Erlangen
Havarie

Unfall am Main-Donau-Kanal: 26 Tonnen Schrott müssen raus

Das von einem Schiff angefahrene Schleusentor am Main-Donau-Kanal bei Erlangen wird unter Hochdruck ausgewechselt. Die Schifffahrt ruht unterdessen.
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Das Schleusentor hatte sich durch den Aufprall des Schiffes stark verformt. Am Donnerstag wurde der Ausbau vorbereitet. Foto: Wasser- und Schifffahrtsamt
Das Schleusentor hatte sich durch den Aufprall des Schiffes stark verformt. Am Donnerstag wurde der Ausbau vorbereitet. Foto: Wasser- und Schifffahrtsamt
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Seit Donnerstagnacht ist die Schleuse Erlangen für die Schifffahrt gesperrt. Ein Schiff war trotz roter Ampel in das obere Tor der Schleuse Erlangen gefahren und hatte dieses um ca. einen Meter aus seiner Achse verbogen, sodass es sich nicht mehr öffnen lässt, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Nürnberg am Montag mitteilte. Das Schiff selbst hatte wegen seines starren Vorbaus aus Stahlträgern kaum Schäden davongetragen.

Seit Freitag werden die Vorarbeiten für den Austausch des Tores von Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes durchgeführt. Der Arbeitsraum vor dem Tor wurde mit Absperrtafeln trockengelegt, damit das Ausmaß des Schadens begutachtet werden konnte: Die Verformungen reichen bis in die Rollenlager in den Betonnischen der Schleusenwände, in denen sich das "Hub-Senktor" bewegt. Zusätzlich zum Tor müssen nach der Mitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamtes daher auch Führungsschienen ausgewechselt werden.

Drei Kräne im Einsatz

Ein erster Versuch, das 13 Meter breite und 26 Tonnen schwere Tor in einem Stück anzuheben, musste abgebrochen werden. Die Verformung des Tores hatte zu einer Verkantung geführt. In mühsamer Kleinarbeit mussten daher bei frostigen Temperaturen störende Einzelteile ausgebaut werden, bevor ein zweiter Versuch erfolgreich war und das Tor in eine sichere Ausbaustellung gebracht werden konnte. Zurzeit werden die Gegengewichte und Antriebsketten ausgebaut. Bis Montagabend sollte das Tor dann mithilfe von drei Kränen ausgebaut werden.

Die einzelnen Bauteile für ein Reservetor lagern inzwischen an der Schleuse und wurden ausgerichtet. Fehlende Teile sind bestellt. Für den Zusammenbau der tonnenschweren Teile vor Ort ist seit Montag Unterstützung aus den Nachbarämtern von Main und Donau eingetroffen. Zusätzlich verstärkt eine Firma die Montagearbeiten.
Bevor der Einbau des neuen Tores beginnt, werden Gerüste gestellt, von denen aus die Führungsschienen für die Rollenlager besichtigt und ausgewechselt werden können.

34 Schiffe warten

Der momentane Zwei-Schichtbetrieb wurde erweitert und es wird mit drei Mannschaften gearbeitet, damit baldmöglichst die Schifffahrt an der Schleuse Erlangen wieder fahren kann. Zurzeit warten 34 Schiffe auf ihre Weiterfahrt in Richtung Main bzw. Donau. red

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