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Viele gehen auf Zeitreise beim Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein

Noch bis zum Sonntag hat der Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein seine Pforten geöffnet und es zeichnet sich ein Besucherrekord ab.
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Der freie fränkische Barbar Michel aus Niedermirsberg (l.)  Foto: Thomas Weichert
Der freie fränkische Barbar Michel aus Niedermirsberg (l.) Foto: Thomas Weichert
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Dies liegt vielleicht auch daran, dass der seit 20 Jahren ausgerichtete Markt mit einigen besonderen Höhepunkten wie der Jubiläums-Feuershow nach Einbruch der Dunkelheit oder der historisch überlieferten Feldschlacht zwischen König Heinrich II. und Hezilo von Schweinfurt gefeiert werden kann. Und auch am Wetter: Es ist bislang nicht zu heiß, aber auch nicht verregnet. Bereits zum Marktauftakt an Fronleichnam drängten sich die Besuchermassen durch die Gassen der Handwerker- und Händlerstände sowie durch das Mittelalterlager der zahlreichen Mittelaltergruppen, die verschiedene Volksstämme und Zeitepochen darstellen. Gerald Uhl aus Weilheim in Oberbayern verkörpert stilecht und möglichst geschichtsgetreu König Heinrich II., den späteren Kaiser Heinrich, der einst das Bistum Bamberg gründete und im Kaisergrab des Bamberger Doms als Heiliger seine letzte Ruhestätte fand. Um so eine historische Figur wie einen Kaiser darzustellen, braucht es Geschichtskenntnisse. "Denn auch das Gewand und die Ausrüstung wie der Königsstab müssen stimmig und authentisch sein", sagt Uhl. Christian Dümmler aus Bad Aibling, der Hezilo von Schweinfurt spielt, stimmt Uhl zu.

Auf in die Feldschlacht

Zum Jubiläum wollte man eben auch eine ganz besondere Feldschlacht bieten , die auf wahren Begebenheiten beruht. Einer, der seit 1999 bei jedem Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein dabei ist, ist Dirk Weisenbach auf Weißenohe. Beim allerersten Markt, der damals kurz nach Ostern stattfand, lag noch Schnee, erinnert sich der Rettungssanitäter, der anfangs noch einen Staufer verkörperte. Später dann war er ein Wikinger und seit ein paar Jahren stellt er einen russischen Bojaren um 1050 dar. "Der Hang geht immer auch zur Zweitdarstellung", sagt Weisenbach. Bei einem historischen Russen könne man auch viele Sachen zwischen Orient und Okzident mit hineinnehmen. Knjas Iwan Dmitrijewitsch Dolgoruki, den Weisenbach aktuell darstellt, soll um 1050 in Russland gelebt haben. Ein Bojare war ein Angehöriger des nicht-fürstlichen Adels, der gehobenen Schicht in der Gefolgschaft der Fürsten und Teilfürsten im mittelalterlichen Russland. Am Anfang waren der Markt und das Lager noch kleiner, ist dann von Jahr zu Jahr aber immer mehr gewachsen. Auch der Standard mit heute über 400 Akteuren ist von Markt zu Markt gestiegen, ebenso wie das Catering. Auch den Biergarten gab es am Anfang noch nicht.

Eine große Familie

Für Weisenbach ist das Mittelalterlager wie eine große Familie, in der ein großer Zusammenhalt herrscht. "Es wird bei uns alles ehrlich besprochen, ob positiv oder negativ", sagt Weisenbach. "Wikinger" Günter Schuster aus Breitenlesau stimmt ihm zu. Seit zehn Jahren schon gibt es die Wikingergruppe Skollfolk mit Mitgliedern aus Breitenlesau, Kirchahorn, Mistelgau und sogar aus der Schweiz. Seither verpassten sie noch keinen Mittelaltermarkt auf Burg Rabenstein. Für ein paar Tage abschalten, leben wie früher ohne Handy, ohne Uhr und moderne Technik, ist für Schuster ein idealer Ausgleich zum Alltag. Schusters Ehefrau Melanie ist ebenso begeistert dabei. "Rabenstein ist Familie", sagt Melanie Schuster, die zusammen mit ihrer Freundin Bianca Braun auch die Jubiläumstorte aus Buttercreme nach Art eines Frankfurter Kranzes in der Größe von 90 Zentimetern Länge, 40 Zentimetern Breite und zehn Zentimetern Höhe zum 20. Marktjubiläum gebacken hat. Der freie fränkische Barbar Michel aus Niedermirsberg durfte beim Marktjubiläum nicht fehlen. Mitgebracht hatte er diesmal das Burgfräulein Juliane und deren Knappen Jonny. Besonders auch für Kinder bietet der Markt sehr viel. Vom Puppentheater über den Gaukler Oscar, der Feldschlacht bis hin zur Gauklerschule. Für das Tavernenspiel sorgt die Mittelaltermusikgruppe "Visematente". Burgherrin Sabine Deß zeigt sich mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden.

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