Wiesenttal
Anbiss

Vom Fliegenfischen-Kurs zum professionellen Kochen

Der Muggendorfer Hotelier Andreas Bugl bietet nicht nur Fliegenfischerkurse an, sondern bereitet den Fang in der Küche des Gold'nen Stern auch köstlich zu. Manchmal auch unkonventionell . Und er beweist: Fleisch und Fisch vertragen sich!
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Raffiniert: Bei Andreas Bugls "Surf 'n' Turf" trifft Wassertier auf Wiesenttaler Biorind. Maria Schwegel (l.) , die Frau des Wüstensteiner Fischzüchters, der den Gold'nen Stern beliefert, freut sich schon auf den kulinarischen Genuss der Extraklasse. Fotos: Andreas Oswald
Raffiniert: Bei Andreas Bugls "Surf 'n' Turf" trifft Wassertier auf Wiesenttaler Biorind. Maria Schwegel (l.) , die Frau des Wüstensteiner Fischzüchters, der den Gold'nen Stern beliefert, freut sich schon auf den kulinarischen Genuss der Extraklasse. Fotos: Andreas Oswald
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Michael Kulassek kommt aus dem Ruhrpott. Er ist "normaler" Angler. Aber irgendwann war er es müde, am Weiher zu hocken, "mit ner' Kanne Bier dabei", und den Wurm zu baden. Er setzte sich zusammen mit seinem Sohn an den PC, surfte im Netz unter dem Stichwort "Fliegenfischer Kurse" und "Übernachtung " - und hat damit einen guten Fang gemacht.

So landen Vater und Sohn im Gold'nen Stern in Muggendorf. Denn hier bietet der Hotelier Andreas Bugl mit der Fliegenfischerschule von Michael Sanna Kurse in der hohen Kunst des Flugangelns an. Bugl selbst ist mit der Fischerei aufgewachsen: "Ich hab' noch nicht richtig laufen können, da konnt' ich schon angeln", erzählt er aus Jugendzeiten in seiner niederbayerischen Heimat. Zum Fliegenfischen ist er aber erst 2005 gekommen - durch Michael Sanna, dem "Fly Fishing Instructor" , so der offizielle Titel.
Damals habe sich die Fliegenfischerei noch in Waischenfeld abgespielt, "hier hingegen war das Wanderzentrum", erklärt Bugl. Doch diese Trennung sei falsch gewesen, betont der Gastronom: "Wir haben hier in Muggendorf ein sehr schönes Stück Wasser - das nur nicht richtig vermarktet worden ist". Sein Bestreben sei es gewesen, so betont Andreas Bugl, "dieses schöne touristische Angebot einem breiteren Publikum näher zu bringen". Gesagt getan: Er pachtete 2007 den Wasserlauf von 2,7 Kilometer Länge, von Muggendorf bis Streitberg an und nahm die Fliegenfischerschule Fränkische Schweiz mit ins Haus.

"Die schönste Art des Fischens" ist mittlerweile ein Angebot, bei dem immer mehr Urlauber "anbeißen": Die wöchentlichen Kurse sind stets gebucht von Fliegenfischern aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich und der Schweiz. "Die Wiesent gehört für Fliegenfischer zu den zehn schönsten Flüssen in Europa", betont Andreas Bugl nicht ohne Stolz.

"Es ist natürlich wichtig für uns Männer, die Beute der Frau zu präsentieren", sagt der Hotelier. Deshalb bereitet Andreas Bugl in seiner Küche dem Angler den Fang auch gleich köstlich zu. Von den raffinierten Variationen konnte man sich kürzlich bei einem Spezialitätenabend im Gold'nen Stern überzeugen. Sterns Stunde war hier ein ungewöhnliches, aber reizvolles Rendezvous zwischen einem angeräucherten Bachsaiblingfilet und einem Steak vom Wiesenttaler Biorinderfilet an Heidelbeer-Kirschdelice. Das Ganze umspült mit erlesenen Tropfen des Weinguts Castell und angereichert mit Erläuterungen "rund um die heimischen Fische" vom Wüstensteiner Züchter Karl-Peter Schwegel offenbart, warum sich Franken zu Recht als "Genussregion" bezeichnet. Alles, was die Fränkische Schweiz an frischer Ernte bietet, kann man übrigens bei der "Hofladen-Tour" am 1. Mai kennen lernen. Darunter auch die Forellenzucht der Familie Schwegel in Wüstenstein!


Aus Bugls Kochbuch

Rezept Eine Vorspeise, die auch zuhause ein Essen zum Erlebnis werden lässt: Lachsforellentatar (4 Portionen).
Man nehme:
1 Lachsforelle ca. 350 gr.
1 Orange ( naturbelassen )
1 Zitrone ( naturbelassen )
1 Lemone ( naturbelassen )
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
Senfkörner, Chili, Dill, Petersilie, Meersalz, Zucker, Pfeffer,

Zubereitung Lachsforelle filetieren ( oder vom Fachhändler gleich zwei Filets statt einen ganzen Fisch kaufen).
Filets Salzen und etwas zuckern. Halbe Zitrone, halbe Orange, halbe Lemone in Scheiben schneiden, auf ein Blech geben und die Filets auf der Fleischseite über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
Am Folgetag die Filets von Orange, Zitrone und Lemone befreien, die Haut abziehen und das Fleisch in feine Würfel schneiden.
Die Zwiebel in feine Würfel schneiden und zum Tatar zugeben! Der restlichen Lemone, Orange und Zitrone die Haut abraspeln und den Saft

auspressen - beides ebenfalls zum Tatar zugeben. Kleinen Bund Petersilie und Dill hacken und zugeben.
Mit gehackten Senfkörner, fein gehacktem Knoblauch, Chili, Zucker, Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Dazu Kartoffelbackers, Sauercremesauce. Guten Appetit!

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