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Finanzen

Umlagekraft im Landkreis Forchheim ist extrem gestiegen

Der Landkreis Forchheim darf sich 2020 erneut über Mehreinnahmen freuen. Die Umlagekraft in der Region ist enorm gestiegen und liegt weit über dem Durchschnitt.
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Die Erneuerung des Landratsamtes in Forchheim ist einer der  höchsten Posten im Kreishaushalt 2020. Foto: Johannes Höllein
Die Erneuerung des Landratsamtes in Forchheim ist einer der höchsten Posten im Kreishaushalt 2020. Foto: Johannes Höllein

Voll des Lobes waren die Mitglieder des Kreisausschusses, als Kämmerin Carmen Stumpf ihren Haushaltsentwurf für das kommende Jahr vorstellte. Eine Zahl hob CSU-Kreisrat Edwin Dippacher besonders hervor: "Dass der Hebesatz zurückgefahren wird, das ist der Verdienst der Kreiskämmerin und des Kreisrates, dafür vielen Dank."

Die Kreiskämmerin warf einen Blick auf die wichtigsten Maßnahmen in 2020: Unter anderem der Bau des Landratsamtes (3,2 Millionen Euro), die neue Straße zwischen Ober- und Unterzaunsbach (672 000) sowie die Aufrüstung der Müllfahrzeuge (610 000). "Insgesamt haben wir unsere Maßnahmen breit gestreut. Wir tun das eine und lassen das andere nicht", betonte Stumpf.

Die Grundlage für den Haushalt bilden der Rückwertebeschluss und die in den Fachausschüssen beratenen Budgets. Die Kreiskämmerin hat dazu viele Gespräche geführt und Vereinbarungen innerhalb der Verwaltung getroffen. Gemeinsam mit Landrat Hermann Ulm (CSU) wurden die Ziele für das Jahr 2020 herausgearbeitet, die mit genügend Mitteln ausgestattet werden sollen. Herausgekommen sind folgende Kennzahlen:

11 Prozentpunkte steigt die Umlagekraft des Kreishaushaltes 2020. Der Durchschnitt in Oberfranken liegt bei 3,3 Prozent, bayernweit bei fünf Prozent. Die Umlagekraft des Landkreises Forchheim beträgt 137,7 Millionen Euro. Das sind 13,6 Millionen mehr als im vergangenen Jahr (124 Millionen). "Das ist außerordentlich hoch und sehr erfreulich", sagte Kreiskämmerin Carmen Stumpf. Der Aufschwung in den Landkreisgemeinden schlägt sich somit auf den Kreishaushalt nieder.

41 Prozent wird der künftige Hebesatz sein. Das ist ein Punkt weniger als im vergangenen Jahr (42 Prozent). Das hat der Kreisausschuss im Oktober in seinem Richtwertebeschluss festgelegt. "Damit können wir das achte Jahr in Folge den Hebesatz senken", betont Stumpf. 2012 war der Hebesatz noch auf einem Höchststand (54,6 Prozent).

56,5 Millionen Euro wird der Landkreis also in absoluten Zahlen durch die Kreisumlage einnehmen. Das sind unterm Strich trotz niedrigerem Hebesatz 4,3 Millionen Euro Mehreinnahmen im Vergleich zu 2019 (52,2 Millionen Euro).

16,2 Millionen Euro: Diese Investitionsausgaben sollen für 2020 nicht überschritten werden. Investitionen sollen möglichst ohne neue Kreditaufnahmen finanziert werden, um eine Nettoneuverschuldung zu vermeiden. Soweit wie möglich, sollen mehr Schulden getilgt werden. Die Kreiskämmerin setzte eine Nettotilgung von 100 000 Euro an. "Das ist kein hoher Betrag, aber es soll trotzdem zeigen, dass wir den politischen Willen sehr ernst nehmen und uns bemühen, das umzusetzen", erklärte Carmen Stumpf.

24,1 Millionen Euro werden im Haushalt 2020 voraussichtlich als Bezirksumlage stehen. Kreiskämmerin Carmen Stumpf geht davon aus, dass der Hebesatz bei 17,5 Prozent bleibt - er hat sich in den vergangenen vier Jahren nicht verändert. Der Landkreis wird 2,4 Millionen Euro mehr an den Bezirk überweisen als 2019 (21,7 Millionen).

28 Millionen Euro beträgt die Verschuldung des Landkreises Forchheim. "Das ist schön, dass wir innerhalb der vergangenen Jahre unsere Verschuldung von 42 Millionen auf unter 30 runterfahren konnten", freute sich Landrat Hermann Ulm (CSU).

- 2,5 Millionen Euro soll der Jahresfehlbetrag des Kreishaushaltes 2020 betragen, so legte es der Kreisausschuss im Rückwertebeschluss fest. "Man muss beobachten, wie sich die Wirtschaft entwickelt, aber vielleicht können wir schon 2022 aus dem negativen Bereich im Ergebnishaushalt raus. Dann können wir ein leichtes Plus oder eine schwarze Null anstreben, je nachdem, wie die politische Entscheidung ausfällt", prognostiziert Stumpf.

Quelle: Vorentwurf zur Haushaltssatzung 2020 des Landkreises Forchheim

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