser Kooperationsvertrag wurde letzte Woche erst geschlossen.

Ein aktuelles Beispiel, dass die Kooperation bereits funktioniert, war der Austausch der in die Jahre gekommenen Hauptpumpen der Wiesentgruppe. In der Bauzeit von drei Tagen übernahmen die Stadtwerke Ebermannstadt die komplette Wasserversorgung der Wiesentgruppe. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Ebermannstadt, Jürgen Fiedler, bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen. Michael Richter vom Wasserwirtschaftsamt Kronach lobte die Zusammenarbeit der beiden Wasserversorger zur Sicherung einer zuverlässigen Trinkwasserversorgung der Bürger.