Schlaifhausen
Jubiläum

Vielseitige Wettbewerbe beim Jubiläum des Krieger- und Militärvereins

Zur 100-Jahr-Feier des Krieger- und Militärvereins Schlaifhausen gab es militärische Wettbewerbe, eine Kanonensegnung und vieles mehr.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bei der Wurfübung Foto: Franz Galster
Bei der Wurfübung Foto: Franz Galster
+8 Bilder

Ideenreich hat der Krieger- und Militärverein (KMV) Schlaifhausen sein 100-jähriges Bestehen begangen. Nach dem Festkommers stand ein Tag ganz im Zeichen eines militärischen Vielseitigkeitswettbewerbs. 29 Reservisten in 14 Gruppen nahmen daran teil. Sie kamen aus Fürth sowie den Landkreisen Bamberg und Forchheim. In sieben Disziplinen wie internationale Fernmeldeübungen, Sechs-Kilometer-Marsch am Walberla zwischen Schlaifhausen, Wiesenthau und Kirchehrenbach, Entfernung schätzen, Quiz zu sicherheitspolitischen Fragen rund um das Militärwesen oder Leben im Feld mussten sich die Reservisten im Wettkampf bewähren. Die Sonne lachte vom Himmel, was den Marsch in voller Ausrüstung nicht leichter machte. Interessant war zu beobachten, wie man im Feld mit Tampon, Feuerstein und Holz in wenigen Sekunden ein Feuer erzeugen konnte. Die organisatorische Leitung hatten Obergefreiter d.R. Markus Schirmer und Ralph Batz, Hauptfeldwebel d.R., vom Jubelverein Schlaifhausen. Beide freuten sich über den reibungslosen Ablauf eines langen Tages. Sie erfuhren auch viel Zuspruch von außen. So war zur Information unter anderen auch Oberstabsfeldwebel Christian Napp, Leiter Oberfranken West des Verbandes der Reservisten der deutschen Bundeswehr, aus Bamberg dabei. Zur Siegerehrung begrüßten Bürgermeister Bernd Drummer (BGW) und Theobald Messingschlager als Vorsitzender des Jubelvereins mit Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Silberhorn (CSU), einen ganz besonderen Gast. Silberhorn würdigte die Reserve als wichtigen Teil der Truppe. Seit einiger Zeit wachse die Bundeswehr in Material und Personal. "Wachsen ist schwieriger als schrumpfen, aber die Richtung stimmt", sagte er und forderte dazu auf, auch im Verein Flagge zu zeigen, nicht nur in Uniform. Markus Schirmer dankte allen Hauptverantwortlichen. Alle seien heil ins Ziel gekommen. Zusammen mit Thomas Silberhorn und Theobald Messingschlager zeichnete er die Sieger aus. Den ersten Platz belegte die Reservistenkameradschaft (RK) Röbersdorf, den zweiten Platz die RK Ebermannstadt I und den dritten Platz die RK Weißenohe. Die RK des Jubelvereins verpasste mit dem vierten Platz unter 14 Gruppen nur knapp das Podest. Der Tag endete mit einem grandiosen Feuerwerk.

Pfarrer Michael Gehret segnete im Zeltgottesdienst zwei Fahnenbänder, gespendet vom Festausschuss und der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, und anschließend auch die wieder funktionsfähige Salutkanone des KMV Schlaifhausen.

Einschießen der Kanone

Ehrenböllerschütze Konrad Seiler ging vor dem Einschießen der Kanone kurz auf ihre Geschichte ein. 1923 wurde sie für den Verein angeschafft. Mangels Finanzmitteln sprang Johann Seiler, der Onkel von Konrad Seiler, ein und streckte das Geld vor. Es wurde nie zurückgezahlt, auch wenn Johann, von Schlaifhausen weggezogen, immer wieder einmal sanft daran erinnerte. Die Kanone überlebte mittlerweile mehrere Währungen. Der KMV ließ sie zum Fest gründlich überholen. Von den fernen Verwandten bevollmächtigt, stellte Konrad Seiler fest, dass die Kanone ab sofort dem Verein Schlaifhausen gehören solle, was die vielen Festbesucher im Zelt mit viel Beifall quittierten. Anschließend war es Tobias Lassner, Florian Kroder, Maximilian Stilkerich und Markus Schirmer vorbehalten, das stolze Stück des Vereins unter dem Kommando von Konrad Seiler mit vier Schüssen einzuschießen.

Ralph Batz

Ralph Batz aus Wiesenthau war bis 2015 zwölf Jahre für die Bundeswehr unterwegs. Noch einberufen als Wehrpflichtiger, entschied er sich umgehend dazu, Zeitsoldat zu werden. "Man sieht als junger Mensch viele Länder und erweitert seinen Horizont", sagt er. Sieben Monate machte er auch Erfahrung im Einsatz in Afghanistan. Freilich sei es nach zwölf Jahren mit Hinblick auf die Familie auch genug gewesen. Er bedauert, dass es die Wehrpflicht nicht mehr gibt. Da sei die Bundeswehr näher an der Bevölkerung gewesen. Die jetzige Handhabung mit der Anmeldung findet er viel zu bürokratisch. Batz fand nach seiner Dienstzeit eine Anstellung als Verwaltungsbeamter beim Straßenbauamt in Bamberg.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren