Forchheim
Kreisausschuss

Vorschlag: Umgehung plus Stub plus Radweg für Dormitz

Ein Kreisrat legt seine Lösung für die Verkehrsprobleme in Dormitz vor: Umgehungsstraße plus Stadt-Umland-Bahn plus Radweg.
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Grafik: Carolin Höfler/MGO
Grafik: Carolin Höfler/MGO

Seit Jahrzehnten ist sie im Gespräch, die Ortsumgehung von Dormitz. Seit langer Zeit setzt sich Gerhard Schmitt (CSU) als damaliger Bürgermeister und heute als Kreisrat für eine Lösung der Verkehrsprobleme im Raum östlich von Erlangen ein. Und er hat eine - seiner Meinung nach die - tragfähige Lösung.

Er will zweigleisig fahren. Eine Ortsumgehung, um die gerade mal acht Meter breite Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2240 zu entlasten. Denn im Pendlereinzugsraum leben circa 20.000 Menschen, die weitgestreut wohnen. Einer aus Hetzles oder Ermreuth, so Schmitt, müsse mit dem Auto starten und "er bleibt beim Auto". Unter dem Gesichtspunkt Schadstoffe setzt Schmitt dabei durchaus auf Elektromobilität und Wasserstoffantrieb. Ergänzt werden müsse aber diese Umgehung durch eine Stadt-Umland-Bahn (Stub) mitten durch den Ort - die ideale Anbindung, so Schmitt - und einen Radweg, wofür der Platz auf der Ortsdurchfahrt passen würde. Sicher die Straße zu überqueren, ohne dass ein Schwerlastfahrzeug 50 Zentimeter entfernt am Passanten vorbeifahre, wäre so in Dormitz wieder möglich. Dafür habe er seit Jahren in jeder Bürgerversammlung plädiert.

Virulent wurde das Thema durch die Tekturplanung des Staatlichen Bauamts vom September 2018. Sachlich geht es hierbei nur um Veränderungen an drei Punkten, wie Stefan Arneth vom Staatlichen Bauamt dem Kreisausschuss erläuterte. Am Kreisverkehr im Süden - dort mündet die Staatsstraße aus Richtung Kalchreuth ein - soll der bestehende Rad- und Gehweg über die Trasse geführt werden statt unter ihr durch. Der öffentliche Feldweg Weiherer Weg soll ebenfalls durch eine Brücke über die Straße geleitet werden.

Die dritte Veränderung betrifft den Kreisverkehr im Norden von Dormitz. Bedingt durch das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinden am Brandbach - Hetzles, Neunkirchen am Brand und Dormitz - muss dort ein größerer Retentionsraum für den Ebersbach entstehen. In Zusammenarbeit mit den Wasserwirtschaftsämtern Kronach und Nürnberg wurde ein Flutmuldenkonzept entwickelt.

Frist endete

Am 11. Juni endete die Frist für Einwendungen von Privatleuten. Die Zahl der Einwendungen liegt bei über 400. CSU-Sprecher Edwin Dippacher will die Problematik an der Gesamtentwicklung des Raumes mit seinen wachsenden Gemeinden festmachen. Er gibt sich überzeugt davon, dass sich der Zuwachs auch von Fahrzeugen nicht durch "alternative Verkehre" abfangen ließe: "Wenn wir ihn nicht wegbringen, dann müssen wir den Verkehr leiten." Kreisverkehre an den Ortseingängen brächten das seiner Meinung nach nicht.

Anders sieht das Karl Waldmann, der Fraktionssprecher von Bündnis90/Grüne. In den zurückliegenden Jahren ist der Kreis dem Klimapakt der Metropolregion Nürnberg beigetreten und Pläne für eine Südostumgehung von Erlangen wurden auf Eis gelegt. Deshalb fragte er: "Wo ist der Sinn einer Umgehung von Dormitz, wenn die Autos dann in Weiher (Ortsteil der Gemeinde Uttenreuth) stehen?" Man sei sich im Gremium einig, dass die Fahrzeuge nur weniger würden, wenn der Stub-Ostast von Erlangen aus mit einer Verbindung zur Gräfenbergbahn komme und der Bustakt durchgängig bei 15 Minuten liege.

Der Kreis Forchheim dürfe sich nicht hinter einem Beschluss verstecken, der 19 Jahre alt ist, denn dieser "konterkariert unsere eigenen Ziele und die Pendler stehen weiterhin im Stau". Waldmann wagte den Vergleich mit den Metropolregionen München und Stuttgart, wo es üblich sei, mit dem öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) zu fahren.

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