Gräfenberg
Stadtrat

"Von Rodung kann keine Rede sein"

Auf zwei Flächen sind Bäume von einem Pilz befallen. Ob ein Kahlschlag notwendig wird, erläuterte ein Experte bei der Stadtratssitzung.
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Richtung Bahnhof betrifft es eine Fläche von 560 Quadratmetern, wo von dem Pilz befallene Bäume dicht an den Grundstücken stehen und in diese hineinragen.  Foto: Petra Malbrich
Richtung Bahnhof betrifft es eine Fläche von 560 Quadratmetern, wo von dem Pilz befallene Bäume dicht an den Grundstücken stehen und in diese hineinragen. Foto: Petra Malbrich

An der B2 am Hang Richtung Bahnhof und beim Michelsberg zum Kriegerdenkmal müssen Bäume gerodet werden. Sie sind von der Rußrindenkrankheit, einem Pilz, befallen. Rodung lautete deshalb die Überschrift der beiden Tagesordnungspunkte, die den Stadträten bereits vor wenigen Wochen vorlagen und eine lange Diskussion hervorriefen. Doch Rodung klingt nach Kahlschlag, was die Räte angesichts des Klimaschutzes nicht wollten. Was mit Wiederaufforstung gemeint war, blieb offen.

Naturverjüngung vorhanden

Das löste Verwirrung aus, weshalb Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD) den Forstrevierleiter Sefan Ludwig in die Sitzung holte. Vor allem auch, was den Weg im Wald in der Nähe des Kriegerdenkmals betrifft, denn dieser soll verbreitert werden, um die kranken Bäume abtransportieren zu können. Richtung Bahnhof betrifft es eine Fläche von 560 Quadratmetern. Die Bäume stehen dicht an den Grundstücken und sind derart groß, dass sie acht Meter in diese Grundstücke hineinragen. Mit viel Aufwand seien bereits einzelne Bäume herausgenommen worden, erklärte Förster Ludwig. Deshalb solle die Fläche nun bereinigt werden. Unter den Bäumen lugten bereits kleine Pflanzen hervor. "Es wird nicht kahl, sondern es wächst etwas nach", betonte Ludwig. Wenn es dort zu einer Verbuschung käme, wäre das ein Lärm- und Staubschutz für die Anwohner. Als dieser waren die Bäume laut Ludwig einst gedacht. Hans Derbfuß (CSU) regte an, Wildobststräucher wie Vogelbeere oder Kornellkirsche zu pflanzen, was auch Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla gefiel. Nur die Begriffe Rodung und Wiederaufforstung gefielen den Räten nicht. Dritte Bürgermeisterin Regine Bleckmann (SPD) kann sich hier eine Buschlandschaft oder einen Strauchgürtel vorstellen, was die Ratskollegen befürworteten.

Zu steil für Rückepferde

Was den Wald beim Kriegerdenkmal betrifft, ist bereits ein idyllisch liegender Weg im Waldstreifen vorhanden. "Man verbreitert die Fläche nicht großartig", beruhigte Ludwig. Doch die Bäume am unteren Hang seien nicht anders erreichbar. Die befürchteten fünf Meter Breite wird der Weg nicht messen. Der Forstrevierleiter geht von höchstens 3,50 Metern aus. "Denn je breiter der Weg wäre, desto steiler wäre die Böschung", sagte Ludwig. Von Rodung könne auch hier keine Rede sein. Es handele sich um drei bis fünf Bäume, die entfernt werden müssten. Martin Kempe (FE) schlug vor, Rückepferde einzusetzen. Tatsächlich werde oftmals wieder mit Pferden gearbeitet, bestätigte Ludwig, doch der Wald hier wäre selbst für Pferde zu steil. In diesem Zusammenhang sagte der Bürgermeister zu Ludwig, ein Überblick über Gräfenbergs Wälder wäre gut. Zum Ende des Winters wollen sich die Stadträte in den Wäldern umsehen und eine Bestandsaufnahme machen.

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