Forchheim
Artistisches Theater

Vorfreude auf das ZirkArt Festival 2018 in Forchheim - Stadträte beschließen Förderung

In Forchheim findet am letzten Sommerferien-Wochenende zum vierten Mal ZirkArt statt. Die Stadt fördert das Straßenkunst-Festival mit 15 000 Euro.
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Bei der ZirkArt-Festivaleröffnung des Jungen Theaters Forchheim in 2016   sorgte unter anderem Hans Krüger mit seinem Holzfeuerwerk für Begeisterung. Foto: Barbara Herbst/Archiv
Bei der ZirkArt-Festivaleröffnung des Jungen Theaters Forchheim in 2016 sorgte unter anderem Hans Krüger mit seinem Holzfeuerwerk für Begeisterung. Foto: Barbara Herbst/Archiv
Die Königsstadt steht bald wieder Kopf: Vom 7. bis 9. September verwandelt das vierte ZirkArt Festival die Altstadt wieder in eine große Straßenkunst-Bühne. Die Besucher dürfen sich auf Künstler freuen, die mit artistischen Mitteln wie Jonglieren und Akrobatik, fantasie- und anspruchsvolle Geschichten erzählen. "Die Künstler zeigen nicht nur, dass sie wahnsinnig gute Tricks können, sondern präsentieren ihre Kunst in einem Theater-Kontext", erklärt Festivalleiter Lorenz Deutsch das Konzept.
Wie in den Vorjahren erstreckt sich das Festivalgelände von der Kaiserpfalz bis zum Rathausplatz. Auch die Kapellen, Wall- und Schulstraße sind einbezogen. Während des Festwochenendes ist das Areal abgeriegelt, nur Gäste mit Eintrittskarten (siehe Infobox) können es betreten. Auf mehreren Bühnen, Podesten und Spielorten präsentieren 20 nationale und internationale Gruppen ihre Straßenkunst. "Einige Künstler bringen einen eigenen Aufbau mit und haben eindrucksvolle Installationen", verspricht Deutsch, der künstlerische Leiter des Jungen Theaters Forchheim (JTF).


Stadt bezuschusst das Event

Das Festival, das der Verein alle zwei Jahre in Forchheim veranstaltet, hat ein Gesamtbudget von 111 000 Euro. Die Stadt fördert das Event erneut mit 15 000 Euro. Am Donnerstag stimmten die Stadträte des Haupt-, Personal- und Kulturausschusses einstimmig für die Bezuschussung. "Ich sehe das ZirkArt Festival als eine ganz wichtige und wertvolle Veranstaltung, die unterstützenswert ist", betonte die Kulturbeauftragte Katja Browarzik. Die Ausschussmitglieder lobten einhellig und fraktionsübergreifend ZirkArt und die Arbeit des Jungen Theaters. Das Gremium stimmte auch zu, eventuelle Einnahmeausfälle durch schlechtes Wetter bis zu einer Höhe von 10 000 Euro abzusichern.

"Die Ausfallbürgschaft haben wir noch nie gebraucht und wollen sie auch nicht gebrauchen", betont Deutsch. Die Straßenkunst-Produktionen seien dafür ausgelegt, im Freien gespielt zu werden. "Aber wenn es richtig regnen würde, wären manche Bühnen gar nicht bespielbar", fügt der JTF-Vorsitzende Ulli Raab hinzu. Trapez-Artisten beispielsweise können bei Regen nicht auftreten. Durch schlechtes Wetter könnte dem Jungen Theater am Ende die nötigen Eintrittsgelder fehlen. "Die Ausfallbürgschaft deckt nicht alles ab, wir müssten trotzdem draufzahlen. Aber wenn es für den Verein existenziell wird, geht das einfach nicht", bekräftigt Festivalleiter Deutsch. Vor zwei Jahren halfen knapp 90 Ehrenamtliche dem JTF, das Festival durchzuführen.


Das erwartet die Besucher

ZirkArt startet am Freitag, 7. September, um 19 Uhr wieder mit einer kostenlosen Auftakt-Gala. Die Artisten werden ein Kurzprogramm ihrer Kunst darbieten, damit jeder einen Eindruck bekommen kann, was am Festival-Wochenende geboten wird. Am Samstag und Sonntag können die Gäste dann auf mehreren Bühnen anspruchsvolle Straßenkunst erleben. Im Pfalzgraben können zudem Kinder und Jugendliche unter anderem Jongliergeräte ausprobieren. Und eine katalanische Künstlergruppe baut eine begehbare Installation im Graben auf.

Auf dem Kunsthandwerkermarkt werden an diesem Wochenende die ersten frisch gedruckten ZirkArt-Flyer verteilt. Mitte Juli kommt das endgültige Programmheft heraus. Doch zwei Highlights des ZirkArt 2018 verrät Lorenz Deutsch vorab: Das holländische Künstler-Duo Fabuloka reist mit ihrem selbstgeschweißtem Akrobatik-Stahlaufbau an. Die fantasievolle Gerüstkonstruktion wird während ihrer Show mehrfach umgebaut und wird am Ende zu einer Orangensaftpresse. Aus der Schweiz kommt das Duo "E1NZ" nach Forchheim, die modernen, "neuen Zirkus auf der Straße" darbieten.

Die Veranstalter erwarten wieder rund 10 000 Besucher, die nicht nur aus Forchheim und dem Landkreis, sondern auch aus ganz Deutschland kämen. "Das Festival hat wirklich Wellen geschlagen - auch in Künstlerkreisen. Und die Altstadt gibt eine fantastische Kulisse her", findet Ulli Raab, der seit einem Jahr zusammen mit Hubert Forscht Vorsitzender des JTF ist. "Das ZirkArt ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal von Forchheim."


Infobox: Eintritt und Tickets für das ZirkArt 2018

Tickets Der Vorverkauf startet nächste Woche. Karten gibt es im Jungen Theater in der Kasernstraße 9 und online unter www.zirkart.de und www.sparkasse-forchheim.de.

Preise Der Gala-Auftakt am Freitag ist kostenlos. Ein Tagesticket für Samstag oder Sonntag kostet für Erwachsene 11 Euro, Kinder (bis 16 Jahre) 6 Euro, Familien 27 Euro. Das Kombiticket für beide Tage kostet für Erwachsene 18 Euro, Kinder 9 Euro, Familien 39 Euro. Kinder bis sechs Jahre sind frei.

VVK Im Vorverkauf sind die Tickets günstiger: Ein Tagesticket kostet für Erwachsene 10 Euro, Kinder 5 Euro, Familien 25 Euro; die Kombitickets für Erwachsene 17 Euro, Kinder 8 Euro, Familien 35 Euro.

Finanzierung Das ZirkArt hat ein Budget von 100 000 Euro. Neben der Stadt Forchheim (15 000 Euro) finanziert auch der Landkreis das Festival. Noch offen sei, ob die Oberfrankenstiftung das Event unterstützt. "Öffentliche Förderung und Spenden und Sponsoring halten sich ungefähr die Waage", so Festivalleiter Deutsch. Durch Eintrittsgelder und Getränkeverkauf kämen viele Eigenleistungen hinzu. Aber: "Wir haben noch nie Gewinn mit ZirkArt gemacht. Wir haben das Budget nicht immer voll ausgeschöpft, wenn es wirklich gut gelaufen ist", so Deutsch.
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