Gräfenberg
Energie

Vier Gemeinden wollen autark werden

Gräfenberg, Weißenohe, Igensdorf und Hiltpoltstein haben sich zur "Energieregion Südliche Fränkische Schweiz" zusammengeschlossen.
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Das Interesse   der Bürger   hielt sich  bei der Auftaktveranstaltung in Grenzen. Foto: Petra Malbrich
Das Interesse der Bürger hielt sich bei der Auftaktveranstaltung in Grenzen. Foto: Petra Malbrich
Ruhig sei es zur Energiewende geworden, sagte Wolfgang Kiesling vom Amt für ländliche Entwicklung Bamberg bei der Auftaktveranstaltung zur "Energieregion Südliche Fränkische Schweiz" im Gräfenberger Sportheim. Zu dieser Energieregion haben sich die vier Gemeinden Gräfenberg, Weißenohe, Igensdorf und Hiltpoltstein zusammengeschlossen. Neben den vier Bürgermeistern und etlichen Gemeinderäte waren allerdings nur wenige Bürger zur Auftaktveranstaltung gekommen. Das langfristige Ziel der beteiligten Gemeinden ist es, eine Art Stadtwerk oder Energiewerk zu gründen und somit autark zu werden. Gefördert wird die Erstellung des Energiekonzepts vom Amt für ländliche Entwicklung.

"Die Gemeinden nehmen dafür einen hohen Betrag in die Hand, einen stolzen Betrag", sagte Kiesling. Immerhin kostet die Erstellung des Konzepts 95 000 Euro und wird zu 75 Prozent gefördert. Der Antrag ist bereits bewilligt. Die restlichen 25 Prozent der Kosten teilen sich die vier Gemeinden - anteilig bezüglich der jeweiligen Bevölkerungsanzahl. Auch die Gemeinden haben schon ihren Beitrag geleistet und in ihren Mitteilungsblättern Fragebögen abgedruckt. 80 davon wurden zurückgegeben.


Relevante Daten

Auch Mitarbeiter der Firma "Energievision", die das Konzept erstellen und die Umsetzung prüfen, seien derzeit unterwegs, um die Siedlungsstruktur zu erheben. Weißenohes Bürgermeister Rudolf Braun (FW) wies darauf hin, dass momentan ein sogenannter Vitalitätscheck durchgeführt wird . "Energievision" will dadurch erfahren, wie groß der Bestand an konventionellen Energieerzeugungsanlagen ist und wo bereits erneuerbare Energien verwendet werden. Von dem Kfz- Zulassungsamt wird darüber hinaus die Zahl der Autoanmeldungen erfragt. Anhand der Kraftfahrzeugtypen kann das Unternehmen nach eigenen Angaben Rückschlüsse auf den durchschnittlichen Energieverbrauch ziehen.

Und ein Wärmekataster wird erstellt. Mittels des Baualters der Gebäude wird berechnet, wo wie viel Energie benötigt wird und ob über ein Nahwärmenetz nachgedacht werden kann. "Das alles gehört zur Bestandsanalyse", sagte Ralf Deuerling von "Energievision". Die steigende Kosten fossiler Energieträger waren einer der Gründe, über die Gründung einer Energieregion nachzudenken. "Gerade die Kommunen müssen wirtschaften. Eine Kläranlage verschluckt viele Energiekosten", erklärte Deuerling. Zudem haben die Pläne auch handfeste wirtschaftliche Gründe. "Je mehr erneuerbare Energien wir hier nutzen, desto weniger fließt aus der Region weg", sagte Deuerling.

Gerade bei Gebäuden, die zwischen 1950 und 1990 gebaut wurden, sei das Einsparpotenzial hoch. Und auch Nahwärmeversorgung könne dort denkbar sein. "Können die Gemeinde in zwanzig Jahren autark werden?", stellte Deuerling in den Raum. Dies sei die entscheidende Frage.


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