Eggolsheim

Von Eggolsheim zur Hotel-Managerin in Hamburg

Christina Mackedanz aus Eggolsheim hat nach dem Abitur nicht lange gefackelt. Die 32-Jährige leitet heute ein Hotel in Hamburg mit 37 Beschäftigen und 128 Apartments. Zum Ballsport kam sie gerade wieder in die Forchheimer Heimat.
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Diesen Ausblick über Hamburg hat Christina Mackedanz vom Dach "ihres" Hotels.  Fotos: privat
Diesen Ausblick über Hamburg hat Christina Mackedanz vom Dach "ihres" Hotels. Fotos: privat
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Jedes Jahr strömen Abiturienten aus den Schulen, die erstmal Urlaub machen wollen und sich in Ruhe überlegen, was folgen soll. Studium oder klassische Ausbildung - "was ist wohl das Beste für mich?" Christina Mackedanz aus Eggolsheim hat bei dieser Frage nicht lange gezögert: Nach dem Abitur am Herder-Gymnasium wollte sie raus, reisen, mehr erleben. Die Hotelbranche schien für sie perfekt zu passen. Und es passte. Mit ihren heute 32 Jahren hat Christina Mackedanz Karriere gemacht.

Den Grundstein für eine Laufbahn in der Hotelbranche legte sie in Nürnberg. Eine Ausbildung zur Hotelfachfrau im Le Méridien Grand Hotel am Bahnhofsplatz mit parallelem Besuch einer Fachklasse für Hotelfachleute schien das Richtige zu sein. Mit einem guten Zeugnis ausgestattet zog es sie dann nach zwei Jahren in die Ferne.
"Hamburg war meine Wunschstadt", sagt die 32-jährige Eggolsheimerin.

Weltluft schnuppern an der Alster

Es gelang ihr der Sprung in die Hansestadt Hamburg. Im Schwesterhotel ihres Nürnberger Ausbildungsbetriebs, im Le Royal Méridien Hamburg, schnupperte sie an der Binnenalster Weltluft. Dank ihrer guten Sprachkenntnisse wurde sie in den verschiedensten Abteilungen dieses Fünf-Sterne-Hotels eingesetzt. "Am meisten Erfahrung mit internationalen Gästen konnte ich als Concierge sammeln", meint Christina Mackedanz. Nach einer weiteren Station bei der Mövenpick-Gruppe kam der für sie wichtige Schritt ins Adina Apartment Hotel Hamburg Michel, das unweit der St. Michaeliskirche liegt. 2010 übernahm Christina Mackedanz dort die stellvertretende Hotelleitung. Anfang 2014 wurde sie zum General Manager - auf deutsch Hoteldirektorin - befördert. Die Aufgabe empfindet Mackedanz als vielschichtig und anspruchsvoll. Die junge Frau trägt die Verantwortung für die Leitung und Repräsentation des Hauses. Außerdem führt sie ein internationales Team, dem Männer und Frauen aus 15 Ländern angehören. Mackedanz muss die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens garantieren, gleichzeitig aber jedem Gast im Haus ein gutes Gefühl geben.

Briefing der Zimmermädchen

37 Beschäftigte in einem Hotel mit 128 Apartments müssen geführt werden. Ein morgendlicher Rundgang steht am Anfang des Arbeitstages. Und die Fragen, die sich die Eggolsheimerin täglich stellen muss: Wer aus dem Team hat heute Dienst? Werden alle Standards eingehalten? Ist das Äußere des Hotels gepflegt? Funktionieren die inneren Abläufe?

"Besonders wichtig ist mir eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Team", sagt Christina Mackedanz. Täglich brieft sie ihre Truppe. Umsätze, VIP-Anreisen und touristische Highlights werden besprochen. Sogar die Zimmermädchen müssen Fragen der Touristen beantworten können. So zum Beispiel, welche Schiffe am Hafengeburtstag oder an den Hamburger Cruise Days gerade da sind.

Oft geht Christina Mackedanz auch direkt in die Hotelhalle und hilft aus, bei allen logistischen Fragen, die Hotelgäste haben. Wie sie am schnellsten zum Rathaus kommen, zum Hafen, zum Musical, zur Reeperbahn.
Es gibt immer wieder Überraschungen. So kommt es schon mal vor, dass ein kompletter Löschzug der Feuerwehr wegen eines Wasserkochers auf der Herdplatte eines Gastes anrückt. Oder 30 Fußballer aus Fürth, die um den Aufstieg in die erste Bundesliga kämpfen und sich nur kurzfristig anmelden konnten.

Gute Bewertung im Internet

Der Nachmittag der Hotelchefin steht im Zeichen der Betriebswirtschaft. Sie rechnet, wie viele Zimmer zu welchem Preis vermietet werden müssen, um die Zielvorgaben des Australischen Mutterunternehmens zu erreichen. Und wie sich die Buchungslage im Vergleich zum Durchschnitt der Stadt und zu den direkten Mitbewerbern entwickelt. Auch die Korrespondenz mit der Firmenzentrale ist Chefsache, genau wie der Blick auf die Bewertungsportale im Internet. Das Hotel wird in einem wichtigen Bewertungsprotal zu den Top 5 von über 300 Hotels in Hamburg geführt. Trotz der hohen Stammgastquote ist dieser Titel für Christina Mackedanz sehr wichtig, wie sie sagt.

Trotz der Entfernung zur Forchheimer Heimat, hält die 32-Jährige engen Kontakt zu ihren Wurzeln. Die Familie sei ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, meint sie. Vor kurzem hat sie noch am QuattFo-Turnier auf der Sportinsel teilgenommen. Das Annafest hätte sie auch gern besucht, aber wichtige Termine mit der australischen Firmenzentrale kamen heuer dazwischen.
Obwohl sie sich der Heimat noch verbunden fühlt, bereut Christina Mackedanz nicht, dass sie in Hamburg lebt. "Hamburg ist immer eine Reise wert", sagt sie und empfiehlt das bunte Szeneviertel Schanze oder Tanzen-gehen auf der sündigen Meile. Viele besuchen ein Musical oder den Fischmarkt. Christina Mackedanz hat aber auch geheime Tipps auf Lager. Wenn FT-Leser aus der Heimat im Hotel anrufen, sagt sie, dürften sie gerne nach ihr fragen.

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