LKR Forchheim
Kommunalpolitik

Wählerinitiative Landkreis Forchheim wird sich auflösen

Ende April 2020 soll die Wählerinitiative Landkreis Forchheim (WLF) aufgelöst werden. 1990 war die Liste auf Kreisebene erstmals angetreten.
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Rose Stark und Heinrich Kattenbeck stehen an der Spitze der WLF, die aufgelöst werden soll. Foto: Carmen Schwind
Rose Stark und Heinrich Kattenbeck stehen an der Spitze der WLF, die aufgelöst werden soll. Foto: Carmen Schwind

"1990 sind wir angetreten und haben die erste Liste für den Kreistag gegründet", erinnert sich Gründungsmitglied Rose Stark. Die Bürgermeisterin von Pretzfeld erzählt, dass einige Bürger damals enttäuscht gewesen seien, dass sich auf Kreisebene niemand um Umweltthemen gekümmert habe. Es sei zum Beispiel nicht klar gewesen, ob Gefahren von der Deponie in Gosberg ausgehen würden, denn diese war nicht abgedichtet. "Wir waren vor allem aktive Umwelt- und Naturschützer, die in keiner Partei waren, aber ihre Themen in die Landkreispolitik bringen wollten", erläutert Stark, "die Mitglieder wollten das Bewusstsein für die Umwelt stärken und Probleme angehen." Da solche Themen in Verwaltungen angegangen werden, wollte die WLF dort "unterstützend tätig sein". Die Stärke der Liste sieht Gründungsmitglied Rose Stark darin: "Unser Anliegen war, Anträge zu stellen, die von der Verwaltung auch wirklich umgesetzt werden können. Wir haben versucht, vernünftige Projekte gemeinsam zu realisieren."

Von 1990 bis 1996 führten Georg Meister und Heinz Marquart die Liste an, von 1996 bis 2002 Rose Stark und Heinz Marquardt. Ab 2002 standen Peter Morys und Rose Stark an der Spitze der WLF, ab 2014 Rose Stark und Klaus Schwab. Letzterer musste aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und Heinrich Kattenbeck rückte 2018 nach, der seit 2002 auf der Kandidatenliste der WLF stand.

Unmut bei den Landwirten

Georg Meister war Landwirt aus Mittelehrenbach. "Bei den Landwirten gab es großen Unmut wegen der Flurbereinigung", berichtet Rose Stark. Die Landwirte waren unzufrieden mit der Flächenverteilung. Es gab viele Verfüllungen in den Steinbrüchen und Biotope verschwanden. "Die wurden aufgefüllt und Flächen wurden versiegelt", erzählt Heinrich Kattenbeck. Außerdem fragten sich die Mitglieder der WLF, ob tatsächlich jede Straße ausgebaut und verbreitert werden muss. Themen der WLF waren unter anderem auch der Ausbau des Schienenverkehrs und die Schaffung einer zukunftsweisenden Mobilitätsversorgung im ländlichen Raum, der Lückenschluss für ein naturverträgliches Radwegenetz, die Bewahrung der fränkischen Landschaft oder die Schaffung eines Biosphärenreservats Fränkische Schweiz.

"Mittlerweile hat sich viel in der Bevölkerung geändert", meint Heinrich Kattenbeck. Auch die Altersstruktur der Liste sei hoch und es gebe zu wenig junge Leute, die sich kontinuierlich einsetzen wollten. So habe man sich entschlossen, die Liste zur Kommunalwahl im nächsten Jahr aufzulösen. Heinrich Kattenbeck will zukünftig für die Grünen ins Rennen gehen. "Schön ist, dass wir keine Konkurrenten, sondern freundschaftlich verbunden sind. So konnten wir uns auf kommunalpolitische Themen und die Umwelt konzentrieren", erklärt Rose Stark. Im Kreistag habe sich viel verändert und Umweltthemen würden angegangen. "Ich denke, das geht jetzt auch so", meint Rose Stark und Heinrich Kattenbeck ergänzt: "Die Zeit ist reif, denn die Themen werden jetzt von der breiten Bevölkerung getragen. Jetzt ist es gut."

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