Kunreuth

Vier Sixpacks für ein Halleluja

Troubadoure, Tote und jede Menge Klamauk erfreuten das Publikum am Wochenende im Kunreuther Rathaussaal.
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Nicht ganz ernst gemeinte Wildwest-Romantik beschworen die Jungs von "TroubaDur" herauf. Aus den bauen Bergen kamen sie - und kehrten dahin zurück.  Fotos: Franz Galster
Nicht ganz ernst gemeinte Wildwest-Romantik beschworen die Jungs von "TroubaDur" herauf. Aus den bauen Bergen kamen sie - und kehrten dahin zurück. Fotos: Franz Galster
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Sie sind offensichtlich immer noch zu toppen, die Kunreuther a-cappella und Comedy-Nächte des Vokalensembles "TroubaDur". "Los A-Cappell-al-Eros" lautete dieses Jahr ihr Thema. Die beiden Aufführungen im Rathaussaal von Kunreuth waren schnell ausverkauft.

Mitwirkende waren außerdem der Kriminalautor und Satiriker Helmut Vorndran aus dem Bamberger Land und die A-cappella-Gruppe "B'n'T" aus Regensburg.

"Wo sind sie denn, die Frauen, die Männer wissen nicht, was Frauen wollen. Sie lassen einfach ihre Bäuche kreisen", klagte Katharina Niebler alias Señorita in ihrem Dorf in Mexiko. Sie erzählte in dieser Show auch die Rahmenhandlung. Als dann die "Los A-Cappell-al-Eros" von "TroubaDur", die glorreichen Sieben, durch das Publikum auf die Bühne "ritten", sprang der Funke sofort über. "Aus den blauen Bergen kommen wir", sangen sie - wobei sie den bekannten Song auf ihre Weise interpretierten.

Jetzt sind sie hierher nach Mexiko gekommen in der "Noche Magica", der "magischen Nacht", um die Frauen zu betören, die sich ihnen anschließen. Über Berge und Täler wurden sie deshalb von deren Angehörigen verfolgt und landeten schließlich im Gefängnis, dabei wollten sie doch nur für die Frauen singen.

Schließlich kehrten sie unter lautem Klatschen der Zuhörer wieder in ihre blauen Berge zurück. Die Sänger von "TroubaDur" untermalten die Handlung mit eingängigen Zwischengesängen wie "Oh Donna Clara, ich hab dich tanzen gesehen", "Kriminaltango" oder "Vamos amor". Letztlich meldete sich tröstend der kleine Ohrwurm mit dem Lied "Hallo ich bin Dein Ohrwurm ... Was soll's, Du hast ja mich", eine Eigenkomposition von "TroubaDur".

Völlig anders verlief der zweite Teil des Abends. Vorsitzender Ernst Strian begrüßte dazu Helmut Vorndran, der sowohl aus seinen bereits erschienenen als auch aus noch unveröffentlichten Krimis las. Vieles spielt dabei in heimatlichen Gefilden zwischen Haßfurt und den Raum um Staffelstein. Vorndran fühlte sich aber im "evangelischen Ketzerzentrum", wie er Kunreuth nannte, recht wohl.

Ein Fall für Physik-Ass Merkel

"Ich schreibe Krimis, da werden leider Menschen umgebracht, aber in meinen Büchern wird auch viel gelacht", meinte er. Dazu gehörten auch Kurzgeschichten wie die Landung der Air Force One auf dem neuen Berliner Flughafen als erstes Flugzeug nach der Eröffnung, mit Donald Trump.

Angela Merkel war arg vom ankommenden Gast beleidigt worden. Nach wenigen Metern sackte das amerikanische Flugzeug vorne in voller Breite auf der Rollbahn ein. Merkel ist schließlich Physikerin, damit kannte sich Merkel aus. Hier galt Germany first. An anderer Stelle fand er die Staffelsteiner Mundart als das "Erbärmlichste, was das Fränkische zu bieten hat". Freilich zeigte Vorndran auch, dass Mundart äußerst deftig sein kann. Die Parodien und die Satire waren vielseitig. Das Zwerchfell wurde heftig strapaziert. Reinhard Niebler sagte für "TroubaDur" schließlich "B'n'T" aus Regensburg an. Mit Rock und Pop in bester Kultur hoben sie sich erfrischend vom vorhergehenden Programm ab und bereicherten es. Vier Sänger und eine Sängerin boten feine Musik a-cappella. Drei der Sänger wurden früher bei den Regensburger Domspatzen ausgebildet. Eigenkompositionen gehörten ebenso zum Repertoire wie bekannte Songs aus der Beat und Bluesszene. Letztlich luden Countrysongs wie "Country Road" mit eingängigen Melodien zum Mitsingen und rhythmischem Klatschen ein. Alle stimmten am Ende auf die Eigenkomposition der Kunreuther "Etz is alles vorbei" ein. "Liebe Gäste, ihr temporäres Visum für die Grenzregion läuft aus und die Pferde müssen noch versorgt werden", meinte der zweite Vorsitzende von "TroubaDur" und dankte abschließend vielen Helfern.

2019 feiern "TroubaDur" ihr 25-jähriges Jubiläum. Die Besucher erhielten Listen mit 25 ihrer bekanntesten Songs, auf denen sie zehn Lieder anzukreuzen durften - "weil der Oktober der Monat der Wahlen ist", wie Reinhard Potzner sagte. Daraus werden einige Glückliche gezogen, die in einem Jahr kostenlose Eintrittskarten erhalten.



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