Forchheim
Pornografie

Urteil: Forchheimer verschickt Penis-Fotos an Mädchen

Ein Mann aus Forchheim hat mehrmals pornografische Fotos über Facebook an Frauen gesendet. Nun wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.
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Ein Mann aus Forchheim verschickte über den Nachrichtendienst von Facebook Fotos von seinem erigierten Penis. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Ein Mann aus Forchheim verschickte über den Nachrichtendienst von Facebook Fotos von seinem erigierten Penis. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa
Der Mann aus Forchheim hat die Fotos, die sein erigiertes Glied zeigten, meist abends verschickt. Mehrere junge Frauen erhielten vergangenes Jahr innerhalb von drei Wochen ungefragt seine sexuellen Fotos. Über den Nachrichtendienst des sozialen Netzwerks Facebook sendete er ihnen die Penis-Bilder. Die belästigten Frauen gingen zur Polizei. Am Donnerstag wurde der Wiederholungstäter nun am Amtsgericht Forchheim wegen Verbreitung pornografischer Schriften zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Der 32-Jährige gestand gleich zu Beginn, die Fotos gemacht und gesendet zu haben. "Die Vorwürfe räume ich ein", sagte er und schnaufte nervös. Die Verhandlung nahm den Täter sichtbar mit. Er betonte, dass er seit Dezember in therapeutischer Behandlung an der Tagesklinik in Bamberg sei. Er werde dort wegen depressiven Episoden und Angststörungen behandelt. Aus Scham habe er nicht schon früher professionelle Hilfe in Anspruch genommen.


Wegen sieben Fällen angeklagt

"Wenn ich mir ihre Geschichte anschaue, bin ich mir nicht sicher, ob sie sich wirklich unter Kontrolle haben. Da muss etwas passieren, denn normal ist das nicht", meinte Amtsrichterin Silke Schneider. Wegen sieben Fällen war er angeklagt: Zwischen dem 13. August und 2. September 2017 verschickte er an mehrere Frauen, die er unter anderem aus der Berufsschule kannte, die Fotos von seinem erigierten Penis.

Zwei Polizisten sagten als Zeugen aus. Während der Ermittlungen haben die Beamten schnell festgestellt, dass der Forchheimer Wiederholungstäter war. Der Angeklagte ist wegen der gleichen Taten einschlägig vorbestraft. Lediglich drei Monate vorher, musste er bereits per Strafbefehl eine Geldstrafe zahlen. Auch damals verschickte der Forchheimer Fotos von seinem Geschlechtsteil an Frauen. Bereits bei der ersten Vernehmung in der Bamberger Klink habe der Täter alles zugegeben, sagte ein Polizist. Sein Kollege berichtete zudem von Gewaltfantasien, die der Angeklagte den Mädchen preisgegeben und sie so eingeschüchtert habe.


Behandlung für Sexualstraftäter sinnvoll

Richterin Schneider forderte ihn auf, sich in der Fachambulanz für Sexualstraftäter in Nürnberg behandeln zu lassen. "Damit das in Zukunft nicht noch einmal vorkommt", meinte sie bereits vor Urteilsverkündung. Staatsanwältin Isabel Brzezicha bewertete zwar sein Geständnis positiv und war überzeugt, dass der Angeklagte Einsicht und Reue zeigte. Aber weil der Mann einschlägig vorbestraft ist und nach nur drei Monaten rückfällig wurde, forderte sie fünf Monate Haft, die für drei Jahre auf Bewährung ausgesetzt werden soll. "Ich hoffe, dass eine Verurteilung Ihnen eine Lehre sein wird", so Brzezicha.

Die Amtsrichterin schloss sich dem Plädoyer an. Der Angeklagte muss außerdem 80 Sozialstunden bei der Arbeiterwohlfahrt Forchheim ableisten und erhält zwei Jahre lang einen Bewährungshelfer. Zudem wurde dem Mann auferlegt, an einer ambulanten Sexualstraftäter-Therapie in Nürnberg teilzunehmen. Nach eigener Aussage hielt selbst der Verurteilte die Auflage für sinnvoll und verzichtete auf eine mögliche Berufung. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

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