Forchheim
Jugend

Von Ferienlagern und Fabelwesen

Wenn im Sommer Besucher in großen Gruppen aus anderen Bundesländern nach Forchheim reisen, haben sie ein Ziel: Den Jugendzeltplatz auf der Schleuseninsel.
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Auf dem Jugendzeltplatz geht es magisch zu: Die katholische Jugend St. Bonifatius aus Gießen ist auf der Suche nach Fabelwesen.  Fotos: Jutta Rudel
Auf dem Jugendzeltplatz geht es magisch zu: Die katholische Jugend St. Bonifatius aus Gießen ist auf der Suche nach Fabelwesen. Fotos: Jutta Rudel
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Mit bunten Perücken, Fellen und Umhängen berkleidet laufen und kriechen einige Gestalten über den Jugendzeltplatz in Forchheim. Um sie herum bilden sich Trauben von begeisterten Kindern. Was hier vor sich geht? Die katholische Jugend St. Bonifatius aus dem mehr als 260 Kilometer entfernten Gießen veranstaltet hier ihr Zeltlager.

Der Leiter des Zeltlagers, der 22-jährige Matthias zeigt auf den Holztorbogen mit der Aufschrift "Mambora" und erklärt: "Wir überlegen uns immer eine filmreife Geschichte, die das ganze Lager mitbewegt. In diesem Jahr geht es um die Insel Mambora." Auf dieser soll ein Freizeitpark errichtet werden. Die Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren erhalten zu Beginn die Aufgabe, die Insel zu erkunden. Im Laufe der neun Tage Aufenthalt "merken sie, dass dort Fabelwesen leben". Ziel ist es, dass die Kinder am Ende des Zeltlagers "Mambora" und ihre Einwohner schützen wollen und gegen eine kommerzielle Nutzung der Insel sind. "Wir geben nur die Rahmenpunkte vor, die Kinder interpretieren viele Sachen und füllen damit die Geschichte."

Freizeit auf der Schleuseninsel

Dass die Gießener ausgerechnet die Schleuseninsel für ihr Zeltlager auswählten, liegt nicht nur daran, dass sie als perfekte Kulisse dient: "Der Platz ist echt cool, weil viele Freizeitmöglichkeiten außen rum sind", sagt der 17-jährige Gruppenleiter Bene. Denn auf dem Zeltplatz gibt es nicht nur Feuerstellen und Tischtennisplatten, sondern auch einen Fuß- und Volleyballplatz sowie eine Mountainbikestrecke. Auch die Fläche mit insgesamt vier Hektar sei bei 140 Teilnehmern ausschlaggebend gewesen. Der 22-Jährige stimmt zu: "Für so große Gruppen ist es schwierig, eine passende Infrastruktur mit Strom, Wasser und einem Wald in der Nähe zu finden. Hier gibt es das alles." Deshalb reisen sie alle fünf Jahre nach Forchheim.

Die Hessen sind nicht allein auf dem Platz: Neben ihnen hat eine Katholische Junge Gemeinde aus Baden-Württemberg ihre Zelte aufgeschlagen. "Wir sind momentan gut belegt mit zwei Gruppen und insgesamt 230 bis 240 Personen", sagt Thomas Wagner, der unter anderem als Sachgebietsleiter für Freizeitanlagen der Stadt tätig ist. Drei Hektar umfassen allein die beiden Zeltplätze. "Es wäre noch etwas Platz", meint Wagner. Spontane Anmeldungen seien aber besonders jetzt in den Sommerferien schwierig.

Wie steht es um den Zeltplatz?

"Die Anmeldungen, gerade für die Sommerferien, haben einen ziemlich langen Vorlauf, zum Teil von einem Jahr", sagt Wagner. Es bestehen bereits Anfragen für 2020. "Es kommt alles mögliche an Jugendgruppen, zum Beispiel Vereine, Pfadfinder oder Blasmusikgruppen." Manche bleiben ein Wochenende, andere bis zu zwei Wochen.

"Mit den Belegzahlen sind wir zufrieden, auch außerhalb der Ferienzeit", versichert Wagner. Abseits der Ferienzeiten werden häufig Wochenendplätze gebucht. Ab Ostern, spätestens Pfingsten, kommen die ersten Zelter in die Staustufe 21. "Gegen Ende der Sommerferien wird es dünn", sagt er. Anfang/Mitte September werden dann die letzten Zelte abgebaut.

Der Zustand des Zeltplatzes ist trotz vieler Nutzung gut: "Es gibt aktuell nichts, was saniert werden muss", sagt Wagner. 2007 wurde die Anlage grundlegend saniert. So gibt es zwei Häuser, die mit sanitären Anlagen, Küchen und Aufenthaltsräumen ausgestattet sind.

Der Zeltplatz ist aber nicht nur für Jugendgruppen gedacht, sondern auch für Kurzaufenthalte von Familien, Einzelzelter und Radfahrer. "Es waren auch 15 Leute hier zum Zelten wegen des Annafestes und es gab einen Junggesellenabschied", erinnert sich der Leiter. In die Quere kommen sich die Inselbewohner nicht: "Jeder kann hier sein Ding machen, das ist das Tolle."

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