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Protest

Verfehlte Agrarpolitik? Auch im Landkreis Forchheim protestierten Landwirte

Auch die Landwirte im Landkreis Forchheim entzündeten Mahnfeuer gegen eine verfehlte Agrarpolitik.
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Auch in Rüssenbach protestierten die Landwirte nach dem Aufruf der Initiative "Land schafft Verbindung". Foto: Josef Hofbauer
Auch in Rüssenbach protestierten die Landwirte nach dem Aufruf der Initiative "Land schafft Verbindung". Foto: Josef Hofbauer
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Mit Mahnfeuern versuchten die Landwirte am Samstag zwischen Weingarts und Mittelehrenbach, bei Rüssenbach und Lütztelsdorf, aber auch in Oesdorf und anderen Orten, die Öffentlichkeit auf die Existenzängste der Landwirte aufmerksam zu machen. "Wir Bauern fordern unter anderem mehr Mitspracherecht bei agrar- und klimapolitischen Entscheidungen", unterstrich Hermann Greif, Bezirkspräsident der Bayerischen Bauernverbandes.

Jungbauer Florian Salwender (27) aus Oberehrenbach, der sich auf Bullenmast und Kälber-Aufzucht spezialisiert hat, kritisierte die Preispolitik: "Wir können im Landkreis Forchheim nicht zu den gleichen Bedingungen produzieren wie auf dem Weltmarkt." Die Fleisch-Billig-Importe aus Argentinien seien für die Landwirte existenzbedrohend.

Weithin sichtbare Zeichen

Deshalb seien die Bauern dem Aufruf der Initiative "Land schafft Verbindung" gefolgt und hätten die Mahnfeuer angezündet. "Wir geben damit ein weithin sichtbares Zeichen, so der Jungbauer.

In Rüssenbach hatte Landwirt Thomas Dittrich das Mahnfeuer organisiert. Er war auch auf der Traktor-Demonstration seiner Kollegen in Berlin dabei. Er sieht die Branche der Landwirte zu Unrecht an den Pranger gestellt. Statt Bauern-Bashing zu betreiben, sollten die positiven Aspekte der Landwirtschaft in den Mittelpunkt gerückt werden. Immerhin sei die Land- und Forstwirtschaft der einzige Wirtschaftszweig, der aktiv binde und Sauerstoff produziere. Darüber hinaus gelte es hervorzuheben, dass nicht die Supermärkte, sondern die Landwirte die Ernährung der Bevölkerung sicher stellten.

Auch bei der Düngemittelverordnung fühlen sich die Bauern komplett übergangen. "Da reden Leute mit, die von der Praxis keine Ahnung haben", kritisiert ein Landwirt aus Lützelsdorf. Positiv vermerkte Thomas Dittrich indes die Resonanz bei den Bürgern. Zwei Drittel der Teilnehmer an der Mahnwache seien interessierte Verbraucher gewesen.

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