Gräfenberg
Stadtrat

Vielen Gräfenbergern ist Igensdorfer Netto-Markt-Erweiterung zu groß

Die in Igensdorf geplante Erweiterung des Netto-Marktes gefällt einigen Gräfenberger Stadträten nicht. Mit nur einer Stimme Mehrheit stimmten sie der Planung zu.
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Der alte Netto-Markt in Igensdorf soll abgerissen und größer werden - und nun noch ein Stückchen größer,  weil der Schlecker-Anbau (rechts) dazukommt. Foto: Petra Malbrich
Der alte Netto-Markt in Igensdorf soll abgerissen und größer werden - und nun noch ein Stückchen größer, weil der Schlecker-Anbau (rechts) dazukommt. Foto: Petra Malbrich

Ein insolventer Bauträger sorgte für ein böses Erwachen bei einigen Gräfenberger Bauherren. Das Geld für die Erschließungskosten war weg. Die Grundstücke aber blieben unberührt. Verzweiflung herrschte bei den Bauherren, der Traum vom Eigenheim schien zudem geplatzt zu sein. An die Stadt Gräfenberg hatten sie sich gewandt, um doch noch bauen zu dürfen. Nun greift die Stadt Gräfenberg unterstützend ein. "Wir haben uns mit allen Beteiligten getroffen. Auch deren Anwälte waren dabei. Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt", sagte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD). Die Stadt Gräfenberg wird das Baugebiet erschließen. Die Kostenverteilung wurde dem Stadtrat nun vorgelegt. Von den Bauherren wird die Straße als Privatstraße finanziert. In diese Straße legt die Stadt die Kanalisation, das Kommunalunternehmen KUG kümmert sich um die Wasserversorgung. 130.315 Euro kostet die Gesamtmaßnahme samt Straßenbeleuchtung. Das Risiko für die Stadt ist gering, denn gesichert wird das Ganze über Grunddienstbarkeiten. Eine Kostenzusammenstellung wurde vom Büro Schneeberg und Kraus erstellt. Jeder zahlt seinen Anteil ein. Auch für die Stadt zu erwartende Beiträge wurden errechnet. Unterm Strich würden bei der Stadt Kosten in Höhe von 10.000 Euro bleiben.

Bauen aus Lillinger Höhe

In der Lillinger Höhe sollen einige Grundstücke bebaut werden. Doch wie soll das am besten geschehen, um den Ort schön abzurunden? Dem Grundstückseigentümer war in einer vorherigen Sitzung nahegelegt worden, sich Varianten durch einen Stadtplaner aufzeigen zu lassen. Daraufhin erstellte das Planungsbüro "Team 4" einige Varianten. Die ausgewählte Variante wurde nun dem Stadtrat vorgelegt, der entscheiden sollte, ob ins Bebauungsplanverfahren eingestiegen wird. Heiko Kracker (GBL) lobte die damit gelungene Ortsabrundung. Die Kosten der Bauleitplanung trägt der Antragssteller.

Unmut wegen der Erweiterung

Der Netto-Markt in Igensdorf wird abgerissen und größer aufgebaut, auch die Räume des ehemaligen Schlecker-Marktes gehören nun dazu. 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche jedoch missfällt den Gräfenberger Stadträten. Ein Supermarkt in dieser Größenordnung, der mit den Schlecker-Räumen noch größer wird, stieß dem Grünen-Stadtrat Matthias Striebich sauer auf. Dass es kaum Auswirkungen auf Gräfenberg habe, stellte Striebich infrage. Gerade mit den kleineren Geschäften in einem solchen Markt wie Zeitungsladen oder Schlüsseldienst müssten die Gräfenberger Geschäfte konkurrieren. Die Innenstadt leide ohnehin schon. Schützenhilfe erhielt er von Hans Derbfuß (CSU). Ein Konzept für die Supermärkte, dass innenstadtähnliche Produkte dort nicht verkauft werden dürften, gebe es schon lange nicht mehr. Falls man eine Chance habe, gegen den Supermarkt in der Größe vorzugehen, dann nur mit einem Gutachten, in dem die Befürchtungen bewiesen würden. Doch die Kosten dafür bei einem fragwürdigen Erfolg ließen Derbfuß von der Möglichkeit absehen. "Die Igensdorfer haben ein eigenes Einzugsgebiet", meinte dagegen Antje Rammensee (SPD), die den Igensdorfern eine eigene Entwicklung zugestehen möchte. Aus Igensdorf komme kaum jemand, um in der Gräfenberger Innenstadt einzukaufen. Daraufhin stellte Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla zunächst das Größenverhältnis dar. Rewe und Norma in Gräfenberg haben 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche, der neue Netto-Markt in Igensdorf würde nun auf 1400 Quadratmeter erweitert. "Wir arbeiten mit Igensdorf in vielen Bereichen gut zusammen", sagte Nekolla und lehnte es ab, einfach gegen die Igensdorfer Planung zu stimmen, wenn man ohnehin nichts ändern könne. Sechs von 13 Stadträten stimmten gegen die Igensdorfer Netto-Markt-Erweiterung. Einstimmig befürwortet hingegen wird das "Naturhotel" in Stöckach. "Konkurrenz belebt das Geschäft", meinte Matthias Striebich. Wer in dem Hotel urlaube, könne auch nach Gräfenberg zum Essen kommen.

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