Forchheim
Friedhofspflege

Vor Allerheiligen in Forchheim: Farbtupfer auf Gräbern sind im Trend

Mit Allerheiligen beginnt die stille Zeit. Viele Angehörige wollen auch hier Farbtupfer auf den Gräbern. Ein Forchheimer Friedhofsgärtner gibt Tipps.
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Friedhofsgärtner Michael Klaus bei der Arbeit Foto: Petra Malbrich
Friedhofsgärtner Michael Klaus bei der Arbeit Foto: Petra Malbrich
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Allerheiligen steht vor der Tür. Die Zeiten, als die Gräber für eine Art Winterschlaf vorbereitet wurden, sind allerdings vorbei. Nur noch wenige Menschen bedecken das Grab ihrer Verstorbenen unter einer schützende Schicht aus Tannen- oder Fichtenästchen. Damit wurde die leere Fläche bedeckt, wenn im Winter keine Blumen gepflanzt waren. "Auch die frischen Gräber, die Erdhügel, wenn erst kürzlich eine Beerdigung war, werden mit Tannenzweigen abgedeckt", sagt der Friedhofsgärtner Michael Klaus. Normalerweise bleibt ein frisch ausgehobenes Grab ein Jahr liegen, bevor es richtig eingefasst und gestaltet wird. Auch bei den leeren, nicht bepflanzten Ruhestätten kann mit den einfachen Tannenzweigen ein schöner Effekt gestaltet werden. "Wenn man das Tannengrün mit der Rückseite nach oben steckt, glänzt es silberfarben", verrät Klaus.

Grabgestaltung ändert sich

Trotzdem ändert sich die Grabgestaltung, wie ein Blick über die vielen Friedhöfe im Landkreis zeigt. "Den Leuten ist das Grab wichtig", sagt Michael Klaus. Der Gärtner betreut gut 300 Gräber im Raum Forchheim. Betreuen bedeutet die Gräber zu gestalten, passende und qualitative Blumen aus seiner Gärtnerei aufs Grab zu pflanzen und diese auch zu gießen. Bei der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr musst er das sogar sehr oft tun. Selbst jetzt im Herbst muss das Gießen noch gute zwei Mal pro Woche geschehen. Der Grund ist die veränderte Grabgestaltung. Nicht mehr das gesamte Grab mit Tannenzweigen bedecken und eine Blumenschale draufzustellen ist der Trend, sondern Farbtupfer durch lebende Blumen, die Wasser brauchen. "Wir nennen sie Herbstzauber", sagt Klaus über die verschiedenen winterharten Pflanzen, die nun gerne auf die Ruhestätten gepflanzt werden. Das sind Efeu, Gräser, das Currykraut oder der Stacheldraht, wie die Pflanze im Volksmund genannt wird. Der lateinische Name für das silbrige Gewächs ist Calocephalus, und wieder andere nennen es daher Silberkraut.

Frau schneidet Hecke zurück

Eine Frau auf dem Weißenoher Friedhof ist gerade dabei, die kleine Buchsbaumhecke auf dem rechten Rand ihres Doppelgrabs zurückzuschneiden. Der Buchsbaum steht für die Unsterblichkeit und ist Symbol der Liebe über den Tod hinaus, weshalb ihr diese Pflanze auf dem Grab ihrer Verstorbenen wichtig war. Im oberen Bereich hat sie ein kleines Rosenstöckchen gepflanzt. Auch diese klein bleibende Blume ist winterhart, kann zurückgeschnitten und ausgetauscht werden, ist ebenfalls Symbol der Liebe und war eine der Lieblingsblumen ihrer Großmutter, die in dem Doppelgrab beerdigt ist. Dazwischen sind verschiedene Pflanzen eingebracht, die auch Gärtner Klaus seinen Kunden empfiehlt oder anpflanzt - der Herbstzauber. Unangefochten auf der Beliebtheitsskala sind die typischen Herbstgewächse Erika oder Veilchen, wozu die Stiefmütterchen gehören. "Manche Leute wollen nur Stiefmütterchen auf dem Grab. Diese Blume gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen", sagt Klaus, der auch einen Tipp bereit hält: "Wenn man das Stiefmütterchen über den Winter halten möchte, sollte man alle Blüten der Pflanze entfernen. Sonst fault die Blüte und die Fäulnis geht in die Pflanze über." Das Stiefmütterchen kommt so eher durch den Winter und blüht dann auch wieder.

Heidekraut ist beliebt

Nicht wieder kommen die Eriken, wenn sie einmal verblüht sind. "An Ostern muss man sie wieder entfernen", sagt Klaus. Trotzdem ist das Heidekraut, unter dessen Gattung die Erika fällt, beliebt, und es gibt sie ebenfalls in vielen Farben. Der Friedhofsgärtner hat erst kürzlich ein Grab damit bepflanzt und ein zitronengelbes Heidekraut gewählt. Auf einem anderen Grab wurde ein Gras am rechten Rand gepflanzt, eine Schneeheide und drei farblich aufeinander abgestimmte Stiefmütterchen. "Efeu, der auch zum Herbstzauber gehört, wird weniger gepflanzt. Efeu sieht in Schalen schöner aus, weil er herunterhängt", erklärt Klaus. Somit gibt es auch für Schalen lebende Alternativen auf der letzen Ruhestätte.



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