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Forchheim
Stichwahl

OB-Wahl in Forchheim: Uwe Kirschstein siegt souverän

Der wiedergewählte Forchheimer SPD-Oberbürgermeister freute sich nicht nur über 8838 Wähler-Stimmen, sondern am selben Tag auch über "schöne Post" aus dem Ministerium.
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Zuversichtlicher Blick in die Zukunft: OB Uwe Kirschstein am Montag,  nach seiner Wiederwahl. Foto: Barbara Herbst
Zuversichtlicher Blick in die Zukunft: OB Uwe Kirschstein am Montag, nach seiner Wiederwahl. Foto: Barbara Herbst

Uwe Kirschstein hatte die ganze Nacht "fast überhaupt nicht geschlafen", erzählte er am Montagmittag, als er mit einem Sektglas in der Hand vor seinem Amtszimmer in der sonnigen Schulstraße stand. "Ich dachte, es wird eine ganz knappe Kiste", zeigte sich der SPD-Oberbürgermeister nach der so deutlichen Wiederwahl etwas überrascht. Mit einem "solch klaren Votum" habe er nicht gerechnet.

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Von der ersten Schnellrechnung an, zeichnete sich am Montagvormittag ein deutliches Ergebnis ab. Udo Schönfelder, der CSU-Herausforderer im OB-Rennen, lag von Anfang an um rund fünf Prozent zurück. Um 11.46 Uhr, nachdem der letzte Stimmbezirk ausgezählt war, stand fest: 16 035 der 24 701 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben (das entspricht einer Wahlbeteiligung von knapp 65 Prozent) und sich für Kirschstein als OB entschieden: 55,33 Prozent wählten den SPD-Bewerber, für den CSU-Kandidaten blieben 44,67 Prozent der Stimmen.

Kandidaten trennt 1704 Stimmen

Udo Schönfelder sammelte demnach 1704 Stimmen weniger ein als Amtsinhaber Uwe Kirschstein. Er benötige jetzt erstmal "zwei Tage, um mich neu zu orientieren", sagte ein enttäuschter Schönfelder dem FT. Warum es nicht gelungen sei, "den Wähler sachpolitisch zu überzeugen", obwohl er "alles versucht" habe - diese Frage konnte der frustrierte Wahlverlierer unmittelbar nach der Auszählung nicht beantworten: "Es ist wohl die Summe von vielem, ich weiß es nicht. Aber ich nehme es hin, wie es ist, ich bin ein fairerer Verlierer."

Daher war Udo Schönfelder auch einer der ersten, die dem souveränen Wahlsieger gratulierten. Trotz Coronakrise kam es in der Schulstraße um die Mittagszeit zu einem Handshake zwischen Kirschstein und Schönfelder. "Ich habe ihn vorher gewarnt, dass ich nicht getestet bin", erzählte Kirschstein wenig später, als er einen Blick auf die vor ihm liegenden sechs Jahre warf: "Eine Hausmacht hatte ich nie. Es wird also auch in Zukunft darum gehen, Mehrheiten im Stadtrat zu finden." Wobei Kirschstein betont, dass die Opposition im Stadtrat durch die Kommunalwahl 2020 "zum Nachdenken angeregt" worden sein könnte. Immerhin, so der alte und neue Oberbürgermeister, sei er mit einem "starken Bürgervotum für sechs Jahre bestätigt worden".

7,75-Millionen-Euro-Zusage

Bestätigt fühlte sich Uwe Kirschstein am Montag nicht nur durch seinen Wahlerfolg, sondern durch die "schöne Post", die ihm am selben Tag aus dem Kultur-Staatsministerium erreichte. Noch während in der Schulstraße die Auszählung der Stichwahl lief, las Kirschstein im "Zuwendungsbescheid des Bundes", dass die 7,75 Millionen Euro für die Rathaussanierung endgültig gesichert sind. Die wackelige Finanzierung dieses Projektes war in den zurückliegenden Jahren der größte Zankapfel im Forchheimer Stadtrat gewesen.