Effeltrich

Unterschiede im Effeltricher Wahlkampf werden schnell klar

Der Fränkische Tag fühlte den Effeltricher Kandidaten Kathrin Heimann, Bernhard Kotz, Bernd Nägel und Gerhard Ach-Kowalewski auf den Zahn. Kontroverse Themen gab es zuhauf.
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Moderator Josef Hofbauer musste die Gäste im Pfarrsaal bei den Fragen bremsen. Das Interesse an den vier Kandidaten war groß.  Fotos: Barbara Herbst
Moderator Josef Hofbauer musste die Gäste im Pfarrsaal bei den Fragen bremsen. Das Interesse an den vier Kandidaten war groß. Fotos: Barbara Herbst
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Ein freier Stuhl war nicht mehr zu finden, aber nur wenige Gäste mussten stehen: Mit rund 180 Zuhörern war der Pfarrsaal von Effeltrich proppenvoll, als der Fränkische Tag am Mittwoch zur Podiumsdiskussion mit den vier Bürgermeisterkandidaten einlud. Moderator Josef Hofbauer führte sicher durch den Abend und stellte den Bewerbern ein Bündel an brisanten Fragen.

Die Diskussion begann einmütig, fand jedoch schnell ihre Kontroversen, so dass die verschiedenen Standpunkte überdeutlich wurden. Beim Grundstück am Rathaus, wegen dem es vor einem Jahr noch ein Bürger- und Ratsbegehren gegeben hatte, waren sich nun alle weitgehend einig. Ein Ärztehaus, neuer Wohnraum für junge Familien oder ein Marktplatz waren die Vorschläge, die aus allen Reihen zu hören waren. Nur im Detail gab es leichte Unterschiede.
So plädierte Gerhard Ach-Kowalewski (SPD) dafür, einen Teil des Grundstücks als "naturbelassenen Park" zu erhalten, während Bernhard Kotz (FW) meinte, es sollte auch eine Fläche für die Erweiterung des Rathauses zurückgehalten werden.


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Wirtschaftlich nutzen
Kathrin Heimann (DEL) und Bernd Nägel (CSU) wollen indessen eine vollständige wirtschaftliche Nutzung des Geländes, denn "wir können es uns nicht leisten, das Grundstück liegen zu lassen" (Heimann). Süffisant drückte Nägel, ein bekennender Gegner der Supermarkt-Ideen auf diesem Gelände, seine Freude aus, "dass die anderen Gruppen von ihren ursprünglichen Ideen abgekommen" seien. Das zielte unter anderem auf Heimann, die sich in der Bürgerinitiative für einen Supermarkt auf diesem Grundstück engagiert hatte, nun aber den "Bürgerwillen akzeptiert und umsetzen will".

Die 39-Jährige konterte mit der Kritik, dass sich seit dem Ratsbegehren nichts getan habe, was die darin versprochene Ansiedlung eines Einkaufsmarktes im Außenbereich angehe. Der Zweite Bürgermeister Nägel entgegnete, dass die Planung "schon auf dem Weg" sei. Die Investoren würden sich nicht nur für einen Markt in der Ortsmitte interessieren, sondern auch im Außenbereich. Es gäbe konkrete Anfragen für zwei Grundstücke. Da schüttelte Heimann den Kopf: Von diesen "Geisterinvestoren" habe sie in den acht Jahren, seit darüber gesprochen wird, keinen einzigen genehmigungsfähigen Antrag gesehen.

Zu wenig Kinder in Effeltrich
Den Schulstandort auf Dauer sichern, das haben sich alle Kandidaten auf die Fahne geschrieben. Doch die Lösungen sind verschieden. Heimann verweist auf die aktuellen Geburtenzahlen (zwölf bis 14 Kinder pro Jahr in der Gemeinde) und schließt daraus: "Damit ist der Kindergarten mit 75 Plätzen nur zur Hälfte ausgelastet." Und eine Grundschulklasse werde normalerweise ab 15 Kindern gebildet. Gegensteuern will sie durch die Ausweisung von neuem Bauland, um junge Familien anzulocken.

Ach-Kowalewski ist skeptisch, ob die Eigentümer des ausreichend vorhandenen Baulandes auch bereit sind zu verkaufen, ehe Nägel verkündete: "Die Schule über neues Bauland stärken zu wollen, würde für Effeltrich den Infarkt bedeuten." Der Flächenbedarf für ausreichend Kinder wäre aus seiner Sicht zu hoch, da gebe es bessere Wege, um die Schule zu sichern.

Auswertung folgt noch
Auch bei den Themen Umgehungsstraße, Jugendpflege, Bürgernähe oder Hochwasserschutz klafften die Ansichten der vier Bewerber mehr oder weniger weit auseinander. Wer mit seinen Vorschlägen am besten punkten kann, wird der Wahlsonntag zeigen - die Auswertung der am Mittwoch abgegebenen FT-Stimmzettel veröffentlichen wir auch erst danach.
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