Unterleinleiter
Einzelhandel

Unterleinleiter gründet eigenen Dorfladen

Immer mehr Bürger beklagen das Aussterben von Geschäften in den Ortskernen. Was macht ein Dorf wie Unterleinleiter, wenn neben dem letzten Lebensmittelgeschäft auch die Bankfilialen schließen? 143 Menschen jammern nicht, sonder packen an.
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Der Imker Eddy Überlacker hat nicht nur Honig in seinem Sortiment. Fotos: Matze Brietz
Der Imker Eddy Überlacker hat nicht nur Honig in seinem Sortiment. Fotos: Matze Brietz
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Am vergangenen Samstag fiel mit einem Info-Tag endlich der Startschuss für ein Projekt, das vielen Bürgern Unterleinleiters am Herzen liegt. Nach der Schließung der ohnehin raren Ladengeschäfte in dem fränkischen Dorf, war der Wunsch gewachsen, einen Dorfladen zu eröffnen. Nach einigen Wochen der Vorbereitung und Planung stellte die Bürgerinitiative ihre Ideen rund um das Thema Dorfladen und Genossenschaftsgründung er Bevölkerung vor.

Um das Informative mit dem Angenehmen zu verbinden, hatten die Organisatoren eine Regionalmesse organisiert, bei der sich - mit Unterstützung des Landwirtschaftsamtes - Direkterzeuger aus der Region vorstellten und ihre Waren zum Verkosten anboten. Angefangen vom ortsansässigen Imker Eddy Übelacker, der mit seinem Stand über die Honigproduktion informierte und verschiedene Sorten zur Verkostung anbot, waren noch die Bäckerei Sitter aus Pretzfeld, Metzgerei Schatz aus Ebermannstadt, Singers Hofladen, die Sektmanufaktur und Brennerei Schilling und viele andere vertreten.

Außerdem informierte der Handelspartner des Dorfladens, die Lebensmittelhandels GmbH, über das geplante Grundsortiment. Zudem hatten alle die Gelegenheit, anhand einer Umfrage ihre Meinung zu Punkten wie Öffnungszeiten, Serviceangeboten und Sortiment einzubringen.

Keine Goldgrube

Alexander Löw und Reiner Philipp informierten über die geplante Genossenschaft und deren Vorteile für jeden Einzelnen und die Dorfgemeinschaft. Mit Sicherheit sei der Erwerb von Genossenschaftsanteilen nichts für Goldgräber, denn großer finanzieller Reichtum wäre nicht zu erwarten, so die Antwort auf die häufig gestellte Frage nach der Möglichkeit, Rendite aus dem Dorfladen zu ziehen.

Der Gewinn für das Dorf durch die Wiederbelebung des Ortskernes sei wertvoll, wenn nicht sogar unbezahlbar. So war es nicht verwunderlich, dass auch dem Aufruf zur Genossenschaftsgründung am Dienstag viele Menschen folgten. Bürgermeister Gerhard Riediger (NWG) begrüßte rund 150 Dorfladengründer aus Unterleinleiter, Dürrbrunn, aber auch aus Störnhof und Burggrub und übergab das Wort an Alexander Löw, der den Abend mit geballter Fachkompetenz, stets den Anpfiff zum WM-Halbfinale im Blick, moderierte und die Wahlen von Aufsichtsrat, Aufsichtsratsvorsitzendem und Vorstand anleitete.

Doch zuerst stand die Gründung der Genossenschaft an, welcher sich 143 Menschen anschlossen und insgesamt 584 Geschäftsanteile zeichneten. Ein Raunen ging durch die Runde, als Alexander Löw verkündete, dass die Volksbank Forchheim sich mit Genossenschaftsanteilen im Wert von 10.000 Euro an dem Projekt Dorfladen beteiligen wird. Im Anschluss wurde die Wahl zum Aufsichtsrat durchgeführt.

Es wurden Gerlinde Trautner, Johannes Wunder, Matthias Brietz, Günther Preller und Gerhard Riediger einstimmig von der Vollversammlung gewählt, wobei Riediger den Aufsichtsratsvorsitz und Preller seine Stellvertretung übernahm. Während der ersten Aufsichtsratssitzung wurden Elke Philipp und Reinhold Wunder zum Vorstand der Ladarer Dorfladen eG gewählt. Wobei Wunder der Vorstandsvorsitz zugeteilt wurde. Zu guter Letzt kam Alexander Löw nicht umhin, sich für die enorme Anteilnahme am Ladarer Dorfladen zu bedanken, denn das Sportheim drohte aus allen Nähten zu platzen und zog das abendumspannende Fazit: "In Lada geht was!"


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